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Männer auf Touren

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Pfingstsonntag 23. und Pfingstmontag 24. Mai 2010

Bärenschützklamm, Hochlantsch & Rennfeld
Mixnitz - Bärenschützklamm - Hochlantsch - Teichalm - Rennfeld - Bruck/Mur

  Alex, Alois, Frankie, Gerhard, Gert, Herbert, Igo, Peter, Ronny, Thomas, Thomas, Werner und Wolfgang schafften es Sonntag pünktlich zum Zug, Abfahrt 07:03 Uhr vom Bahnhof Wien Meidling in Richtung Graz. Für Neuzugänge war die Gruppe anhand der Gesprächsthemen (Prostata, Cum) leicht zu identifizieren. Nach der Ankunft in Mixnitz (450m) um 09:20 marschierten wir zügig los, dem Mixnitzbach entlang zum Klammeingang und dann über 164 Holzleitern und Stege durch die beeindruckende Bärenschützklamm. Aufgrund der Regenfälle der letzten Wochen kam reichlich Wasser heruntergeschossen.

Mitten in der Klamm versetzte uns das Auftauchen von Helmut in Erstaunen, den wir zwar in Meidling, aber nicht hier erwartet hätten. Er hatte den Zug verpasst, aber es war ihm gelungen, uns mit dem nächsten Zug, einem Taxi von Bruck nach Mixnitz und einem Eilmarsch einzuholen. Schön, jetzt waren wir vierzehn. Das war zugleich das Maximum bei dieser Tour, denn die Teilnehmeranzahl variierte nachher ständig, da es Ein- und Zweitagesteilnehmer gab und sich auch darunter Leistungs- und Tempofraktionen bildeten.

Nach dem Ende der Klamm ließen wir das überfüllte Gasthaus zum Guten Hirten links liegen und stiegen weiter bergauf zum Gasthaus Steirischer Jokl (1398m). Für die Zweitagesteilnehmern war das auch das Nachtquartier. Ankunft kurz nach 13 Uhr - damit lagen wir gut im Zeitplan und es war natürlich zu früh, ans Nächtigen zu denken. Zuerst stand Mittagessen am Programm, das wir wegen des überfüllten Gastraums leicht fröstelnd auf der Terrasse einnahmen. Nur gelegentlich kamen ein paar wärmende Sonnenstrahlen durch die Bewölkung und einmal nieselte es sogar leicht. Aber das Essen (Schweinsbraten, Schnitzel, Linsen und Kalbsbeuschel) schmeckte trotzdem ausgezeichnet.

Nach einem Gruppenfoto vor dem hölzernen Abbild eines steirischen Fruchtbarkeitsgottes verabschiedeten sich Peter, Werner und Wolfgang, um über den Prügelweg nach Mixnitz abzusteigen. Unterwegs sahen sie stattliche Steinböcke und Kletterer. Helmut und Herbert blieben beim Steirischen Jokl. Die restlichen 9 verlangten nach weiteren Herausforderungen und brachen um etwa 14 Uhr zum Hochlantsch (1720m) auf, der nach einer Stunde Gehzeit erreicht war. Dort entkorkte Ronny zwei Flaschen Sekt und Alex ließ eine Flasche Schnaps kreisen. Praktischerweise gab es eine Orientierungstafel, die sich gut als Stehtisch eignete. Die Bewölkung hatte nun aufgelockert, aber die Fernsicht war leider bescheiden. Schön sah man die Berge in der näheren Umgebung. Der Ausblick auf den Steirischen Jokl, in einer Nische oberhalb einer Felswand, regte manche Teilnehmer zu bildlichen Vergleichen mit Schwalbennestern und Adlerhorsten an.

Mit dem Genießen der Aussicht, Umtrunk und dem obligatorischem Gruppenfoto wurde der Gipfel eine halbe Stunde lang in Beschlag genommen. Andere Wanderer waren nur als Zaungäste und Fotografen geduldet. Nun verabschiedeten sich die letzten zwei der Eintagesgruppe, Gerhard und Igo, um eilends ins Tal abzusteigen.

Die verbliebenen 7 strebten als nächstes die Teichalm an, die nach eineinhalb Stunden über einen etwas eintönigen Waldweg erreicht wurde. Die landschaftliche Idylle des Teichalmsees wurde durch die rund um den See parkenden Autos und die vom Wintersport ramponierten Hänge gestört. Beim Teichalmwirt gab es gute Torten, aufgewärmten Topfenstrudel und Cappuccino mit Schlag. Ein mit roten Accessoires üppig geschmückte Zwerghund und sein Frauchen passten gut ins Bild.

Schön war dann der letzte Teil der Rundtour zurück zum Steirischen Jokl, entlang des hier friedlich durch Wald und Wiesen plätschernden Mixnitzbachs. Am Schluß noch einmal bergauf, um 19 Uhr war das Quartier erreicht. Vor dem Abendessen gab es noch Zeit, die Verteilung auf Zimmer und Lager zu klären. Der Unterschied bestand darin, dass es im Zimmer Betten, zwei Decken mehr und Licht gab. Situiert waren beide Arten von Quartier in Nebengebäuden von rustikalem Charme.

