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Männer auf Touren

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3. Oktober 2010

Dürre Wand: Plattenstein und Katharinenschlag
Hst. Miesenbach - Waidmannsfeld - Plattenstein (Gauermannhütte) -
Katharinenschlag - Öhler Schutzhaus - Puchberg am Schneeberg

  12 Männer auf Touren und eine Hundedame traten um 08:00 die Fahrt von Wien Meidling ins Piestingtal an, nämlich Frankie, Friedrich, Gert, Helmut mit Emmy, Igo, Paul, Peter, Ronny, Roy, Thomas, Wolfgang und Wolfgang. Erst nonstop bis Wiener Neustadt, dann im Bummelzug Richtung Gutenstein, nonstop begleitet von Chris Lohner mit ihrer Haltewunschtaste. Um 09:15 ging der Haltewunsch in Erfüllung. Von der Haltestelle Miesenbach (401m) zog die Truppe unverzüglich los auf Wanderweg Nr. 201 Richtung Waidmannsfeld. Im letzten Hof der Ortschaft fand Emmy eine Freundin, die nur mit Mühe davon abzubringen war, sich der Wanderung anzuschließen.

Der Weg führte durch Wiesen und Wälder auf gut markierten Wegen nach Waidmannsfeld. Trotz Glockengeläut, Blasmusik und Lockangeboten von Brigittes Dorfcafé (Orangentorte!) waren die Männer nicht in Versuchung zu führen und zogen unbeirrt weiter. Ein angenehmer Fußweg mit mäßiger Steigung führte durch Mischwald mit Lichtungen und kleinen Wiesen bergauf. Dicke, tiefe Wolken trieben über den Himmel und hüllten die Berge ein, aber dann und wann tat sich eine Lücke auf und ließ einen Sonnenstrahl durch. Noch bestand Hoffnung, dem für Ostösterreich prognostizierten zähen Hochnebel zu entkommen.

Der Weg wurde steiler und führte mitten in die Nebelsuppe hinein. Es wurde duster und klamm, von den Bäumen tropfte das Wasser. Bisweilen tauchten beeindruckende Felsen aus dem Nebel auf und schöne Rastplätze hätten zum Rasten eingeladen, wenn es bloß nicht so nass und kalt gewesen wäre. Um 12:15 war der Plattenstein (1154m) mit der Gauermannhütte erreicht. Ganz wider Erwarten war die Hütte brechend voll und die 12 Männer mit Hund mussten sich zunächst auf mehrere halb besetzte Tische verteilen, bis ein Doppeltisch für alle frei wurde.

Die Gauermannhütte wird als gemütlich und urig beschrieben, was in jeder Hinsicht zutrifft. Eher gemütlich ging es auch bei der Abwicklung der Bestellungen zu, denn bis das letzte Essen am Tisch stand, war eine Stunde vergangen. Wildgulasch, Schweinsbraten, Eiernockerl und Linsen mit Knödel und Geselchtem schmeckten vorzüglich. Nachdem die 12 hungrigen Männer so lange der Folter ausgesetzt gewesen waren, genau gegenüber der Mehlspeisanrichte zu sitzen, wurde auch bei der Nachspeise noch tüchtig zugeschlagen.

Der Aufbruch erfolgte etwa um 14 Uhr. Draußen hatte sich nicht viel getan, auch wenn der Nebel mitunter kurz aufhellte und ahnen ließ, dass nicht viel zu den sonnigen Sphären darüber fehlte. Stürmischer Wind pfiff über den Bergkamm und ließ die Luft kälter erscheinen als die 9°, die das Thermometer der Gauermannhütte anzeigte. Daher hatte auch niemand Lust, fröstelnd für ein Gipfelfoto am Plattenstein zu posieren, und die Gruppe marschierte gleich weiter. Der Weg führte leicht bergauf und leicht bergab weiter über den Kamm der Dürren Wand. Am Wegrand ging es an manchen Stellen steil hinunter, aber der Weg selbst wies nicht die geringsten Schwierigkeiten auf. Gert, der die Strecke vor einem Monat bei Sonnenschein gegangen war, gab an den zahlreichen Aussichtsplätzen Schilderungen aus der Erinnerung, was man hätte sehen können, wenn die Sichtweite mehr als 50 Meter betragen hätte.

Der höchste Punkt des langgezogenen Katharinenschlags (1222m) wurde unbemerkt passiert. Es wurde langsam heller und wie erhofft aber fast nicht mehr erwartet, wichen die Nebelschwaden zurück und machten Sonnenschein und blauem Himmel Platz. Im Abstieg zum Öhler Schutzhaus boten sich dann auch die schönen Aussichten auf Täler und Berge, die sich bisher nur hatten ahnen lassen.

Nach kurzer Beratung und demokratischer Entscheidungsfindung zog die Gruppe für eine Kurzrast in das Öhler Schutzhaus (1027m) ein und wurde von der gut gelaunten Wirtin mit Kaffee, Kuchen, Strudeln und diversen Getränken versorgt. Einzig Friedrich bekam sein Speckbrot mit Verspätung und musste es verputzen, während die anderen schon zum Aufbruch drängten. Der Abstieg nach Puchberg erfolgte am Standardweg (blaue Markierung) über Forststraßen und Straße. Um 17:30 war die Gruppe am Bahnhof in Puchberg (590m) und konnte den bereitstehenden Zug besteigen, der um 17:38 abfuhr.

Thomas taten die Knie weh und gleich drei Leute waren auf der Dürren Wand mit dem Kopf gegen ein Hindernis gedonnert: Friedrich und Peter hatten ein Cut von einem querliegenden Baum und Helmut war mit dem Türsturz der Gauermannhütte kollidiert. Das als Hinweis auszugeben, welch dichter Nebel dort oben geherrscht hatte, wäre aber Bergsteigerlatein.

Reine Gehzeit gesamt: 5¾ Stunden.
Tourendaten laut www.alpintouren.com: Streckenlänge 18km, Aufstieg 900 Höhenmeter, Abstieg 720 Höhenmeter.


Weitere Tourenberichte und Bilder können über die Chronik aufgerufen werden.

 

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