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Sonntag, 4. Oktober 2009

Junx auf Touren

Wandern auf dem Wachauer Höhenweg

  Mit dabei: Bernhard, Christoph, Erik, Herbert, Marcel, Matthias, Thomas, Walter (?)

Für diese Wanderung planen wir ursprünglich folgende Route:
Dürnstein (209 m) – Stiegenweg – Ruine Dürnstein (360 m) – Fesslhütte (550 m) Starhembergwarte (564 m) – Kanzel (Vogelberg, 546 m) – Pfaffental – Dürnsteiner Waldhütten – Achleitensattel – Cholerakreuz (270 m) – Weißenkirchen (224 m)

Tatsächlich treten wir aber bereits kurz nach der Kanzel, einem Aussichtspunkt mit spektakulärem Panoramablick von Dürnstein nach Weißenkirchen, den Rückweg nach Dürnstein an. Und das kommt so – aber der Reihe nach:

Um 7:00 Uhr am Südbahnhof rätseln Herbert und ich, wie viele Kollegen wohl diesmal auftauchen würden. Normalerweise wünschen wir uns natürlich möglichst viele Mitwanderer, aber heute wären nur drei auch total okay. Die könnten wir nämlich in unserem VW Golf mitnehmen, denn die Bundesbahnen verkünden auf ihrer undurchsichtigen „Bausofa“-Website – das ist ÖBB-Chinesisch für „Baustellensonderfahrplan“ – weiterhin umständlichen Schienenersatzverkehr (SEV) in der Wachau. Ob ab Krems oder doch erst ab Dürnstein ist vorerst auch dem Schaffner nicht klar. Zwischen Dürnstein und Spitz steht der Schienenverkehr jedenfalls, seit im Sommer ein gigantischer Felssturz den Dürnsteiner Bahntunnel blockiert hat. Zum Drüberstreuen gibt’s auch noch einen nicht behobenen Sommer-Hochwasserschaden an der Tullner Bahnbrücke.

Wie gesagt: Mit dem Auto fahren wäre diesmal voll der Hit gewesen – aber wir sind am Südbahnhof dann doch zu sechst und nehmen daher den Zug. In Krems heißt es: „Bitte in den Bus umsteigen.“ Am Bahnhof Dürnstein stoßen Thomas und Walter (?) zu uns dazu. Zu acht geht’s weiter durch das Steiner Tor und den Stiegenweg hinauf.

Unser erstes Ziel ist die Ruine Dürnstein, in der der Babenberger-Herzog Leopold einst König Richard Löwenherz gefangen hielt, bis die Engländer ein gigantisches Lösegeld ablieferten. Nach heutigem Geldwert entspricht dieses 2,2 Milliarden Euro (!), erzählt die „Münze Österreich“ in ihrer Presseaussendung zur neuen Silbermünze „Richard Löwenherz in Dürnstein“. Mit dem Löwenherz-Silber ließ Leopold die Befestigung von Wien, Enns und Hainburg erneuern sowie Wiener Neustadt gründen. Um den Rest unter die Leute zu bringen, gründete er den Vorläufer der „Münze Österreich“, also eine Münzprägestätte. Die ganze Geschichte inklusive der rührenden Sänger-Blondel-Legende gibt es auf http://tinyurl.com/ybokmmc.

Bei der Ruine angekommen genießen wir erst einmal den tollen Blick nach Dürnstein und donauaufwärts nach Weißenkirchen. Dann geht es weiter, unser nächstes Ziel ist die Fesslhütte. Auf dem Weg dorthin kommt uns ein Grüppchen recht originalgetreu gekleideter „Germanen“ entgegen, die offenbar auf Werbetour für das „Freilichtmuseum Germanisches Gehöft Elsarn (im Straßertale)“ sind. Am heurigen Nationalfeiertag, 26. Oktober 2009, ab 10:00 Uhr kann man dort „Alltag bei den Germanen“ hautnah erleben, verspricht der Werbefolder, den sie uns in die Hand drücken. Weitere Infos auf www.freilichtmuseum-elsarn.at.

Leider lange vor Mittag erreichen wir die Fesslhütte – die dortige Speisekarte wäre an sich sehr vielversprechend, von Hirschragout abwärts... Nach einem Kaffee oder Softdrink im sonnigen Garten erklimmen wir die nahegelegene Starhembergwarte. Die ist zwar von 1883, schaut aber aus wie ein Pappmaschee-Requisit aus dem Wickie-Film! :-)

Ja, und von da an geht’s bergab, erstens im Wortsinn – und zweitens verlieren wir nach dem nächsten Aussichtspunkt, der ganz oben bereits erwähnten Kanzel, etwas die Orientierung, konkret die richtige Wegmarkierung. Jedenfalls sind wir allzu schnell wieder im Tal und am Ortsrand von Dürnstein. In einem zweiten Anlauf versuchen wir, doch noch den Weg nach Weißenkirchen zu finden, indem wir eine von Weinbergen gesäumte Straße hügelaufwärts wandern. Die führt uns in den Wald und dort in fast undurchdringliches Dickicht, dann aber auf den (vermeintlich) gesuchten Forstweg. Am Ende stehen wir aber doch wieder knapp oberhalb der stark befahrenen Bundesstraße.

Mittlerweile hungrig und mit dem Ziel eines g’schmackigen Wachauer Mittagessens vor Augen legen wir die letzten Kilometer nach Dürnstein auf dem Bahndamm der derzeit gesperrten ÖBB-Strecke zurück. Dort fallen wir in ein Terrassen-Gasthaus ein und bestellen Frittatensuppe, Cordon-bleus, Sturm und Co. Wenigstens auf die Dürnsteiner Gastronomie ist noch Verlass! :-)

Die Rückfahrt gestaltet sich „bausofamäßig“ langwierig: Aus den eh schon faden zwei Stunden regulärer Bahnfahrt wird eine dreieinhalbstündige Odyssee mit SEV-Bussen bzw. S-Bahn von Dürnstein nach Krems, mit 50 Minuten Eis-Essen-Aufenthalt am dortigen Bahnhofvorplatz, dann weiter über Stockerau nach Wien.

Etwas ausgelaugt, aber mit jeder Menge milder Herbstsonne in unseren Energiereservoirs kommen wir schließlich in Wien an. :-)

Bis zum nächsten Mal – cu @ Junx auf Touren!
Matthias & Herbert


Weitere Tourenberichte und Bilder können über die Chronik aufgerufen werden.

 
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