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Sonntag, 5.April 2009

Leopoldsberg & Kahlenberg auf unmarkierten Wegen

  Der Name Kahlenberg soll keltischen Ursprungs sein und mit Glatzköpfen überhaupt nichts zu tun haben. Kal oder Cal war eine Bezeichnung für Rind oder Kuh und steigerte sich in der Bedeutung bis zur Muttergöttin, nach dem die Hirschkuh als solche  ausgedient hatte.  http://www.diekelten.at/kahlenberg-name.htm
Wikipedia ist damit überhaupt nicht einverstanden und interpretiert die Chalen als kahle Abhänge des Leopoldsberges zur Donau, oder als seine, aus Verteidigungsgründen, kahl gehaltene Kuppe. Ich wiederum glaube einmal gehört zu haben, dass mit den Kalen Jungschweine gemeint waren, was mir eher einleuchtet. Schließlich hieß der Leopoldsberg früher Kahlenberg und tauschte mit diesem 1693 den Namen, als die von den Türken zerstörte Kapelle wieder errichtet wurde. Und der jetzige Kahlenberg hieß schlicht Sauberg oder Schweinsberg, was auf die vielen Wildschweine hinwies.

Wildschweine waren keine unterwegs, dafür aber Alexander, Alois, Andreas mit Shiba, Christian, Emil, Frankie, Gernot, Hans, Helmut mit Emmi und Harry, Igo, Josef, Michael, Peter, Peter, Rainer, Roland, Thomas, Thomas, Thomas, Thomas, Walter, Werner, Wolfgang und Wolfgang.

Alle 24 setzten sich 10 Minuten nach 10 Uhr bei herrlichem Sonnenschein vom Kahlenbergerdorf (ca. 170m)  in Bewegung und begannen sich kurz darauf bereits in zwei Gruppen aufzuteilen. Die Pflasterhirschen, welche den asphaltierten Nasenweg berauf stiegen und die Bergziegen, die die unmarkierten Pfade vorzogen. Wobei die Frage offen blieb, ob das als „unmarkierter Weg“ durchgeht, oder einfach nur ein Abschneider war, wie es ihn ja weltweit bei nahezu allen Serpentinen gibt.

Um 10:40 waren alle wieder auf der Aussichtsterrasse am Leopoldsberg (zwar 425m, aber alles geschlossen!) vereint, genossen den trüben Floridsdorf-Wien-Blick und positionierten sich für das Gruppenfoto. Außer Christian, der war so früh oben, dass er ein Stück eines anderen  Weges wieder zurückging um den Rest zu suchen. Und natürlich Wolfgang, denn der hat das Foto gemacht.

Gegen 11:00 teilten wir uns wieder in Pflasterhirschen und Bergziegen. Wobei dieser „unmarkierte Weg“ kein Abschneider war, denn um auf ihn zu gelangen, mussten wir sogar das Geländer übersteigen! Es ging steil hinunter (heißer Südhang; eh klar) bis zum Waldlgraben, vorbei an einer nachgebauten keltischen Steinschnecke. Oder war es nur ein Pfadfinderlager? Dazwischen ein wenig wilden Kerbel schnuppern und  Leberblümchen fotografieren. Endlich unten ging es auf der anderen Seite des Grabens wieder über den Kahlenberg-Grat hinauf. Ein 3-4 Meter breiter felsiger Hang. Man hätte auch seitlich vorbei können, doch wenn M.a.T. schon die einzigen großen Steine zwischen Hütteldorf und der Kuchelau sehen, müssen sie die 20 Meter (Höhe, nicht Länge) natürlich „klettern“. Außerdem konnte man sich gut daran festhalten, denn der Hang hatte 50°.  Peters Wunsch, ihn mit 70° zu dokumentieren, konnte ich doch nicht nachgeben. https://www.wien.gv.at/umweltschutz/pool/pdf/geotop.pdf

Oben am Weg schlief jemand auf einer Bank. Wir sahen von lebensrettenden Aktionen ab, denn er/sie hatte noch rote Wangen. Um 11:00 waren beide Gruppen wieder beisammen und zogen gemeinsam die 10 Minuten bis zum Kahlenberg-Parkplatz (ca. 470m) weiter und auf der Südseite gleich (wieder übers Geländer) hinunter zum kleinen  Friedhof  (12:00 Uhr). Prälat Ungar (Caritas) wurde hier bestattet. Ob der bis 1783 auf dem Kahlenberg ansässige Kamaldulenserorden seine Mitbrüder dort begrub, ist unklar, wohl aber die Resurrektionisten, welche heute die Kirche St. Josef betreuen.

