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Sonntag 5. Juni 2011

Lärchkogelgrat - Stadelwandgraben
Höllental Weichtalhaus - Lärchkogelgrat / Ferdinand-Mayr-Weg -
Südlicher Grafensteig - Märchenwiese - Stadelwandgraben - Weichtalhaus

 


Die Meteorologen kündigten einen durchsetzten Tag an, behielten aber nicht Recht und die 15 Wanderer haben ihr frühes Aufstehen nicht bereut.

Treffpunkt Bahnhof Meidling 7:20. Abfahrt 7:29. An Bord: Alois, Frankie, Friedrich, Gert, Helmut, Igo, Joachim, Michi, Peter, Rainer, Roland, Roland, Ronny, Toni, Wolfgang und Emmi, die Anstandsdame.

Umsteigen in Wiener Neustadt und Ankunft in Payerbach um 8:30. Weiter mit dem Bus ins Höllental zum Weichtalhaus. Michi hatte widriger Umstände wegen seine Reisetasche dabei! Nirgendwo eine Gepäcksaufbewahrung, aber der nette Fahrer von den Retter-Linien war bereit, das Ding den ganzen Tag durch das Rax- Schneeberggebiet zu karren! Danke!

Nach der Ankunft beim Weichtalhaus um 9:05 kurze Lagebesprechung und Spaltung der Gruppe in 5 „Weicheier“ und 10 Bergfexe. Endgültiger Anstieg um 9:10, wobei die Weicheier den leichteren Ferdinand-Mayr-Steig zur Kientaler Hütte anpeilten, die Hard-Core-Fraktion sich direkt in der Falllinie dem Lärchkogelgrat widmete.

Die „normalen“ Bergwanderer (um die diskriminierende Bezeichnung Weicheier zu vermeiden)
hatten zwar den gemütlicheren Weg gewählt, dafür war die Variante umso länger und der Steig bereicherte den Aufstieg, vor allem in der unteren Hälfte, durch einen gewaltigen Gatschfaktor! Interessant war, dass viele Hinweisschilder auch in Slowakisch und Ungarisch abgefasst waren.
Um 11:10 erreichten sie das obere Ende der Weichtalklamm und kurz danach die kühle Quelle. Die Kientaler Hütte war um 11:45 schon reich bevölkert von Wanderern aus unseren östlichen Nachbarstaaten. Die Zeit drängte und außer Suppe und Getränk ging sich nicht viel aus; es gab auch nicht mehr! Aufbruch um 12:10 über den südlichen Grafensteig in Richtung Stadelwandgraben. Der südliche Grafensteig war weniger gatschig, dafür galt es immer wieder, gefällte Bäume zu übersteigen und das ewige Auf und Ab zehrte auch. Trotzdem erreichten sie um 14:05 die Märchenweise, wo die Direktaufsteiger schon eine lange Rast hinter sich hatten.
         Die Direktaufsteiger waren  von der Wildfütterungsstelle oberhalb des Weichtalhauses auf einem bequemen Jagdsteig zum Kaisersitz (ca. 900m) gezogen  - einem ehemaligen kaiserlichen Jagdstand mit Blick hinunter in den Lahngraben und hinauf auf die imposanten Felswände des Lärchkogels. An diesem geschichtsträchtigen Ort legten sie eine kurze Rast ein. Der direkte Aufstieg von hier auf den Grat wäre mit schwieriger Kletterei verbunden gewesen, daher gingen sie ein Stück des Wegs zurück zu einem Einschnitt in der Felswand, der sich leichter überwinden ließ. Eine Gämse kletterte vor ihnen empor.
 
Nun ging es mehr oder weniger direkt am Grat bergauf. Es gab weder Steig noch Markierung, mit Ausnahme von ein paar aufgeschlichteten Steinmanderl an Stellen, die man ohnehin nur dann finden konnte, wenn man am richtigen Weg war. Die Orientierung war jedoch unproblematisch und die beste Route ließ sich meistens erahnen. Zum Teil konnten die schroffen Felszacken des Grats rechts umgangen werden, zum Teil war es direkt am Grat einfacher. Nach links brachen Felswände tief in den Lahngraben ab.
 
