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Männer auf Touren

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Sonntag 2. Dezember 2007

Kreuzberg
Payerbach - Küb - Kobermannsberg - Kreuzberg -
Speckbacher Hütte - Stojer Höhe - Payerbach

    Mit dabei: Alois, Bill, Frankie, Peter, Rainer.

Treffen um 8:00 Uhr am Südbahnhof.
Wie schon oben ersichtlich, waren wir wieder nur zu fünft. Allen, die wieder nicht aus den Betten konnten, nur soviel: es war ein herrlicher, sonniger Tag.

Abfahrt 8:14 mit dem „Erlebniszug Zauberberg“ (für Eisenbahnfreaks: von Gleis 18). Über den Erlebniszug wollen wir keine weiteren Worte verlieren; alte, grüne Waggons. Aber immerhin, es gab einen Buffetwagen und der Zug fuhr flott dahin.

Ankunft pünktlich um 9:29 in Payerbach (ca.499m) und gleich los. Da ich mich in der Gegend bestens auskenne, erlaubte ich mir, zumindest für den Aufstieg die Führung zu übernehmen.

Durch Payerbach (483m) und an einer hässlichen 50-er Jahre Siedlung mit dem klingenden Namen „Weinweg-Siedlung“ vorbei unterhalb der Bahn Richtung Küb. Dann durch ein kleines Viadukt und oberhalb der Bahn weiter ein Stück entlang des Bahn-Wanderweges bis Küb (545m), wo ich mir erlaubte, einen 50 Meter Abstecher zur Waldandacht einzuflechten, um die Truppe Gott näher zu bringen. Das wurde nicht unbedingt goutiert, weil es ja immerhin 100 m außerhalb der Route waren.

Der Weg Richtung Hellgraben war zuerst eine mühsame Forststrasse, von der aber später ein kleiner Wanderweg abzweigte. Entlang des Hellgrabens marschierten wir im Sonnenschein. Das war einerseits sehr angenehm, wurde aber durch die eher gatschige Konsistenz des Bodens etwas mühsam. Das war aber die einzige Widrigkeit, die aber leider immer wieder auf dieser Tour auf uns zukam.

Nach 1 Stunde waren wir bei der Dreifaltigkeitskapelle oberhalb der Bahnstation Klamm-Schottwien. Herrlicher Blick auf den noch teilweise verhüllten Sonnwendstein, Maria Schutz, Semmering und davor die kühne Leistung österreichischer Ingenieurskunst: die Autobahnbrücke über Schottwien.

Der einzige Punkt, den ich in der Gegend nicht kannte, war der Kobermannsberg. Zum Glück, denn wir fragten einen Sonntagsautoputzer nach dem Weg und erfuhren dabei, dass die Speckbacherhütte vermutlich geschlossen sei. Schock! Der Weg über den Kobermannsberg war etwas steiler als der Rest der Tour und wurde nicht einmal durch spektakuläre Ausblicke belohnt, aber wir wollten ja wandern und nicht schauen.

Der Rest des Weges führte immer am Bergkamm entlang und hatte nur mehr geringe Steigungen. Beim Coronakreuz bot sich dafür herrlicher Blick auf Semmering, Rax, Schneeberg und Gahns (da waren wir im Juni oben).

Da mich die Verpflegungsfrage beschäftige und ich das Handy mit hatte (aber leider nicht die Nummer von der Speckbacherhütte), musste ich die Familie aktivieren. Mein Schwiegersohn suchte die Nummer der Hütte, rief dort an und meldete sich dann mit der beruhigenden Auskunft: „wenn ihr langsam geht, dann kriegt ihr auch was zu Essen. Sie sperren am 15. wieder auf“. (Danke Wolfgang für Deine launigen Worte, dafür wirst Du auch auf einer schwulen Internet-Seite erwähnt.)

Diese Info erforderte eine Planänderung und wir mussten das Mittagessen auf 11:30 vorverlegen und zwar in den Gasthof Polleres (894m). Abgesehen vom Zeitpunkt kein großer Fehler. Der Ausblick vom nicht geheizten aber sonnigen Gastzimmer auf den Semmering (direkt gegenüber) war es wert und das Essen auch gut: Bier, Apfelsaft g’spritzt, Wiener Schnitzel, Putenschnitzel, Salatteller und Kaffee. Peter ging in die Küche „sudern“ und bekam ein Putenschnitzel natur mit Reis und Salat.

Das Männerklo war nur von der Strasse erreichbar und man musste den Schlüssel beim Ausgang mitnehmen. Wenn man jetzt den Schlüssel stecken lässt, jemand zusperrt und abhaut, muss man dann am Klo übernachten?

Gegen 12:45 verließen wir die gastliche Stube und zogen weiter immer am Kamm des Kreuzbergs über den Totenberg zur Speckbacherhütte (1093m), wo wir um 13:50 auf den Bänken für 20 Minuten die Gesichter in die Sonne hielten.

Der Rückweg nach Payerbach ging großteils durch den Wald, abgesehen von der Stojer-Höhe, die von einer riesigen Wiese mit Sommerresten (Kuhfladen) umgeben war. Letzter Blick auf Rax, Schneeberg und Gahns, dann weiter in den Payerbach-Graben und die Schlussetappe auf der Strasse. Unter dem Bahnviadukt plötzlich die Erkenntnis, dass der nächste Zug in 18 Minuten geht. Also im moderaten Laufschritt durch den Ort. 4 Minuten vor Abfahrt waren wir am Bahnhof. Der Zug ging um 15:54. An Meidling mit kleiner Verspätung um 17:15.

Natürlich hatten wir auch diesmal wieder einigen Gesprächsstoff. Vielleicht eine kleine Themenauswahl:

Was ist der südlichste Punkt Kanadas; soll Peter heute noch kochen; warum muss man heute einen Espresso bestellen, wenn man einen Mocca will; wie killt man einen Truthahn ohne in den Brennnesseln zu landen; als Ghega die Semmeringbahn baute, gab es da in Toronto noch Indianer; die Steppengebiete Zentralasiens und ihre Bewohner; fährt man in Kanada mit der Bahn; Schwester Oberin im Internat am Klo; Jörg Haider und die 99c Party; Darwin und ULEB=unser lieber Erzbischof; Rückenbehaarung; Znaimer Gurkerl und die tschechische Agrarstruktur; usw..

Nachdem ich auch diesmal (das letzte Mal; versprochen!) meinen Pulsmesser mit hatte
nur eine kurze Statistik, denn der literarische Wert meines Blutkreislaufes ist ja beschränkt.

Höchstpuls 171, Durchschnitt 136, Kalorienverbrauch 3211 (davon 30% Fett) und Gesamtgehzeit 4 Stunden 47 Minuten.
Wir haben 610m Höhendifferenz überwunden, mit dem Anstieg zum Bahnhof Payerbach-Reichenau sogar etwa 10 Meter mehr.

Und fad war’s auch diesmal nicht.

Rainer


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