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Sonntag 16. September 2012

Schöpfl-Radtour
Böheimkirchen - Kasten - Stössing - Laaben - Forsthof - Schöpfl -
St. Corona - Altenmarkt - Weissenbach - Berndorf - Großau - Bad Vöslau

  Alfred war schon am Vortag mit dem Fahrrad quer durch Niederösterreich nach Böheimkirchen gefahren und hatte dort übernachtet, Frankie traf kurz nach 10 Uhr am Bahnhof ein. Die 2-Mann-Truppe wurde durch den Rüden Shadow verstärkt, der in Alfreds Anhänger mitfuhr und auf Teilen der Strecke neben den Radfahrern hertrabte. Dabei zeigte er große Disziplin und hielt sich immer schön rechts.

Auf Radwegen führte die Fahrt von Böheimkirchen (247m) schön und angenehm durch das Michelbachtal nach Süden. Bei Furth wurde der Bach überquert und in Gwörth (295m) wurde schon um 11:15 Uhr eine Mittagspause im Gasthof Kübel eingelegt, da Alfred vom Frühstück mehr hungrig als satt geworden war. Ein Schnitzerl war flugs geklopft und in die Pfanne geworfen und um 12:00 ging es weiter Richtung Schöpfl. Es gab nun zwei Möglichkeiten: die Straße über Stössing oder eine auf Alfreds Karte eingezeichnete Radroute über Lanzendorf. In beiden Fällen war eine Steigung zu erwarten. Auf der Kreuzung nach Lanzendorf war keine Radroute angeschrieben und da wenig Verkehr herrschte, blieb man auf der Straße. Von der Passhöhe beim Gasthaus "Zur Frischen Luft" (ca. 460m) war der Schöpfl schon zu sehen. Er sah ziemlich hoch aus, zumal es davor noch einmal hinunter ging nach Laaben (347m). Vor dem Gemeindeamt war eine dreidimensionale Landkarte ausgestellt, anhand derer man sich den weiteren Verlauf ungefähr vorstellen konnte.

Nun ging es permanent bergauf. Zunächst auf der Straße nach Forsthof, dann auf Nebenstraßen nach Obergrödl (620m). Der Weg, der die Weiterfahrt Richtung Vorderschöpfl hätte ermöglichen sollen, war versperrt, vergittert, das Gelände umzäunt und mit einer Reihe von Verbotsschildern versehen, einschließlich "Privatgrund" und "Betreten verboten". Vorbei der Traum von der bequemen Auffahrt auf Forststraßen. Als Alternative blieb ein markierter Wanderweg auf den Schöpfl, der wie befürchtet nicht fahrradtauglich war. Für die nächsten 300 Höhenmeter betrieben Alfred und Frankie den wenig beachteten, im steilen Gelände aber durchaus anspruchsvollen Sport des Fahrrad-Schiebens. Der Weg war steil und der Untergrund bestand aus groben Steinblöcken. Fahrrad und Anhänger waren zusammen zu schwer und sperrig, daher musste das Gespann in Tranchen bergwärts verfrachtet werden. Shadow war aufgeregt und feuerte die Menschen mit lautem Gebell an. Auf Risiko wechselten sie auf einen etwas bequemer erscheinenden, unmarkierten und auf keiner Karte verzeichneten Karrenweg, der dann auch promt mitten im Hang endete. Ein Stück ging es weglos weiter, dann kamen die Markierungen eines zweiten, westlichen Wanderwegs in Sicht. Hier half ein sehr netter Wanderer, indem er das Schieben eines Fahrrads übernahm. Er sei gerade in Pension gegangen, meinte er, und stecke jetzt voller überschüssiger Energie.

Um 15:30 war die Wiese am Schöpfl-Kamm erreicht, von dort war es nur mehr ein Hupfer zur Schutzhütte (870m). Das Speiseangebot war um diese Tageszeit nicht mehr allzu üppig, aber ein gutes Bier bzw. Radler und ein kleiner Imbiss waren zu haben. Um bei der Abfahrt nicht ein ähnliches Schicksal zu erleiden wie bei der Auffahrt, holte Frankie Informationen vom Hüttenpersonal ein. Die baute nicht wirklich auf. Von der Benützung der Forststraßen sei abzuraten, weil die Jäger wegen der beginnenden Hirschzeit "alle ganz deppert" seien. Erlaubterweise zu befahren sei die Hüttenzufahrt, die aber zu weit östlich in die Straße mündete, oder die offizielle Mountainbikestrecke, die viel zu weit nach Westen führte.