Der Weiterweg variierte zwischen steil und sehr steil. Es gab zahlreiche Kletterstellen, jedoch keine ernsthaften Hürden. Ein Problem stellte am ehesten der brüchige Fels dar, da man keinem Griff oder Auftritt wirklich trauen konnte. Der Lärchkogel (ca. 1150m) präsentierte sich aus der Nähe als nicht besonders markante Zacke im Gratverlauf, gefolgt von den Felsfenstern der Luckerten Mauer, wo fotografiert und eine kurze Verschnaufpause eingelegt wurde. Die Aussicht wurde immer spektakulärer, im Besonderen auf die nahe Stadelwand und auf die gegenüber liegende Rax. Auf einem Gratkopf wurde kurze Mittagsrast gemacht. Das weiche Gras hätte noch einladender gewirkt, wenn nicht alles voller Gämsenpemmerl gewesen wäre.
 
Nach einer Scharte ging es noch einmal steil empor. Die Baumgrenze wurde nie überschritten - im Gegenteil, der Wald wurde oben sogar wieder dichter. Auf einer Höhe von 1520m stießen sie auf den Südlichen Grafensteig. Nun ging es relativ eben dahin und an der nächsten Wegkreuzung hinunter zur Märchenwiese. Tolle Aussicht vom Stadelwandgipfel (1407m). Lagern im Gras; Jause und eine Lesung von Roland: Gerda Rogers Liebeshoroskop für alle Sternzeichen.

Nach der Wiedervereinigung übliches Fotoshooting. Dazu mussten einige erst geweckt werden und etwa um 14:40 gemeinsamer Abstieg. Zuerst in Serpentinen durch den Wald, wo einige auch zumindest eine Gämse sahen und schließlich die Königsetappe: ein riesiges Schotterfeld. Einige Duracell-Hasen (Bergläufer im Joggingdress) machten es uns vor: mutig hineinspringen und wie beim Skifahren Schuss ins Tal. Einige taten es ihnen gleich, andere waren zögerlicher und Rainer und Wolfgang zogen die Pensionistenvariante im angrenzenden Wald vor. Im unteren Teil mussten auch sie „schottern“. Die in einigen Berichten erwähnte und auf manchen Karten verzeichnete „Sex-Quelle“ entging uns, dafür war unterhalb des Schotterfeldes auch eine Quelle, von der wir einmal annahmen, dass sie auch das Sexquellen-Wasser spendete, was zu vielen Bemerkungen führte, aber auch zum Nachfüllen der Wasservorräte genutzt wurde. Über Spontanwirkungen kann leider nicht berichtet werden.

Um 16:40 waren alle wieder auf der Strasse und wanderten auf dieser die restlichen 15-20 Minuten bis zum Weichtalhaus. Da ging sich noch ein kleiner Imbiss aus, für manche auch ein komplettes Menü! Verständlich, hatten doch die Direktaufsteiger nirgendwo Gelegenheit zur Einkehr.

Der Bus fuhr um 17:45 und hatte auch Michis Tasche an Bord. In Payerbach verabschiedete er sich und peilte Innsbruck in einer komplizierten Variante über Mürzzuschlag, Bruck und Leoben an. Sein Zug ging um 18:34; unserer um 18:24 und um 19:34 waren wir in Meidling.

 
Sportlich war es für beide Gruppen eine beachtliche Leistung:

1133 Meter hinauf und hinab.
Geh- bzw. Kletterzeit
Normale Wanderer:   6 Stunden 45 Minuten
Kletterpartie:              6  Stunden 10 Minuten

Der Himmel war anfangs bedeckt, lichtete sich nach und nach und am Nachmittag gab es auch viel Sonne. Kein Regen, nicht einmal ein Tröpfchen.

 
Selbst wenn ihnen die Luft ausgeht, quatschen sie dauernd über:

Strassenstrich    -     Ausgrenzungen innerhalb der Community    -    Regen und Hochmoore in den Ardennen    -     Gemüsecurry mit Basmati-Reis; köstlich  (zumindest 1 Rezept gehört dazu)     -    „ich hab noch Suppe“    -    „mein Motto: mit Flip-Flops übern Gletscher“    -     „ich hab noch einen Weißwein daheim“    -    die gewaltige Freihand-Sammlung in der Universitätsbibliothek zu Leipzig    -    das Nachforschen von Ahnen im „Lehmann“    -    „die Sonnenbrille schützt den Rest nicht“    -    über den Umgang mit Handys    -    „ich geh im Juli zum EKG“ „ich erst Ende August, ich lass mir nicht von blöden Ärzten den Sommer vermiesen“    -    sachgemäßer Umgang mit Gurken    -    „vielleicht solltest du dir ein Schüttelhandy zulegen“    -     u.s.w.

Leider auch über kürzlich und plötzlich Verstorbene, die noch soviel Leben vor sich gehabt hätten.
 
 


Weitere Tourenberichte und Bilder können über die Chronik aufgerufen werden.

 

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