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Männer auf Touren

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15. - 16. August 2009

Reisalpe - Klosteralpe
St. Veit an der Gölsen - Ebenwaldhöhe - Hochstaff - Reisalpe -
Klosteralpe - Wasserfallsteig - Lilienfeld

  Teilnehmer: Alois, Dietmar, Frankie, Igo, Roland, Thomas, Thomas, Wolfgang

Acht mehr oder weniger ausgeschlafene Tourenmänner trafen sich zu früher Stunde im "Radexpress Donau", der ab Hütteldorf nonstop nach St. Pölten brauste. Nach zweimaligem Umsteigen erreichten wir um 10:17 St. Veit an der Gölsen. Ein freundlicher St. Veiter begleitet uns vom Bahnhof durch den Ort, am Feuerwehrfest an der Gölsen vorbei, um uns den Ausgangspunkt unserer Wanderung zu zeigen. Gerne hätte er uns bis zur Reisalpe begleitet, aber Pflichten hielten ihn ab. Weiter ging es auf einer kleinen Asphaltstraße in das Wobachtal hinein. Zum Glück fuhren hier nur selten Autos. Ein nicht genauer identifizierter Raubvogel kreiste hoch oben am Himmel über uns. Ganz stimmte die Karte mit den Wegmarkierungen nicht überein und wir machten ein paar ungeplante Umwege. Die erste größere Ratlosigkeit stellte sich ein Stück nach dem Sengenebenberg ein. Wo waren wir überhaupt und sollten wir nach rechts oder links oder doch in der Wiese am Kuhzaun entlang? Der Kuhzaun war richtig, denn kurz darauf eröffnete sich der Blick auf die Ebenwaldhöhe. Nun konnte man schon anfangen zu raten, welche der Anhöhen gegenüber das Ziel darstellte.

Dem Tipp des St. Veiters folgend, peilten wir als erste anständige Rast die Kleinzeller Hinteralm an. Am Weg dorthin teilte sich die Gruppe: Dietmar, Igo und Frankie machten sich auf unmarkierten Wegen an die Überschreitung des Hochstaff (1305m) inklusive Eintrag im Gipfelbuch und Gipfelfoto, der Rest machte einen Bogen darum herum. Auf den Gastbänken der idyllischen Kleinzeller Hinteralm traf man sich wieder. Leider waren bis zum Eintreffen der Hochstaffler alle Mehlspeisen verputzt. Igo ergatterte noch ein kleines Reststück Mohnschnitte als Kostprobe. Andere trösteten sich mit ansehnlichen Fleischbroten. Danach ging es noch eine Dreiviertelstunde steil hinauf auf die Reisalpe (1399m). Ankunft etwa um 17 Uhr. Herrliche Rundsicht beim Gipfelkreuz. Ötscher, Schneeberg, Rax, Schneealpe, Gippel und Göller werden identifiziert, die Tiefenwirkung der Abfolge von Bergketten nach allen Seiten bewundert. Wir posierten für das Gruppenfoto, danach wurde die Hütte in Beschlag genommen. Außer uns war nur ein Pärchen da, später kam noch eine kleine Familie dazu.

Im warmen Schein der Abendsonne und bei einem angenehmen Lüfterl nahmen wir auf der Terrasse Platz. Mit dem, was es am "Essenloch" und am "Trinkenloch" zu holen gab, waren alle hoch zufrieden. Als die Sonne tiefer sank, wurde es langsam kühler und wir wechselten in die Gaststube. Von dort erlebten wir einen Sonnenuntergang mit spektakulären Farben und Lichteffekten. Nicht alle machten vom Luxus einer warmen Dusche Gebrauch, zumal der Wirt schon besorgt wegen der beschränkten Wasservorräte war. Um 21 Uhr ging der erste schlafen, die anderen spielten noch ein Würfelspiel oder diskutierten über die Spielregeln. Sechs schliefen im komfortablen Lager mit Stockbetten, zwei im Zimmer. Roland machte die Beobachtung, dass immer, wenn er aufwachte, niemand schnarchte.

Am Morgen erwartete uns ein üppig gedeckter Frühstückstisch. Der Wirt mochte auf den ersten Blick etwas brummelig wirken, aber das Wohl seiner Gäste lag ihm wirklich am Herzen. Als er dann auch noch mit einer riesigen Eierspeispfanne auftauchte, waren wir uns einig, dass das Reisalpenhaus in der Hüttenbewertung die absolute Bestnote verdiente.

Der Sonntag bot das gleiche hochsommerliche Prachtwetter wie der Samstag. Strahlender Sonnenschein am Berg, unten in den Tälern lagen kleine Nebelseen. Abmarsch um 08:15, Abstieg südlich auf Forststraßen und Wegerln, dann nordwestlich auf einem schmalen Steig durch dichten Wald. An einer Quelle machten wir kurz Rast und füllten die Wasservorräte auf. Dann ging es aufwärts zur Klosteralpe. Am Weg dorthin begegneten uns deutlich mehr Kühe als Menschen.

Die Traisnerhütte erreichen wir um 11:15, kehren aber nicht ein. Dort waren nämlich ziemlich viele Menschen, da gerade ein Berglauf stattfand und die letzten der Teilnehmer unter Applaus eingelaufen kamen. Uns applaudierte niemand und wir gingen weiter zur Lilienfelder Hütte, wobei wir unterwegs Himbeeren naschten. Dort trafen wir zufällig ein paar Bekannte, die gerade eine Light-Variante unserer Tour absolvierten. Nachdem wir einen Platz unter den heiß begehrten Sonnenschirmen ergattert hatten, ließen wir uns das Essen gut schmecken, glichen den Flüssigkeitsverlust aus und plauderten mit der gut aufgelegten Kellnerin. Nun folgte der Abstieg nach Lilienfeld. Der Wasserfallsteig war ein schöner Abschluss der Tour. Danach ging es noch ein Stück der Straße entlang, wobei es zur Zerstreuung Becken mit Jungforellen zu besichtigten gab.

Da eineinhalb Stunden Zeit bis zum nächsten Zug blieb, wurde das Stift besichtigt und die Konditorei besucht. Abfahrt um 15:53. Die Limitierungen des Gruppentickets und die Zugverbindungen sorgten für Komplikationen. Ein paar beschlossen, den schnelleren IC zu nehmen und lösten im Zug Karten, was sich später als überflüssig erwies. Denn in St. Pölten stand unerwartet ein leicht verspäteter REX am Nachbargleis. Nach überstürzter Verabschiedung von Thomas & Thomas, von denen einer nach Innsbruck musste, gelange der Rest früher als erwartet nach Wien.

Die Wanderleistung war durchaus sportlich: 5 Stunden reine Gehzeit an jedem der beiden Tage, in Summe etwa 1500 Höhenmeter Aufstieg und ebensoviel Abstieg, für den Hochstaff noch 300 extra. Abgesehen von einem Wespenstich, einer oberflächlichen Aufschürfung und einigen (angeblich glückbringenden) Fehltritten in frische Kuhfladen verlief die Tour ohne Missgeschicke.

Frankie


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