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Männer auf Touren

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Sonntag, 20. September 2009

ROSALIA
Bad Sauerbrunn – Gespitzter Riegel – Eichbüchl – Kleinwolkersdorf  - Lanzenkirchen

  Ein Marketing Stratege würde klar erkennen: je später der Aufbruch, desto größer die Teilnehmerzahl. Als der Zug zu moderater Zeit um 09:30 von Meidling abfuhr, waren Alois, Alois, Erich, Erik, Filip, Florian, Frankie, Franz, Friedrich, Igo, Josef, Helmut, Helmut (mit Emmi und Harry), Markus, Milan, Peter, Rainer, Raphael, Roland (nein; nicht der Kaffeeladen, der weilte in München), Ronny, Werner und Wolfgang an Bord. Thomas wartete in Wiener Neustadt. Bei Ankunft in Bad Sauerbrunn (295 m Seehöhe) um 10:18 waren schon Günther und Leo mit Sissi, sowie Walter da. Für ihn war es ein Heimspiel, denn er wohnt in der Gegend.

Abmarsch um 10:20 vorbei an herumhockenden Kurgästen über den Bewegungslehrpfad zur Aussichtswarte (367 m). Wir waren in 20 Minuten oben und ein Teil stieg auch noch 28m die 133, um einen 100 Jahre alten Baumstamm gewundenen Stufen, hinauf, um sich den leider nicht vorhandenen, grandiosen Ausblick zu gönnen. Es war diesig, weshalb man die, an der Brüstung angeschriebenen, Orte, Städte, Berge und Seen nur erahnen konnte. Bad Sauerbrunn sah man sehr klar, aber das war gar nicht vermerkt. Um 10:55 wieder bis fast in den Ort hinunter und dann einen Bach entlang durch den Wald. Es war feucht und die Shirts und Hemden begannen an den Körpern zu kleben.

Den Kamm des Gespitzten Riegel (594m) erreichten wir nach nicht einmal 1 Stunde und dann ging es schon wieder bergab. Das Handicap war, dass man entweder eine Markierung oder einen Weg sah, aber selten beides. Ganz abgesehen davon, dass der Weg teilweise von Ästen und Gestrüpp verlegt war. Ein Zeichen dafür, dass Wanderer hier offensichtlich Exoten sind. Es begegnete uns auch nur ein einziger Waldläufer. Das führte auch zur ersten Verirrung, die für das Gelingen unserer Touren immer wichtig ist. Der Weg ging ohne Markierung zwischen mannshohen Goldrautenstauden weiter und hörte plötzlich auf. Ein Hauch von Dschungelkrieg. Also zurück und irgendwie querwaldein talwärts. Irgendwo begegneten wir wieder der blauen Markierung, die aber nicht überall klar sichtbar war. Und die zweite Verirrung erkannten wir erst, als wir ein Eichbüchl eintrudelten, statt in Frohsdorf. Wir hatten den Berg zu früh verlassen. Statistisch aber kein Problem, denn es war vom Krummbachstein ein Irrweg übrig.  Dort sind wir nämlich nie vom rechten Weg abgekommen.

Walter kennt sich dort aus, und ersparte es uns, auf der Strasse weiter ziehen zu müssen. Wir gingen einen Weg entlang der Leitha und landeten um 14:10 im Gasthof Art in Kleinwolkersdorf. Dort war ein langer Tisch reserviert (Peter kündigte uns telefonisch an). Es war wie eine Hochzeitstafel. Allerdings fehlten Florian, Franz, Josef, und Raphael. Keiner hatte eine Telefonnummer von einem der vier. Rainer versuchte, Walter (den Orchideenfachmann) anzurufen, hatte aber keinen Empfang. Josef hatte ihn erreicht, aber da war unser Walter ihnen schon entgegengegangen. Doch es war gut zu wissen, dass wir eine Schaltzentrale in Wien hatten. Eigentlich wollten wir diese nur nutzen, wenn unbekannte Pflanzen unseren Weg versperrt  hätten. Das war nicht der Fall, wenn man von den beiden riesigen Parasolen absieht, für die wir keine Telediagnose benötigten. Günther und Leo mit Sissi verabschiedeten sich, sie mussten zurück nach Bad Sauerbrunn, um zum Auto zu kommen. Die übrigen marschierten nach dem Essen, das mit einigen Torten abgeschlossen wurde, um etwa 15:40 zur Leitha. Wir erkundeten das Terrain oberhalb und unterhalb der Brücke, links des Flusses und rechts des Flusses, um schließlich auf einer Schotterbank zum Pritscheln zu  landen. Die meisten unterzogen sich einer Kneipp-Kur. Einige pflückten Äpfel am anderen Ufer und Emmi war überhaupt nicht zu bremsen. Sie apportierte Obst aus dem Wasser.

Die Idylle endete um 16:45 mit dem kurzen Marsch zum Bahnhof. Abfahrt um 17:15.
Einige stiegen in Wiener Neustadt in den vollen IC um. Alle anderen begnügten sich mit dem REX von Payerbach nach Bernhardsthal und waren um 18:22 in Meidling.

Für manche beginnt Sport mit dem Heimweg von der Konditorei. Andere zählen einen Spaziergang dazu und viele einen Einkaufsbummel. Widerliche Extremisten akzeptieren erst 7 Tage durch die Wüste. Wir lagen irgendwo dazwischen.

Reine Gehzeit ungefähr 3 Stunden und 10 Minuten
371 Meter hinauf und
362 Meter hinunter.
Bezwinger des Aussichtsturmes dürfen sich 28 m dazurechnen.
Etwas schmälernd war der Hinweis am Turm, dass man von Bad Sauerbrunn gerade 100 Meter überwunden hat, was dem Verbrauch der Kalorien eines halben Schokoriegels entspricht.

Nach dem Motto „gesunder Geist in gesundem Körper“  konnte natürlich auch die intellektuelle Leistung nicht überragend sein:

„hast du schon die Zauberflöte auf Tschechisch gehört?“ „Nein! Aber hast du schon Wagner auf Italienisch gehört?“   -    Repertoirebühnen und das italienische System   -   „wie brühst du ihn auf (Kaffee)?“    -   ein Notebook von HP um über 500.- Euro   -   Aufstieg und Fall von Wimpassing   -   belgische Schokolade   -   die verschiedenen Standorte von Waagner Biro   -      „Wie gehen wir jetzt?“ „Weiter!“    -    „und wem ist das jetzt eingefallen?“   -   Muckefuck (http://de.wikipedia.org/wiki/Ersatzkaffee)   -   „wir sollten den Anschluss nicht verlieren“ „den habe ich schon längst verloren“   -    „ich kaufe am Naschmarkt, am Brunnenmarkt und beim Hofer“   -   Franz und Rainer erarbeiteten dazwischen das Exzerpt eines  Krimis, den sie zuerst im schwulen Milieu ansiedelten, dann aber in einen ländlichen Swinger-Club transferierten, wobei der wunderschöne Kommissar eine Persönlichkeitskrise durchlebt. Mehr wollten sie nicht verraten, weil sie schon auf die Tantiemen schielen.

Ein lustiger Marsch bei herrlichem Wetter durch eine vermutlich nur alle 10 Jahre begangene Gegend. Abgesehen von Peters Erkundungstour.

Rainer


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