Um 12:10 trennten wir uns wieder. Ein Teil marschierte direkt zum Heurigen „Hirt“ und der Rest zog wieder hoch und nahm knapp unterhalb des Parkplatzes noch einen „unmarkierten Weg“. Wobei „Weg“ nicht ganz hinkommt. Es ging einfach durch den Wald und bescherte uns wenigstens die traditionelle Verirrung. Aber „einfach hinunter“ war als Orientierung ausreichend und knapp vor 13:00 Uhr saßen wir alle glücklich vereint auf Heurigenbänken in der Sonne. Herrlicher Blick über das Kahlenbergerdorf und die Donau ins Marchfeld. Dazu G’spritzte, Traubensaft, Wein, Mineral, Aufstriche, Fleischlaberln, Gemüsestrudel, Grammmelknödel, Salate u.s.w. Dankenswerter Weise auch Topfen- und Apfelschnitten, aber keinen Kaffee. Leider war es noch immer dunstig. Doch auch vom Pissoir hatte man einen schönen Ausblick und gleich neben dem Fenster stand ein Flascherl  „Toilettenduftöl Blumenfrisch“. Was will man mehr!

Allgemeiner Aufbruch um 14:10 und endgültige Spaltung der Truppe. Christian, Peter, Rainer,  Roland und Wolfgang gingen ein Stück zurück und dann auf dem Weisleitenweg und durch die Eichelhofstraße über den Nussberg nach Nussdorf (15:15). Auf halbem Weg kam Frankie mit dem Fahrrad entgegen und die Tour wurde im Cafe am Nussdorfer Platzl würdig beendet. Um 15:55 war Schluss.
Alle anderen steuerten direkt das Kahlenbergerdorf an.

Die Gehzeiten waren ungefähr:

Für die Querwaldein-Fraktion 2 Stunden bis zum Heurigen und für den Rest etwa 1 ¾ Stunden. Rest ins Kahlenbergerdorf etwa 15-20 min und nach Nussdorf  eine schwache Stunde. Die rund 330 m (Wiederaufstieg von der Josefinenhütte eingerechnet!) hinauf wollen wir nicht an die große Glocke hängen und für die Kahlenberg-Grat-Bezwinger hau ich noch schmissig 30-40 m drauf.

Und überaus wichtig erschien uns

Das rechte Wahlverhalten der Zuwanderer   -   „warum versandet der Donau- Oder-Kanal nicht?“   -    „ist das dort drüben der Marchfeldkanal und warum ist der da so breit?“   -   die schleppende Restitution in Tschechien   -   Ausgrenzung innerhalb der Schwulen   -   die Sozialdemokratie kann an ihre früheren Leistungen nicht mehr anschließen    -   hat Zilk wirklich die Stadt vom engen, kleinbürgerlichen Mief befreit, oder war eh alles leiwand?   -    wer, was, wann und mit wem auf welcher Tour   -   der Auftritt mit dem Schaffner: „ja das war im Kamptal“ „Nein! Das war auf der Mariazellerbahn!“  „War ich da überhaupt mit?“   -   die unruhige Nacht 23.- 24.Juni anno 2001 (Lunzer See Tour, ich hab’s euch doch gesagt, obwohl ich nicht dabei war)   -   der überfallsartige Besuch bei der Oma von Fritz; „eine ganz reizende Dame“   „das war in Loosdorf“, „nein! War es nicht“ „aber irgendwo bei Melk“  (Loosdorf stimmt und es war auch die Lunzer Tour; vgl. Berichte 1999-2002)   -   „Nein! Die Spionin war die Dagmar Koller; der Zilk war nur das Bond-Girl!“    -   die jungen Schwulen fühlen sich den älteren aus der Kampfgeneration nicht zu Dank verpflichtet (sollten sie? Wäre eine Diskussion wert)    -    „mit der Nussdorfer Schleuse regulieren sie den Wasserstand im Donaukanal“ „Jetzt ist aber trotzdem mehr Wasser als sonst!“   -   „aus irgendwelchen Gründen mag ich den Rasmussen auch nicht!“   -   selbst wenn man Elfriede Ott nicht mag, muss man vor ihrer Energie den Hut ziehen   -   „Sooo schlimm war’s in der DDR auch wieder nicht!“   -   der Einfluss der Übersetzter auf die Literatur am Beispiel altpersischer Erzählungen und Friedrich Torberg    -   „google deinen Namen und du wirst dich wundern!“ (hab’s gemacht, hat mich aber nicht umgehauen)   -   etc. etc.   -    wie immer halt.

Sonnig und heiß und vor allem lustig. Auch wie immer halt!

R.


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