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Männer auf Touren

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Sonntag, 14. Dezember 2014

Waxenberg
Paudorf - Adalbertrast - Sieben Marksteine - Waxenberg - Kleinwien

Weitere Fotos in
Rolands Fotoalbum

Das Gruppenwachstum erfolgte schubweise: Erst versammelten sich Axel, Frankie, Friedrich und Roland vor dem Franz Josef Bahnhof, Alois, Igo, Roland und Werner in der Kassenhalle, im REX von Wien nach Krems stieß ein weiterer Werner dazu und am Bahnhof in Paudorf warteten Alfonso, Markus, Martin, Ronny und Simon, die auf verschiedenen Wegen angereist waren. Somit machten sich 14 Männer auf Touren um 10:15 von Paudorf (257m) auf den Weg in den nördlichen Dunkelsteiner Wald.

Der Waxenberg, den man sonst von hier schön gesehen hätte, lag im Nebel versteckt und die Aussicht beschränkte sich auf Nebelwald, was aber auch einen gewissen Reiz hatte. Nach einer guten halben Stunde Gehzeit war schon das erste Ziel, die Adalbertrast (ca. 380m), erreicht. Hier hatte Prälat Adalbert Dungel 1880 das einzige Vorkommen von Mammutbäumen in Österreich gepflanzt. In Anbetracht der Lebenszeit der Bäume (einige tausend Jahre) hatte man es immer noch mit Jungpflanzen zu tun. Für Baumliebhaber gab es daneben noch ein abgezäuntes Areal mit allerlei exotischen Bäumen aus aller Herren Länder - für botanische Banausen unterschied es sich wenig vom Wald ringsum. Weiter ging es auf Forststraßen in Richtung Südwest, mal aufsteigend, mal absteigen. Der Wald hier war zwar nicht exotisch, aufgrund des Wechsels von Laub- und Nadelbäumen in Kombination mit Lichtungen aber abwechlungsreich und keineswegs düster. Zeitweise schimmerte die Sonne durch den Nebel. Eine große Herde gehörnter Tiere kreuzte zweimal den Weg der Wandergruppe und wurde von Wildexperten als Mufflons identifiziert.

Beim nächsten Ziel, den Sieben Marksteinen, handelte es sich um eine interessante Steinformation unbekannten Zwecks - entweder Grenzsteine (warum dann so viele an einer Stelle?) oder um etwas mystisch-keltisches. Jedenfalls waren es weit mehr als sieben Steine. Markus als Kenner der Gegend behauptete überhaupt, es seien die falschen Sieben Marksteine, die richtigen seien irgendwo im Wald versteckt und sehr schwer zu finden. Wie auch immer, als Kulisse für ein Gruppenfoto (und als Standplatz für die Kamera) eigneten sich die Steine sehr gut.

Der Weiterweg am Kremsersteig war von Wildschweinen arg durchwühlt und stellenweise matschig, problematische Stellen konnten jedoch umgangen werden. Auf bequemen Forststraßen ging es bergab Richtung Kohlgraben, dann wieder bergauf Richtung Heugraben. An der Kreuzung auf Höhe 378m hätte man schon in einem weiten Bogen den Weg zum Waxenberg einschlagen können - was bei späterer Betrachtung besser gewesen wäre. Jedoch zog man die anscheinend kürzere Variante bei der nächsten Abzweigung vor. Diese führe in den Schlamm. Genauer gesagt: der Weg selbst war mehr Tümpel als Weg und aufgrund von Gelände und Bewuchs kaum zu umgehen. Intensive Beratungen waren die Folge, aber nachdem es die ersten ans andere Ende geschafft hatten, ohne wesentlich tiefer als bis zu den Knöcheln einzusinken, wagten sich die meisten hindurch. Nur zwei verweigen die Sumpfpassage und verzichten auf den Waxenberg. Sie gingen stattdessen zurück nach Paudorf und von dort nach Kleinwien.

Nach der Senke konnten die verbliebenen zwölf sich trockener Wegverhältnisse erfreuen, ganz ohne Komplikationen verlief der Aufstieg dennoch nicht. Zugunsten eines direkt berauf führenden Fußpfads wurde der Forstweg verlassen, in der Annahme, eh gleich oben zu sein. Der Fußpfad verlief sich jedoch und der Aufstieg erfolgte im Endeffekt großteils weglos, da die einzige Forststaße, die man unterwegs kreuzte, eher um den Berg herum zu führen schien. Nennenswerte Schwierigkeiten gab es jedoch keine und um 12:45 standen alle am Waxenberg (500m) - ein sehr schöner, verträumter Platz mit Gipfelkreuz, Gipfelbuch und Rastbank. Die Höhe entsprach ungefähr der Nebelobergrenze und der Wechsel zwischen Nebelschwaden und Sonnenschein sorgte für zauberhafte Lichtstimmungen. Aussicht nach unten gab es freilich kaum und das gegenüber liegende Stift Göttweig blieb im Nebel verborgen. Zur anderen Seite hin zeigte sich nur die höher gelegene Hügelkette des Dunkelsteiner Waldes.

Nach einer viertelstündigen Rast und einem weiteren Gruppenfoto ging es an den Abstieg nach Kleinwien. Ähnlich wie beim Aufstieg gab es auch hier anfangs einen Fußpfad, der dann irgendwann nicht mehr sichtbar war, wozu sicher das viele Laub beitrug, das Spuren sehr schnell verdeckte. Nach den ersten hundert Höhenmetern gab es die Wahl, einem gut gangbar scheinenden Rücken in Ostrichtung zu folgen oder auf einer Andeutung von Weg in die Flanke nach Norden abzuschwenken. Die Mehrheit war für den Weg und er erwies sich auch als richtig. In weiterer Folge wurden sogar Markierungen entdeckt, nämlich Farbtupfen an den Bäumen, wobei die Farbe (rot, blau oder grün) keinerlei Systematik und Bedeutung aufzuweisen schien. Jedenfalls ging es in Serpentinen relativ bequem bergab und der Weg endete genau bei der Kirche von Kleinwien (250m), besser hätte man es gar nicht treffen können. Unten warteten die beiden Schlammverweigerer, die schon vor einer Dreiviertelstunde eingetroffen waren. Markus verabschiedete sich, da er hier in der Gegend wohnte und zu Hause billiger essen konnte als im Schickh.

Was auch immer die Existenz eines Haubenlokals in Kleinwien begründet, ein anderes stand nicht zur Wahl. Die Preise auf der Speisekarte sorgten für gemischte Reaktionen - von Entsetzen bis Schulterzucken. Am Schluss überwog aber die Zufriedenheit, denn das Essen war gut und das Personal tüchtig und sehr freundlich. Im Preis inbegriffen war auch der Schuhputzapparat am Herren-WC, wo man die versauten Schuhe bürsten konnte.

Der als Option eingeplante Aufstieg zum Stift Göttweig entfiel aufgrund der kurzen Tageslänge. Man hätte es kaum vor Einbruch der Dunkelheit wieder nach unten geschafft. Daher waren nach der Einkehr nur noch die paar Meter zur Haltestelle Kleinwien zu gehen. Der größte Teil der Gruppe nahm den Zug um 15:47 Richtung Krems und Wien, Werner fuhr um 16:10 Richtung St. Pölten und Linz, Alfonso, Martin, Ronny und Simon waren mit Auto unterwegs bzw. werden abgeholt.

Gesamt ca. 9km, 400 Höhenmeter, 2¾ Stunden Gehzeit.

 

Weitere Tourenberichte und Bilder können über die Chronik aufgerufen werden.

 

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