Naja. Erst einmal ging es zu Fuß zur Matraswarte (893m), die eine wirklich tolle Aussicht bot: Nach Norden zu auf die Ebene des Donautals, ansonsten auf eine weite Hügellandschaft und dahinter Berge. Der Schneeberg trug wie so oft eine Wolkenhaube, auch der Ötscher war klar zu erkennen. Sodann begann die Abfahrt auf der steilen Schotterstraße zur nächsten Wegkreuzung, wo die genannten Varianten zur Auswahl standen. Eher intuitiv entschieden sich Alfred und Frankie für eine dritte Variante, nämlich für den Wanderweg nach St. Corona. Der führte wenigstens ohne Umwege dort hin, wo man hin wollte. Mit einem richtigen Mountainbike wäre der Weg wohl kein Problem gewesen, mit Alfreds Anhänger und Frankies Tourenrad war er allerdings nur im Schritttempo und mit höchster Vorsicht befahrbar. Zwei Wandergruppen wurden trotzdem überholt, die zweite an der Kreuzung mit einer Forststraße. Diese führe, so teilten die Wanderer mit, geradewegs zum Parkplatz Rastbank an der Passhöhe. Das war natürlich ideal und diese Forststraße war auch sehr schön zu fahren, da sie sanft abfallend zur Straße nach St. Corona führte und diese an ihrem höchsten Punkt (648m) traf.

Die Fahrt von der Passhöhe durch St. Corona und auf der Coronastraße nach Altenmarkt (410m) war der müheloseste Abschnitt der Tour, da man für viele Kilometer kaum in die Pedale treten musste; das Gefälle sorgte für ein ordendliches Tempo. Ab Altenmarkt stand wieder ein Radweg zur Verfügung. Der Triesting abwärts folgend war das Gefälle zwar nicht mehr so merklich, gestattete aber immer noch ein flottes Vorwärtskommen durch Weissenbach (erreicht um 18:00) und Pottenstein bis Berndorf (312m). Man hätte getrost weiterfahren können bis Leobersdorf, aber die Abkürzung nach Bad Vöslau über Großau stellte doch eine Versuchung dar. Leider handelte es sich nicht um eine gemütliche alte Landstraße, sondern um eine neu ausgebaute, zum Rasen einladende Autostraße, die mit zäher Steigung zum Friedhof beim Medauhof (394m) führte. Rasant bergab zum Buchbach, dann wieder bergauf und schließlich endgültig bergab mit schönem Blick auf das Tal vor dem Harzberg in der Abenddämmerung. Eine parallel laufender Güterweg lud zum Verlassen der Autostraße ein, schwenkte aber dann nach links von der Straße weg. Der restliche Weg durch Gainfarn zum Bahnhof in Bad Vöslau (276m) wurde intuitiv und mit Tipps eines radfahrenden Jungen bewältigt. Bei Ankunft am Bahnhof um 19:45 war es schon ziemlich dunkel. Der Bahnhof präsentierte sich als Baustelle und mangels irgendwelcher Informationen musste man andere Reisende über die nächsten Verbindungen befragen. Das Verfrachten von 2 Rädern, Anhänger und Hund in den Regionalzug Richtung Wien gelang wohl nur dank des Umstands, dass das Mehrzweckabteil genau an der richtigen Stelle zum Stehen kam.

Die Tour war landschaftlich schön und konditionell anspruchsvoll. Der Schöpfl stellte sich per Rad als nicht so einfach zu bezwingen dar wie gedacht. Eventuelle Nachahmer sollten Forsthof meiden und eher eine Auffahrt von Schöpflgitter in Betracht ziehen. Streckenlänge etwa 70km, Höhendifferenz in Summe 850m, Fahr- bzw. Schiebezeit abzüglich Pausen etwa 7½ Stunden.


Weitere Tourenberichte und Bilder können über die Chronik aufgerufen werden.

 

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