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Männer auf Touren

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Sonntag 4. September 2016

Wachthüttelkamm & Brandschneide
Hst. Weichtalhaus - Wachthüttelkamm - Ottohaus - Bergstation - Brandschneide (Camillo-Kronich-Steig) - Kaiserbrunn

  Im Zug von Wien nach Payerbach fanden sich nach und nach Alois, Frankie, Gernot, Igo, Jamie, Jean-Loïc, Stefan und Werner ein, in Mödling stieg eine Regenbogenfamilie bestehend aus Alexander, Andreas und Marcus zu. Um 08:08 erreichte der Zug Payerbach und es regnete. Das war ebenso unerfreulich wie unerwartet, denn die Wetterprognose hatte Regen erst für den späten Nachmittag angekündigt. Alternativprogramme ("Man könnte mit dem Einfach-Raus-Ticket auch nach Sopron fahren.") wurden angedacht, aber letztlich siegte doch der Optimismus und die Männer setzten sich in den Bus Richtung Rohr im Gebirge. Während der Fahrt durch das Höllental zeigte sich im westlichen Talausschnitt blauer Himmel und an der Haltestelle Weichtalhaus (547m) war die Straße trocken. Um 08:40 ging es los, zunächst ein Stück der Straße entlang und dann steil hinauf zum Wachthüttelkamm. Schon auf den ersten hundert Metern zeigte sich, dass die Männer heute voller Energie steckten, denn sie legten ein atemberaubendes Tempo hin.

Der Wachthüttelkamm ist von allen Rax-Steigen wohl der komfortabelste, denn jede etwas steilere Stelle ist mit einer Leiter versehen. Einige Aussichtspunkte liegen entlang des Weges und gestatten einen Blick auf die Klobenwand gegenüber und den Abgrund des Großen Höllentals dazwischen. Nachdem der obere Teil des Steiges erreicht war, ließen sich die Männer auf einem einladenden Wiesenstück mit Schneebergblick zu einer halbstündigen Jausenpause nieder. Mit den Leitern war es nun vorbei, es ging mäßig ansteigend durch Wald auf das relativ ebene Plateau rund um den "Praterstern" zu. Aufgrund des flotten Aufstiegstempos lag die Gruppe bei Ankunft im Ottohaus (1642m) um 11:35 eine Stunde vor dem Zeitplan.

Für die meisten gab es nun eine einstündige Mittagsrast auf der Aussichtsterrasse des Ottohauses, nur Frankie, Igo und Jamie waren rastlos und stiegen unterdessen auch noch zum Jakobskogel (1736m) empor. Der Himmel war großteils blau, mit einigen harmlosen Wolken bei guter, wenngleich nicht brillianter Fernsicht.

Um 12:35 ging es weiter zur Bergstation der Raxseilbahn, der man sich aber nur auf 10 Meter annäherte, um auf den Abstiegsweg über die Brandschneide abzubiegen. Wegen eines kurzen Aufmerksamkeitmangels wurde eine Abzweigung verpasst und die Gruppe landete bei der unteren Station des Schlepplifts, wo weit und breit keine Markierung zu sehen war. Nach Kartenstudium ergab sich, dass der markierte Weg nicht weit weg sein konnte. Igo ging als Kundschafter vor und fand ihn in geringer Entfernung östlich der Liftstation. Beim Abstieg über die Brandschneide (Camillo Kronich-Steig) wurde keiner der neben dem Weg liegenden Aussichtspunkte ausgelassen, wobei die schroffen Felsformationen, durch die der Steig verläuft, einen ebenso kolossalen Anblick bieten wie der wuchtige Schneeberg gegenüber. Der Steig selbst gehört zwar zu den einfacheren Steigen auf der Rax, zu unterschätzen ist er aber besonders im Abstieg nicht, denn er ist über weite Strecken sehr steil und schotterig. Im Gegensatz zum Wachthüttelkamm gibt es nur zwei Leitern, dafür an mehreren Stellen Drahtseile zum Festhalten.

Obwohl mehrmals das Geräusch rutschender Schuhe und einmal der Ruf "Achtung, Stein!" zu hören war, gelang der Abstieg ohne Blessuren und um 15:10 war die Gruppe unten im Höllental bei Kaiserbrunn (526m). Nun gab es die Möglichkeit, zwei Stunden auf den Bus um 17:23 zu warten oder am Wasserleitungsweg nach Hirschwang zu gehen. Obwohl die Zeit es durchaus gestattet hätte, zeichnete sich in Bezug auf den Wasserleitungsweg eine gewisse Lustlosigkeit ab, wozu auch die finsteren Wolken beitrugen, die sich genau zu diesem Zeitpunkt über die Kammlinie der Rax schoben. Also suchte man einmal das Flussufer der Schwarza auf, um an der Einmündung des Krummbachs die Füße im eiskalten Wasser zu baden. Nur Andi tauchte als Ganzes unter, was einen schon beim Zuschauen frösteln ließ. Danach ging es in den Gastgarten des Gasthauses Kaiserbrunn. Gegenüber den negativen Eindrücken vor einem Jahr hatte sich hier einiges geändert, es gab ein freundliches Personal. Ob sich auch die Küche zum Besseren gewendet hatte, konnte nicht umfassend beurteilt werden, denn es wurden nur ein paar Kleinigkeiten bestellt - an diesen gab es jedenfalls nichts zu beanstanden. Nach 11 Kilometern Bergwandern mit gut 1100 Metern Höhenunterschied (1200 inklusive Jakobskogel) und 5 Stunden Gehzeit tat es ganz gut, einfach im Gastgarten zu sitzen und die Beine ruhen zu lassen, auf den Wasserleitungsweg wurde gepfiffen.

 

Weitere Tourenberichte und Bilder können über die Chronik aufgerufen werden.

 

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