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Sonntag, 23. Oktober 2016

Hoher Hengst
Puchberg - Mieseltal - Kaltwassersattel - Hoher Hengst - Hengsthütte - Puchberg



Nach drei Verschiebungen infolge schlechten Wetters (bzw. falscher Prognose) klappte es mit der Hengstbesteigung erst im vierten Anlauf am vierten Oktobersonntag. Da hatten einige Männer wohl schon die Geduld verloren. Als sich Frankie, Herbert und Mathias im Zug nach Wiener Neustadt trafen, sah es zunächst so aus, als würde diesmal nur eine Minigruppe auf Wanderung gehen. In Meidling stiegen aber Oliver und Tamas zu und in Wiener Neustadt gab es ein Wiedersehen mit Martin und Ronny, was zusammen immerhin die Zahl sieben ergab. Der Blick aus dem Zugfenster war bis zum Grünbacher Sattel von Nebel dominiert, danach von Sonnenschein und blauem Himmel. Der Schneeberg präsentierte sich seinem Namen entsprechend und auch der Hohe Hengst war schon ein wenig angezuckert.

Nach Ankunft in Puchberg (590m) um 10:23 ging es zielsicher durch den Ort zum Hinteren Hengstweg am Beginn des Hengstrückens. Hier war die Entscheidung zu treffen, ob man auf der Asphaltstraße oder auf Forstwegen oberhalb des Schneebergdörfls ins Mieseltal gehen sollte, wobei zweiteres nicht ganz ohne Risiko war, denn auf die Kartografierung von Forstwegen ist nicht unbedingt Verlass. Nach kurzer Beratung wurde die Forstweg-Variante gewählt und die glorreichen Sieben stiegen am Güterweg Richtung Kleiner Sattel auf, wo auf einer Höhe von 790m ein bequemer Forstweg nach Westen abzweigte und letztlich auch problemlos in das hübsche Mieseltal führte. Durch Wald in schönen Herbstfarben ging es empor zum Kaltwassersattel (1320m). Die 500 Höhenmeter brachten den Kreislauf in Schwung, zur Abkühlung gab es oben Schnee und kräftigen Wind. An einem Holztisch vor der unbewirtschafteten Hütte am Sattel wurde eine kurze Jausenpause eingelegt, die schon deshalb kurz gehalten wurde, weil trotz Sonnenscheins der kalte Wind das Verweilen ungemütlich machte.

Der Weg auf den Hohen Hengst ist nicht schwer zu finden, wenn man weiß, wo man suchen muss - nämlich bei der Sitzbank vor der Adolf-Kögler-Hütte. Probleme gab es beim Aufstieg nicht, nur wurde die Schneedecke oben stärker und überdeckte die Wegspur, sodass der weitere Verlauf gelegentlich gesucht werden musste. Seit dem letzen Schneefall war offenbar kein Mensch hier gewesen, nur Wildspuren waren zu sehen. Um 13:30 wurde der Hengstgipfel (1450m) erreicht. Dank klarer Luft gab es eine wunderschöne Aussicht auf den nahen Schneeberg, die Rax samt Heukuppe und auf das Nebelmeer im Norden und Osten, aus dem nur Berggipfel ragten. Zur Krönung packte Ronny zwei Flaschen Prosecco aus, die vor diesem prächtigen Panorama genossen werden konnten.

Nach dem letzten Schluck ging es weiter am Hengstrücken nach Nordosten. Auch hier gab es einen Fußpfad, der gelegentlich sogar mit Farbe oder Steinpyramiden markiert war. Trotzdem waren manche Abschnitte etwas beschwerlich zu gehen, da die dünne Schneedecke Hindernisse wie Vertiefungen, Steine und Äste tückisch verbarg. Vom Großen Sattel (1290m) aus führte dann eine bequeme Forststraße in weiten Serpentinen zur Hengsthütte (1012m), die um 15 Uhr erreicht wurde. Die Hütte war gut besucht, dass man da ein wenig aufs Essen warten musste, war verständlich. Freundliche Bedienung, ein gutgelaunter Wirt und gutes Essen machten die Einkehr zu einem angenehmen Erlebnis. Nachdem man schon bei der Ankunft eine halbe Stunde vor dem Zeitplan gelegen war, konnte man um 16:15 nach Puchberg aufbrechen und eine Stunde früher als geplant mit dem Zug um 17:38 heimwärts reisen.

Nach einer halben Stunde fand die Fahrt in Bad Fischau eine jähe Unterbrechung, da die Strecke nach Wiener Neustadt wegen eines Polizeieinsatzes gesperrt war und der Bus des Schienenersatzverkehrs erst nach gut einer halben Stunde kam. Bei Ankunft in Wiener Neustadt zeigte die Bahnhofsuhr 19:10, um 19:11 fuhr der nächste Regionalzug nach Wien. Also im Laufschritt zum Bahnsteig 5. Der Zug, der dort stand, sah wie eine klassische S-Bahn aus, bewegte sich aber wie ein Regionalzug fort und erreichte Wien Meidling um 19:53, also immer noch früher als ursprünglich geplant.

In einer Gehzeit von 5 Stunden wurden 17 Kilometer mit 900 Höhenmetern bewältigt.



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