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Männer auf Touren

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Sonntag 5. Dezember 2010

Höllenstein
Sulzer Höhe - Höllenstein - Seewiese - Kugelwiese - Perchtoldsdorf

 
Nachdem um 10:12 in Rodaun auch der letzte Teilnehmer in den Bus 255 eingestiegen war, rollten 16 Mann durch Kaltenleutgeben, der Sulzer Höhe entgegen. Eine stolze Zahl, wenn auch bei weitem nicht das Maximum an „Schneewanderern“. Da führt in den letzten Jahren der Guglzipf mit 22.
 
Beim Aussteigen um 10:32 (491m) wurden Erik, Florian, Frankie, Friedrich, Joachim, Josef, Martin, Michael, Peter, Rainer, Roland, Ronny, Thomas, Werner, Werner und Wolfgang von Sonne und einer kleinen Maus begrüßt.  Die Maus verschwand hinter  einem Schneehaufen und die Sonne nach einiger Zeit hinter den Wolken. Lange Beratungen waren unnötig, denn Peter kannte sich hier ja so was von aus.
 
Auch die Diskussion im Bus zwischen Peter und Rainer, wer denn als letzter gehen dürfe, damit die anderen eine schöne, breite Spur treten konnten, erwies sich als unnötig.  Die Spur war schon da, wenn auch nicht von Autobahnbreite.
 
All diese positiven Voraussetzungen ließen uns nach etwa 30 Minuten den „schöneren“ Weg nehmen, der nicht durch den Wald führte und praktisch um keine Minute länger dauerte. Abgesehen von einer 2 Meter langen Lichtung oberhalb einer Wiese, war es aber doch ein Waldweg. Wir werteten diesen Lapsus als obligaten Irrweg, um größeren Kalamitäten aus dem Weg zu gehen.
 
Nach etwa 1 Stunde um 11:30 landeten wir bei einem Stützpunkt der Bergrettung am oberen Ende einer großen Wiese und wurden mit Tee und (auf Wunsch) Schnaps gelabt. Nicht allen war das recht, aber einmal ganz ehrlich: dieser Schneebergblick lohnte doch einige Feierminuten (es waren 20). Und Erwärmung tat gut bei -6,5° C. Kurz danach passierten wir die Norwegerwiese. Um Verwechslungen zu vermeiden: es gibt im Umfeld von Wien deren zwei. Eine in der Gegend von Weidling (der Name soll an einen toten Norweger erinnern) und eben  “unsere“.
http://derstandard.at/1259281225381/Von-Huette-zu-Huette-von-Warte-zu-Warte
Der Lift war jedenfalls nicht in Betrieb!  Wir konnten also keine Skikünste begutachten und marschierten weiter zum Höllenstein (12:15; 645m). http://de.wikipedia.org/wiki/Höllenstein_(Wienerwald)
Auch hier gab es wieder ausgezeichnete Fernsicht bis zum Schneeberg. Die Idee gleich einzukehren, wurde verworfen. Wir hatten nicht einmal die Hälfte unseres Pensums erfüllt und die  Dämmerung kam ja schon gegen 16:00 Uhr.
 
Der weitere Weg war eine leicht zu begehende und geräumte Forststrasse. Flott unterwegs, schafften wir  trotz  Fotohalts für ein Gruppenbild  die Strecke zur Seewiese in 35 Minuten. Einmal dermaßen in Schuss zogen wir auch hier vorbei. Nicht ohne Bemerkungen von den Jausenspaziergängern. „Wea san denn die?“. „wo kumman denn de hea?“. Im Umfeld von Wien ist es offensichtlich ganz einfach, ein wenig aufzufallen. Da braucht man keine Federboa; es reicht ein Rucksack und schneller Schritt.
 
