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Männer auf Touren

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Sonntag 3. Mai 2015

Balbersteine
Hst. Miesenbach - Waidmannsfeld - Balbersteine - Mühlstein - Scheuchenstein - Rastkreuzsattel - Grünbach am Schneeberg

 

Als sich Alois, Frankie, Friedrich, Igo, Javier, Peter und Roland um 06:25 am Bahnhof Wien Meidlung trafen, war keineswegs sicher, ob es mit den Balbersteinen heute etwas werden würde. Der Treffpunkt war kurzfristig verlegt worden, da die Strecke durch Wien wegen Bauarbeiten gesperrt war und der Zug erst ab Meidling fuhr. Damit nicht genug, hatte es in den frühen Morgenstunden einen Stromausfall bei der ÖBB gegeben, der den Bahnverkehr in ein Chaos stürzte. Auf der Anzeigetafel stand zwar der angepeilte Zug nach Wiener Neustadt mit Planabfahrt 06:35, am angegebenen Bahnsteig stand jedoch ein anderer Zug, nämlich der Regionalzug nach Payerbach, der eigentlich schon vor einer halben Stunde hätte fahren sollen. Die Richtung stimmte, also wurde der Zug auf gut Glück bestiegen - obwohl man sich auch bei der Richtung nicht wirklich sicher sein konnte, denn die Anzeigetafel im Zug wies Wien Floridsdorf als Ziel aus. Wolfgang kontaktierte die Gruppe via Handy: er steckte am Praterstern fest und hatte keine Chance, rechtzeitig nach Meidling zu kommen. Um 06:41 setzte sich der Zug in Bewegung und fuhr auch tatsächlich nach Wiener Neustadt, wo problemlos der Anschlusszug Richtung Gutenstein erreicht werden konnte. Hier stießen Andreas und Markus dazu. Verkehrstechnisch sah es also günstig aus, dafür hielt sich das Wetter nicht an die Vereinbarung, denn laut Prognose hätte es bewölkt und trocken sein sollen, bei Abfahrt in Wiener Neustadt regnete es aber und rundherum sahen die Wolken finster aus.

Am Zielpunkt der Anreise, Haltestelle Miesenbach (401m, 08:15), regnete es nicht mehr. Die erste Etappe der Wanderung führte nach Waidmannsfeld (495m) und war aufgrund früherer Touren auf die Dürre Wand einigen noch in Erinnerung. Ab Waidmannsfeld wurde Neuland betreten. Eine Abkürzung durch den Ort und über den Waidmannsbach Richtung Frohnberg wurde dank Openstreetmap gefunden. Der Bauer, über dessen Hof der Abscheider führte, stellte sich recht nett beratend zur Verfügung und meinte: "Da seid's in 20 Minuten dort." Bisweilen erforderte der Weiterweg ein wenig Spürsinn, landschaftlich war er jedenfalls reizvoll, denn er führte durch eine hübsche Hügellandschaft mit vielen Wiesen. Bisweilen bahnte sich ein Sonnenstrahl durch die Wolken. Auf der gegenüberliegenden Seite des Miesenbachtals kamen die Balbersteine in Sicht. Um sie zu erreichen, war ein Abstieg nötig, nach der Straßenquerung ging es wieder empor. Der Weg zu diesem relativ unbekannten Naturjuwel war angeschrieben und markiert.

