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Männer auf Touren

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Sonntag, 8. September 2013

Kuhschneeberg
Hst. Singerin - Schnellerwagsteig - Kuhschneeberg - Fadenweg - Edelweißhütte - Dürre Leiten - Losenheim


weitere Fotos im
Album von Roland

  Zur Expedition auf den wilden Kuhschneeberg trafen sich Alois, Frankie, Gerd, Helmut mit Emmi, Manu und Roland um 07:20 im Bahnhof Wien Meidling. Das Wetter sah gut aus und die Fahrt mit REX, Regionalzug und Bus bis zur Haltestelle Singerin im Höllental (575m) verlief ohne nennenswerte Verspätungen. Der Gasthof zur Singerin hatte schon vor Jahren zugesperrt. Ebenfalls seit Jahren gesperrt war der Schnellerwagsteig auf den Kuhschneeberg, aber begehen konnte man ihn trotzdem. Der Einstieg war dezent im Grünzeug verborgen, im weiteren Verlauf gab es aber kaum Orientierungsprobleme und auch sonst keine Hindernisse. Ein steiler Steig führte durch den Wald bergauf und an zwei, drei Stellen gab es recht schöne Aussichtspunkte, wobei der Blick vor allem in das Tal von Nasswald fiel, mit dem markanten Großen Sonnleitstein an dessen Ende. Hochliegende Wolken sorgten für wechselnde Lichtverhältnisse, so als würde da oben jemand ständig am Dimmer drehen. Die Temperatur war angenehm, der lebhafte Südwind kam im Aufstieg gerade recht. Im Wald herrschte völlige Stille, sofern nicht gerade eine Motorradkolonne unten durchs Höllental fuhr.

Nach zwei Stunden Aufstieg wurde bei den Resten einer alten Holzhütte das Plateau auf einer Höhe von etwa 1280m erreicht. Der Trümmerhaufen bot keine angenehmen Sitzgelegenheiten, zumal überall Nägel rausschauten. Daher wurden Pausenwünsche vorerst zurückgestellt und nach Sammeln der Gruppe und einem Schluck Wasser ging es weiter Richtung Nordost. Der offiziell markierte Wanderweg über den Kuhschneeberg war selbst mit gutem Kartenmaterial nur teilweise verfolgbar. Ansonsten musste man auf Forststraßen ausweichen, die auch nicht alle auf der Karte verzeichnet waren. Die Männer auf Touren sehnten sich nach einer Mittagspause und griffen unterwegs nach Silberdisteln, seltenen Walderdbeeren und halbreifen Himbeeren. Zwar gab es mitunter interessante Ansichten des Hochschneebergs, der aus dieser Perspektive wie ein Grasmugel aussah, aber ein schöner Rastplatz war nicht so leicht zu finden. Beim Saukogel ging sowohl die spärliche Wegmarkierung wie die Kartenorientierung komplett verloren, man wählte nach Gutdünken den einen oder anderen Weg, kreuzte quer durchs Gelände und landete irgendwie auf einer Almwiese, auf der zwar keine Kühe zu sehen waren, frischer Dung aber deren kürzliche Anwesenheit verriet. Nachdem die Orientierung halbwegs wieder hergestellt war, wurde Pause auf einer Wiese ohne Kuhdung gemacht, zwar gänzlich ohne Aussicht, aber wenigstens mit halbwegs gemütlichen Sitzegelegenheiten im weichen Gras oder auf einem großen Baumstumpf. Höhe ca. 1460m, Pause von 12:35 bis 12:50.

Für den Weiterweg gab es eine konventionelle und eine abenteuerliche Variante, nämlich am (un)markierten Wanderweg oder weglos am Nordabbruch entlang über Laudonkogel und Rötlingstein. Helmut hatte sich in Rücksicht auf Emmi, die vom Aufstieg etwas mitgenommen war, eigentlich für die konventionell Variante entschieden, aber nachdem beide Varianten nach 100 Metern zum gleichen Punkt führten, stolperten schließlich alle über Stock und Stein am Nordabbruch entlang östlich. Ernsthafte Hürden gab es eigentlich nicht, man musste halt pausenlos stehenden oder liegenden Bäumen ausweichen. Aussichten gab es leider auch nur ansatzweise an wenigen lichten Stellen im Wald, außerdem war es diesig und um Fernsicht war es schlecht bestellt. Eine Anhöhe mit einem rot bemalten Vermessungsstein wurde überwunden, bei der es sich um den Laudonkogel (1522m) gehandelt haben könnte. Eine zweite, möglicherweise der Rötlingstein (1532m), wurde knapp unterhalb des bewaldeten Gipfels umgangen, wobei man sich nun südlich wandte und über einen frisch geschlägerten Hang bergab auf einen Forstweg stieß. Diesem folgend gelangte man auf eine breitere Forststraße. In der irrigen Annahme, dies sei bereits die Kreuzung Richtung Almgatterl, wandte man sich nach links. Der Weg führte auch in die richtige Richtung und man sah bereits das Almröserlhaus und die Putzwiese in 2 Kilometer Entfernung, nur tat sich dazwischen ein Abgrund auf und die Forststraße endete an einem Wendeplatz. Also zurück und noch einmal zwei Kilometer in die Gegenrichtung, dort stieß man endlich auf ein paar Häuser, Autos, Menschen und den richtigen Weg zur Edelweißhütte, der noch einmal eine Stunde dauerte.

Ankunft um 15 Uhr, und somit trotz kreativer Wegfindung nur eine halbe Stunde hinter dem Zeitplan. Zu essen gab es außer Suppen und Linsen mit Knödel nichts mehr, sogar das Brot war ausgegangen. Leider hatte die Tourenorganisation den Termin nicht mit dem lokalen Veranstaltungskalender abgestimmt, denn das traditionelle Almblasen fand erst in einer Woche statt. Schade, denn für die Teilnahme wären die Männer auf Touren sicher qualifiziert gewesen. Irgendwelche stechenden Insekten belästigten die Sitzenden. So fiel es nicht schwer, die Rast kurz zu halten und nach einer knappen ¾ Stunde aufzubrechen. Helmut und Emmi fuhren mit der Seilbahn bergab, die anderen gingen über die Dürre Leiten nach Losenheim. Das war ein recht nettes Wegerl mit Wald, Felsen, Farn, Moos und zwei, drei Aussichtspunkten Richtung Mamauwiese, Schober und Öhler. Um 16:55 war die Talstation des Sessellifts erreicht, um 17:15 kam der Bus.

Es war eine schöne Wanderung bei angenehmen Wetterbedingungen, aber landschaftlich hat der Kuhschneeberg außer Wald, Wald und noch mehr Wald nicht allzu viel zu bieten. Gerds GPS ging unterwegs der Saft aus, aus der Karte ergeben sich 15 Kilometer Streckenlänge und 1000 Höhenmeter. Gehzeit abzüglich Pausen 6 Stunden.


Weitere Tourenberichte und Bilder können über die Chronik aufgerufen werden.

 

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