Zum Abendessen wurde bevorzugt Wiener Schnitzel mit Reis und Salat verspeist. Neben ein paar Spielrunden mit einem etwas veralteten Quizspiel wurde die Route für den nächsten Tag besprochen. Der ehrgeizige Plan, über das Rennfeld bis Bruck zu wandern, rief das eine oder andere Stirnrunzeln hervor, aber nicht genügend lautstarken Protest, um verworfen zu werden.

Thomas & Thomas schliefen im 2er Zimmer, Frankie, Helmut und Herbert im 3er, Alex, Alois, Gert und Ronny im Lager. Geschlafen haben alle, wenn auch im Lager gestört durch Schreie ("Iiiii, eine Spinne!") und anhaltendes Schnarchen aus den nur durch eine Bretterwand getrennten Nachbarlagern. Erfroren ist niemand, auch wenn Ronny, der mit nur einer Decke am dürftigsten bedeckt war, in der Nacht kalte Knie bekam.

Am Montag war der Himmel blau, mit ein paar harmlosen Wolken darin, und die Sonne strahlte. Der Eindruck hielt auch den ganzen Tag an. Nach dem Frühstück gab der Wirt ein Abschiedsschnapserl aus, um uns für den Weiterweg zu beflügeln. Der begann um etwa 9 Uhr und führte über das Kircherl Schüsselbrunn, das wir eingehend besichtigten, über eine Reihe von Holzstiegen steil bergab. Dabei wurden die protestierenden Knie gerade auf das vorbereitet, was ihnen im weiteren Tagesverlauf noch bevorstand.

Um 11 Uhr waren wir unten im Rossgraben bei den Schafferwerken (595m). Hier verabschiedete sich Herbert, dem eine Prellung am Bein zu schaffen machte, die er sich beim Aufstieg am Sonntag zugezogen hatte. Er ging der Straße entlang Richtung Bahn und erreichte Pernegg um etwa 13 Uhr.

Der Rest der Gruppe, nunmehr 8 Mann, machte sich an den Aufstieg auf das Rennfeld, was noch einmal gut 1000 Höhenmeter bergauf bedeutete. Zunächst mäßig steil in den Feisterergraben hinein, dann aber teilweise in der Direttissima auf Waldsteigen über steile Hänge. Gert, ein begnadetes Dialektchamäleon, unterhielt uns mit ungefähr allem, was zwischen Sachsen und Tirol gesprochen wird. Etwas nach 13 Uhr war der Bucheggsattel erreicht. Entgegenkommende Wanderer, sofern es sich nicht um Machos mit weiblichem Anhang handelte, die uns angesichts unserer geballten Männlichkeit finster beäugten, grüßten uns freundlich und überbrachten die Nachricht, dass auf der Hütte kein Sitzplatz mehr zu haben sei.

So schlimm war es dann nicht, denn als die Vorhut das Otto Kernstock Haus um etwa 14 Uhr erreichte, konnte sie relativ mühelos einen Tisch im Freien in Beschlag nehmen. Nun war es Zeit für eine Mittagsrast im traumhaften Bergpanorama. Rax und Schneealpe zeigten sich aus ungewohnter Perspektive, imposant war der schneebedeckte Hochschwab, in der Ferne vermeinten wir den Dachstein zu sehen. Der Blick in die andere Richtung, zum Hochlantsch und ins Murtal, vermittelte sehr anschaulich die beachtlichen Strecken, die wir zurückgelegt hatten.

Das Gruppenfoto am Rennfeld entfiel angesichts widerstreitender Interessen, da die einen zuerst noch ein wenig ins Gras liegen wollten, während Thomas & Thomas den Zug um 18 Uhr kriegen wollten und losmarschierten.

Der verbliebene Rest von 6 Teilnehmern ging die Sache gemütlicher an und legte auf halbem Weg noch eine Rast im schön gelegenen Gasthaus Hutterer ein, auf einer Bank unter dem Nussbaum mit Blick auf Bruck. Dort sahen sie einen Goldammer (oder ein ähnlich gelbes Federtier) und durften dem Flügelhornständchen des Seniorwirts lauschen, mit dem er eine Gruppe älterer Stammgäste verabschiedete.

Der Bahnhof in Bruck (491m) war um 18:45 erreicht. Der nächste Zug fuhr um 19:03 und entgegen der Befürchtungen, er könnte total überfüllt sein, war es kein Problem, unsere 6 erschöpften Körper über 12 Sitzplätze zu verteilen, sodass der Plan, andere Fahrgäste notfalls durch das Ausziehen der Schuhe zu vertreiben, sich als überflüssig herausstellte. In dem alten Waggon, mit öffenbaren Fenstern und entsprechend luftdurchflutet, erzeugte das Ausziehen der Schuhe auch gar keine Wirkung.

Nach der Fahrt über den Semmering, mit Austausch über geschichtliche und städtebauliche Anekdoten, erreichten wir Wien um 21 Uhr. Die Erwartung, den schweißgebadeten Körper und die geschundenen Füße in ein warmes Bad zu tauchen, war ab dann nicht mehr zu zügeln und die Gruppe löste sich formlos zwischen Rolltreppen und Fahrkartenautomaten auf.

Kurz zur Statistik: Für die Teilnehmer, die das volle Programm absolvierten, ging es am Sonntag 1496m bergauf und 548m bergab, am Montag 1034m bergauf und 1941m bergab. Die reine Gehzeit betrug am Sonntag 7, am Montag 6½ Stunden.


Weitere Tourenberichte und Bilder können über die Chronik aufgerufen werden.

 

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