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Männer auf Touren

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Sonntag 6. Dezember 2015

Harzberg
Bad Vöslau - Helenenhöhe - Reibsandhöhlen - Sandgrube - Vöslauer Hütte - Jubiläumswarte - Bad Vöslau

  Alois, Alfonso, Christian, Frankie, Martin, Thomas, Werner, Werner und Wolfgang erreichten Bad Vöslau (276m) mit dem Regionalzug um 09:28. Quer durch das Städtchen ging es bis in die Lange Gasse, wo ein Fußweg zur Helenenhöhe abzweigte. Von der Aussicht auf der Helenenhöhe (320m) hatte man an diesem Tag nicht viel, denn Nebel verhängte die Sicht. Die Wegweiser des Geolehrpfads bestimmten die weitere Richtung. An den Schautafeln der verschiedenen Stationen konnte man etwas über die Entstehung der lokalen Gesteine erfahren und in der Phantasie konnte man die Föhren im Nebel eines Dezembertages gegen die Palmen eines tropischen Sandstrandes austauschen, den es vor Millionen von Jahren hier gegeben hatte. Recht beeindruckend waren die Reibsandhöhlen, allen voran der "Wilde Ofen" mit seiner großen Felshalle. Die Warnung vor dem Betreten war gewiss nicht unberechtigt, denn das Gestein sah bröselig aus, aber die Versuchung war zu groß und nachdem einer den Anfang machte, wagten sich schließlich alle in die imposante Höhle, die durch einen anderen Eingang wieder verlassen werden konnte. Um zurück auf den Weg zu kommen, musste man über ein paar Felsstufen abklettern und die Männer übertrafen einander an Eleganz bei der Bewältigung dieser Hürde. Weiter ging es zur Sandgrube, einem aufgelassenen Steinbruch, in dem früher Dolomitsand abgebaut wurde. Ein Aussichtspunkt am südlichen Ende vermittelte trotz oder gerade wegen des Wetters ein eindrucksvolles Bild, da der Abgrund wie bei einem rauchenden Vulkankrater im Nebel verschwand.

Nach der Karte hätte man nun einfach dem Weg weiter folgen sollen, um zur Vöslauer Hütte (489m) zu gelangen. Dabei wurde wohl eine Abzweigung übersehen, denn der Weg führte zu ein paar Gebäuden mit dem Atemschutzzentrum des Bezirks Baden. Daneben gab es eine weitere Höhle mit einem mächtigen Eingangsgewölbe, drinnen verlief sich ein endloser Stollen in der Dunkelheit. Ansonsten gab es nur einen weiterführenden Weg und der führte zu nichts. Unterwegs kam man an rechteckigen Umrandungen aus aufgeschlichteten Steinen vorbei, in denen zwei aus Ästen und Laub geflochtene Tierfiguren Rätsel aufgaben, mit welchen Bräuchen und Riten man es hier zu tun hatte. ("Dafür, dass wir im Kreis gehen, sehen wir immer wieder interessante Dinge.") An einer Wiese mit einer Gruppe geringelter Bäume endete der Weg. Ringsum erhoben sich im Nebel schemenhaft erkennbare Anhöhen, was auf die Möglichkeit hindeutete, dass man sich inmitten des Steinbruchs befand. Zum Glück hatte Wolfgangs Handy eine Kompassfunktion, die man aktivierte, indem man mit dem Handy achterförmige Bewegungen in der Luft ausführte. Das sah mehr nach Magie als nach Technik aus, funktionierte aber und so konnte man erkennen, dass man eigentlich in der falschen Richtung unterwegs war. Also zurück. In der Dramaturgie eines Horrorfilms wäre nun der richtige Moment gewesen, Godzilla oder sonst ein Monster aus dem Höhleneingang treten zu lassen. Nachdem nichts derartiges geschah, konnten die Männer auf Touren zwischen den Gebäuden ein unscheinbares Weglein entdecken und so dem Steinbruch entkommen. Das Weglein mündete in einen breiteren Weg, der gelb-blau markiert war, und irgendwann gab es einen erlösenden Wegweiser mit der Aufschrift "Vöslauerhütte". Bis zur Hütte war es noch eine Dreiviertelstunde zu gehen.

Der Wirt hatte bei der telefonischen Anmeldung zu einem frühen Eintreffen geraten, da er aufgrund von Anmeldungen voll sei. 11:45 Uhr erwies sich als früh genug, denn es waren noch einige Tische frei und die neun Männer zwängten sich unter etwas beengten Verhältnissen alle zusammen an einen Tisch. Brechend voll wurde das Lokal aber auch später nicht, da hatten aufgrund des Nebels wohl einige die Lust auf einen Ausflug verloren. Die Bedienung war freundlich, die Küche flott und das Essen schmeckte ausgezeichnet. Nach dem vollen Programm mit Suppe, Hauptspeise, Nachspeise und Kaffee konnte man schon um 13:15 wieder aufbrechen.

Der Weg zur Jubiläumswarte (466m) am Harzberg dauerte eine Stunde und verlief fast durchgehend durch Wald ohne heftige Steigungen. Christian erklomm die Warte, die anderen verzichteten darauf, da die Aussicht oben nicht besser sein würde als unten. Das Kängurugehege interessierte hingegen alle sehr, denn Kängurus sind in Österreich weniger häufig anzutreffen als vielfach vermutet. In einen großen Freigehege hockten vier Kängurus im Nebel, gelegentlich hüpfte eines ein Stück weiter. Die Sorge, die Tiere könnten sich bei dem Wetter verkühlen, dürfte unbegründet sein, denn laut Homepage handelt es sich um tasmanische Kängurus, die sich bei Kälte durchaus wohl fühlen. Auf eine Einkehr im Schutzhaus wurde verzichtet, dafür gab es eine halbe Stunde später unten in Bad Vöslau noch einen Besuch in einer Konditorei und anschließend Punsch oder Glühwein am Weihnachtsmarkt, wo dem zum Verkauf angebotenen Krimskrams weniger Aufmerksamkeit geschenkt wurde als attraktiven Männern unter den Besuchern. Bei Einbruch der Dunkelheit ging es zum Bahnhof. Gesamt etwa 12km Streckenlänge, 300 Höhenmeter, 3½ Stunden Gehzeit.

 

Weitere Tourenberichte und Bilder können über die Chronik aufgerufen werden.

 

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