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Sonntag, 10. Februar 2013

Kulmriegel
Grimmenstein - Kulmriegel - Eben - Hochegg - Grimmenstein

  Zur Einstimmung ein kleines Briefing. Die Bezeichnung Kulm kann sowohl vom Slawischen chlm wie auch dem lateinischen culmen abgeleitet werden und bezieht sich auf die – je nach Aussichtspunkt – kegelförmige, markante Form des Berges. Zu Riegel fällt Wikipedia nichts ein. Abgesehen von Türschlössern und Schokostangerln. Bei intensiverer Nachforschung kann man allerdings die Begriffe Bergrücken oder Bergkamm ableiten. Der Kulm ist somit sowohl ein Kegel, als auch ein Kamm. Denkt was ihr wollt.

Trotz dieser unklaren Angaben und doch eher bescheidenem Wanderwetter fanden sich um 07:20 Alfred, Alois, Frankie, Gerd, Igo, Rainer, Werner, Werner und Wolfgang in der Kassenhalle des Bahnhofes Meidling ein. Mutig entschlossen kaufte Frankie trotzdem Tickets für 10, was sehr weise war, denn Manu stürmte noch knapp vor Abfahrt in den Zug. Abfahrt um 7:20 und Ankunft in Grimmenstein (405m) um 08:21. Da schälte sich gerade Karl aus seinem Auto! Wir waren 11! Um ein Haar hätten wir die 13 erreicht, aber Martin und Ronny kamen zwar pünktlich in Wien an, doch spielte die U6 nicht mit! Sie verpassten uns leider. Schade, denn sie mussten dafür zeitig aus den Federn und wir hätten sie alle gerne dabei gehabt. Ob die quirlige Dolly auch mit gewesen wäre, ist nicht überliefert.

Die Witterung konnte unter „unwirtlich“ eingereiht werden und im offenen Tal blies unangenehmer Wind. Gegenüber vom Bahnhof gleich ein Lokal, das schon am Morgen ekligen Fettgeruch verbreitete und nach einem Boxenstopp (Bankomat) zogen wir auf einer Ortsstraße Richtung Anstieg. Da haute es gleich einmal einige ordentlich hin, was der Veranstaltung schon zu Beginn einen sportlich-zünftigen Charakter gab.

Der Aufstieg verlief durch den Wald; hier konnte der Wind nicht so zuschlagen und es war angenehmer. Es hatte genügend geschneit um den Weg etwas mühsam zu gestalten, aber nicht genug um den Lärm der Autobahn zu schlucken. Er verfolgte uns lange. Um 9:25 Rast bei der Hubertuskapelle, nicht um zu beten, sondern zum Auftanken von Energie! Wenn übrigens Der Standard meint „…verläuft auf einem sogenannten Entweg. Entwege, die man nur aus dieser Gegend kennt, folgen über lange Strecken der Höhenschichtlinie, weisen daher so gut wie keine Steigungen auf. .“, kann ich das persönlich nicht voll unterstreichen. Aber den Anstieg bis zur Kulmriegelspitze (758m) machten alle mit. Es war etwa 10:00 als wir uns in der Burgruine Grimmenstein zum Gruppenfoto aufstellten. Drei verfallene Ziegelwände laden nicht zum Verweilen ein, also stiegen wir wieder ab und zogen über Eben (11:00 ca. 680m) dem Napf entgegen. Das zog sich etwas und einmal spürten wir sogar die angekündigten fallweisen und stürmischen Nordwinde. Doch das war nur auf einem kurzen Bergkamm. Die Stätte der Labung in Hochegg (781m) erreichten wir um 12:15. Frankie hatte im „Gasthof zu Linde“ reserviert. Das Lokal hatte einen Hauch von „neorustikal“, war aber gemütlich und bot sehr gute Küche. Einzige Beanstandung: es dauerte ewig, bis wir überhaupt Speisekarten hatten. Das kommt davon, wenn man knapp nach dem Mittagsläuten bei Tisch sitzt. Beim Zahlen setzte sich die Kellnerin, worauf Werner meinte, er hätte nur einen halben Sessel, was sie mit „aber ich habe einen großen Arsch“ quittierte. Also eine zünftige Hütte.

Knapp nach 14:30 Abmarsch. Eine Kellnerin meinte, sie würde es bei normalem Wetter in einer halben Stunde schaffen. Davon konnte keine Rede sein, denn wir brauchten eine gute Stunde und hätte der Zug nicht Verspätung gehabten, wären zumindest einige zurück geblieben. Schwein gehabt. Statt um 15:34 kam er erst um ca. 15:40 und war schon von Aspang voll. Der Schaffner meinte, weiter hinten wären noch Plätze zum „Umesetz’n“ , einige wollten sich aber eher „umeleg’n“, und er belehrte uns, dass der Schlafwagen erst im nächsten Zug wäre. Das war ein bescheidenes Problem, denn der Zug war von der schnellen Brigade und hatte nur einen Halt bis Wiener Neustadt. Das Umsteigen war problemlos, denn wir mussten nur den Bahnsteig überqueren und knapp vor 17:00 waren wir in Meidling.

Für das körperliche Wohlbefínden wurden in etwa 4h 30min (Pausen abgezogen) 14km und mehr als 550 Höhenmeter überwunden. Schlecht?

Und vielleicht konnte jeder neue Erkenntnisse mitnehmen: die Wichtigkeit guter Beratung bei Sportausrüstern - bei Interspar gibt es auch brauchbare Wanderausrüstung - „ist die Schaffnerin aus Österreich? Sie spricht so zackig!“ - katholische Klöster in den USA - „warst Du schon einmal auf einem Ball in Deutschland? Da haben sie einen Saal voller Tische und Bänke und eine winzige Tanzfläche“ - „wo ist das Klo?“ „Geradeaus!“ „Hast du ein Navi mit?“ - in Linz gab es eine Ausstellung über Männerbärte und auch eine zum Thema Schwimmreifen (Mehlspeisen wurden trotzdem bestellt) - „ich hab heuer noch keinen Krapfen gegessen“ „ich schon, unsere polnische Bedienerin hat welche gebracht, aber nicht die in der Plastikverpackung“ „die besten hat der Groissböck“ „der war im Fernsehen“ - „ich mag es nicht, wenn der Salat schwimmt“ „genau das habe ich aber gerne!“ „ich bevorzuge Joghurtdressing mit Knoblauch, und Zitrone neutralisiert die Nitrate“ - „Speck anschwitzen, Zwiebel mitrösten, geschnittenen Radicchio kurz mitbraten und dann gekochte Spaghetti. Fertig!“ - die akustischen Vorteile eines Hohlraumes oder Schwimmbeckens unter dem Fußboden am Beispiel Musikverein und Sophiensäle - „Cafe Electric“ mit der Dietrich; „James Bond“ mit George Lazenby und Diana Rigg und „Das Böse unter der Sonne“ mit der Stehschwimmvorführung vom Ustinov - „die katholischen Priester haben Laden im Hirn, geordnet von Kleinkind bis Uni-Professor, und je nachdem wer eine Frage stellt, machen sie eine auf und geben die Antwort“ - die neue Grammatik der Wiener Linien „umsteigen zu….Regionalzüge“ - „was heißt Reh auf Englisch?“ (roe oder roe deer, aber einmal in der Pfanne ist es venison). Bei der Frage zur Herkunft des Begriffes Teebutter, sei auf www.ostarrichi.org/wort-7033-at-Teebutter.html verwiesen.


 

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