Aber um 13:15 ließen wir uns die Gaststube beim Salzstangelwirt auf der Kugelwiese (519m) nicht entgehen. Fein verstreut auf 3 Tische hatten wir unser verdientes  Mittagessen. Es gab Hühnersuppe, Gulaschsuppe, Holzhackersuppe, Grammelknödel, Schweinsbraten, Brathuhn, Erdäpfelgulasch, Szegediner Krautfleisch und Selbstbedienung. Getränke und Süßes sowieso. Ein riesiger Kachelofen sorgte für wohlige Wärme. Draußen  hatte es -4,7° C. http://www.kugelwiese.at/

Um 14:15 rissen wir uns los und wanderten über die Hinteren Föhrenberge Richtung Perchtoldsdorf. Es waren viele Rodler unterwegs, die wir lautstark anfeuerten und teilweise auch anschoben, damit sie etwas Fahrt bekamen. Das letzte Stück führte über einen Waldweg, welcher in den Weinbergen endete. Perchtoldsdorf hatte uns um 15:20 und es begann die Suche nach einem offenen Heurigen. „Drexler-Leeb“ war der erste und wir fielen 13 Mann hoch ein. 3 hatten sich schon vorher Richtung Rodaun verabschiedet.
 
Da hielten wir es locker über ein Stünderl bei Heurigem, Glühwein, Apfelsaft usw. aus.
Einige hatten ihre Autos in Liesing und verabschiedeten sich. Der Rest zog  nach Rodaun zur Endstelle des 60ers.
 
Es war eine angenehme Winterwanderung. Fehlende Schwierigkeiten ließen Raum für tiefgründige Erörterungen:
 
„kein Problem, ich kenn mich hier aus“ „wann warst du zuletzt hier?“ „vor 20 Jahren“   -   „gehst de mit ins Kino?“   -    „das Quittengelee stockt nicht richtig; ich muss es noch einmal aufkochen“   -   eine Liebe in Landshut   -   überzüchtete Modehunde aus den 20er Jahren, die etwas flachgedrückt wirken   -   die Skiwoche zu Aich und die nette Oma des Quartiergebers   -   „wollte dich schon anrufen, ob de mit ins Kino gehst“   -   „wenn du einmal verschüttet wirst, finden sie dich auch ohne Piepserl“   -   „du sprichst heute so wenig Substantielles“   -   „nein du verstehst nicht was ein Heuriger ist! Man muss ihn suchen“   -   sündiges Treiben von Männlein und Weiblein auf der Liegeweise des Stadionbades; „hast du das kontrolliert?“, „Nein“, „Entschuldige, warum schicke ich dich dann hin?“   -   „da musst du nach Ventimiglia fahren“ (es ging im die coole teilbare Brille von Werner)   -   „wirst du wieder in deinem roten Dirndl auftreten?“ „Nein, das war doch das von der Oma!“   -   Haltbarkeit von Christstollen: „nicht zuckern, sonst wird er ranzig!“   -   „ich heiße Joachim und nicht Achim!“ „lass ihn doch, sonst fängt er wieder mit Joachim an!“   -   „Pensionisten haben nie Zeit und wenn sie noch dazu arbeiten, schon gar nicht!“   -   gut essen im Rebhuhn, im Narrischen Kastanienbaum, in Gelbmanns Gaststube und die Stelzen im Salm Bräu   -    etc. etc.
 Die Diskussionen beim Gruppenbild können nicht nachvollzogen werden, denn es quatschten alle gleichzeitig! Und wie immer, waren auch diesmal die Schmeichler in der Minderheit.
 
Der Sportfaktor ist dank Joachims GPS so etwas von leicht zu definieren, wenngleich  man über die Höhenangaben streiten könnte, denn sowohl beim Höllenstein, als auch bei Perchtoldsdorf zieht Google etwa 10 Meter ab. Möglicherweise hängt das mit der Adria Null zusammen.   http://www.ihr-geometer.at/ratgeber/faq/adrianull.html

Egal:  
Weglänge 12,6 km
Bergauf: ca. 190 m
Bergab:  ca. 380 m
Reine Gehzeit:        etwa 3 Stunden 20 Minuten

Für Kondition, Haut und Gemüt war es sicher ein Gewinn. Mit dem Muskelzuwachs werden wir kaum jemand in die Flucht schlagen können! 


Weitere Tourenberichte und Bilder können über die Chronik aufgerufen werden.

 

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