Die Steilheit des Anstiegs, in Kombination mit nassem und entsprechend rutschigem Terrain, bewog Peter, die Balbersteine am Mühlsteig zu umgehen. Die anderen acht gelangten in zunehmend felsiges Gelände und krabbelten in einer kaminartigen Rinne empor, ehe sie die erste Attraktion in Form eines großen Felsfensters erreichten. Die Kulisse bot sich für ein Gruppenfoto an. Der Weiterweg am Kamm war dann bequem und teilweise recht aussichtsreich. Orientierungsprobleme gab es nur an einer Stelle, als der Weg über einen Ameisenhaufen führte und sich dann im Gebüsch verlor. Der richtige Weg führte vor dem Ameisenhaufen nach rechts und war an dieser Stelle leicht zu übersehen. Nach etwas Auf und Ab folgte eine schmale Schlucht, die an ihrer engsten Stelle ein Durchschlüpfen gerade noch erlaubte. Gut, dass die Männer auf Touren kein Gramm überflüssigen Fetts am Körper hatten, denn sonst wären sie hier stecken geblieben. Den höchsten Punkt der Balbersteine, den Mühlstein (750m, 11:00), erreichte man nach kurzem, steilem Aufstieg. Gipfelkreuz gab es oben keines (mehr), aber eine schöne Aussicht, die bei klarer Sicht noch beeindruckender gewesen wäre. Nach kurzer Gipfelrast erfolgte der Abstieg am gleichen Weg zurück bis zur Schlucht, vor der ein nicht markierter, aber erkennbarer Fußpfad bergab zur Wiese östlich des Mühlsteins führte. In deren Mitte war ein Stacheldrahtzaun zu überwinden, um auf den Güterweg zu kommen, der zum Gehöft des Steinbauern führte. Von dort war es ein kurzer Straßenspaziergang bis zum vereinbarten Treffpunkt an der Kreuzstein-Kreuzung, wo Peter schon seit einer halben Stunde wartete.

Nun ging es am Güterweg "Auf der Höh" am Fuß der Hinteren Hohen Wand auf Scheuchenstein zu. Anfangs war alles ganz bequem und einfach, denn man brauchte bloß der schmalen, asphaltierten Straße zu folgen. Am Ende wurde es aber verwirrend, da Wegweiser und Markierung nicht mit der Karte übereinstimmten. Auch wichen die Karten von Frankie und Peter voneinander ab. Das nächste Ziel wäre die Burg Scheuchenstein gewesen, die auf den Karten an verschiedenen Stellen eingezeichnet war. Also verließ man sich auf die Wegbeschilderung "Scheuchenstein" und gelangte auf einem bergab führenden Fußweg und dann durch eine hübsche Klamm zum Ort. Von einer Burg war nichts zu sehen und auch kein Hinweis zu entdecken. Dafür war man eine halbe Stunde früher als geplant im Gasthaus Perger / Kirchenwirt (556m, 13:05), wo es eine wohlverdiente Rast und Stärkung gab. Die Männer auf Touren hatten den Festsaal für sich alleine, Tische wurden zusammengeschoben zu einer Tafel für neun. Die prägnante Stimme der Kellnerin erinnerte stark an Cissy Kraner. Gekocht wurde von der Seniorchefin, und das vorzüglich. Wie von der Kellnerin mehrmals angemerkt, wurde alles frisch zubereitet, was zur Folge hatte, dass die Speisen nicht parallel, sondern seriell auf den Tisch kamen. Das machte nichts, denn man war nicht in Eile und so hatten auch nicht alle gleichzeitig den Mund voll, sodass munter geplaudert werden konnte. Vom Wirt war zu erfahren, dass die Burg Scheuchenstein derzeit aus rechtlichen Gründen (Haftungsfragen) nicht betreten werden dürfe und daher auch nicht angeschildert sei. Javier feierte am 3. Mai Geburtstag, er bekam ein Geburtstagstörtchen mit einer Kerze und Peter spendierte eine Runde Weißwein für alle.

Beim Aufbruch um 14:45 war es warm, es nieselte leicht, gleichzeitig gab es gedämpften Sonnenschein durch Wolkenlücken. Am Weg Richtung Grandhäusl lag ein Naturkräutergarten mit Informationstafeln, der interessiert begutachtet wurde. Zum Rastkreuzsattel (868m) ging es noch einmal bergauf, auf den Bänken vor der neuen Scheimhitt'n gab es eine halbstündige Rast. Der Abstieg nach Grünbach am gelb markierten Bergmannsteig dauerte weniger lang als erwartet und schon um 17:20 war die Haltestelle Grünbach Schule (587m) erreicht, der Zug ging um 17:47.

Insgesamt wurde 18 Kilometer zurückgelegt, die Höhendifferenz summierte sich auf gut 900m. Gehzeit abzüglich längerer Pausen 6 Stunden.

 

Weitere Tourenberichte und Bilder können über die Chronik aufgerufen werden.

 

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