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Tourenberichte 2009


Sonntag 1. November 2009

HOHER HENGST  -  2. und erfolgreicher Versuch
Puchberg – Kleiner Sattel   -   Niederer Hengst  –  Großer Sattel  - Hoher Hengst – Kaltwassersattel  – Hengst Hütte  –  Puchberg

Trotz der eher entmutigenden Aussicht, die Wanderung würde zum Teil durch unwegsames Gelände gehen, fanden sich doch magische 13 + 2 um dem Hohen Hengst noch eine Chance zu geben:  Alois, Ewald, Frankie, FriedrichHelmut mit Emmi und Harry, Igo, Oliver, Peter, Rainer, RolandRonny, Wayne und Wolfgang.
 
Abfahrten nach 08:00 erfreuen sich außerdem großer Beliebtheit. Über Wiener Neustadt, wo es immer noch neblig war, Richtung Schneeberg. Als der Zug den kleinen Sattel zwischen Grünbach und unserem Ziel überquerte, plötzlich blauer Himmel, Sonne und der Schneeberg im Ansichtskarten-Outfit. Gleich nach Ankunft in Puchberg (10:25; 598m)  zogen wir los. Die Strecke durch den Ort war uns bereits vertraut und das Stück bis oberhalb der Haltestelle Schneebergdörfl  schafften wir auch, ohne viel zu zögern. Dann machte sich allerdings etwas Unsicherheit breit. Es war uns klar, dass wir weder mit Markierung, noch mit Hinweispfeilen rechnen durften. Den Hinteren Hengstweg absolvierten wir eher nach Gefühl entlang des Stacheldrahtes, schlugen aber mit traumwandlerischer Sicherheit den richtigen  „Weg“ auf den Berg ein. Was anfänglich einem verfallenen Karrenweg glich, endete dann irgendwo im Wald.

Unsere einzige Orientierung war: einfach hinauf! Steile Anstiege wurden, wenn auch selten, von flacheren abgelöst. Dazwischen immer wieder Felsbrocken, viel Moos, manchmal Gestrüpp und Jungwäldchen, in denen man sich gegenseitig effektvoll die Äste in die Augen schnalzen konnte, und kleine Felshürden. Erste große Rast um 12:40 zum Auftanken und für ein Kalender-Gruppen-Foto. Die Mannschaft neckisch um einen Hochstand drapiert.

Um 12:55 wieder in die Gänge und über einen kurzen Gras-Fels-Hang in den Wald bis zum Großen Sattel (1287m). Hier gab es Schnee und  der weitere Anstieg sah nicht unbedingt einladend aus, aber der Blick auf den Schneeberg war grandios. Helmut beschloss aus Rücksicht auf Harry die Hengst-Hütte direkt anzusteuern und Ewald und Wolfgang schlossen sich ihm hungrig an.

Der Rest wagte sich an die letzten 163 Höhenmeter und nutzte dabei eine Forststrasse. Danach wieder ein kurzer und  mühsamer Anstieg, doch dann ging es ziemlich eben dahin. Wenn auch nicht unbedingt flott, denn es war wieder Gestrüpp und Jungwald zu durchwandern. Doch hat der Hohe Hengst am Gipfel eine Glatze, und so war der allerletzte Teil eher eine Almwanderung auf  dünnem Schneeboden bis zum Gipfel (14:00  1450m). Pralle Sonne, warm, Blick auf Hohe Wand, Schneeberg, Rax, Krummbachstein, Stuhleck, Hirschenkogel, Wechsel und die Nebel bedeckten  Täler dazwischen. Dazu für jeden zwei (stilvolle Plastik-) Becher Prosecco. Ronny hatte dazu eingeladen und sich auch die Mühe gemacht, 2 Flaschen auf den Berg zu schleppen. Essen, trinken, schauen und genießen.

Um 14:25 rissen wir uns los. Wieder wie die Heinzelmännchen im Gänsemarsch durch Jungwald und dann steile Serpentinen  hinunter zum Kaltwassersattel (14:50 1322m).

Der Rest zur Hengst-Hütte (1012m) war eher unspektakulär. Ein breiter Weg neben der Zahnradbahntrasse führe uns direkt zur, leider bereits ziemlich geplünderten, Küche. Um 15:20 gab es noch 1 Leberknödelsuppe, keinen Hirschbraten, 1 Paar Frankfurter, aber Hauswurst, Brettljause, Schnitzel und Schweinsbraten zur Genüge. Getränke sowieso. Und die Kellnerin hatte uns voll im Griff: „sog amoi host ma übahaupt zuagheat?“
 
Nach Abfahrt der Zahnradbahn gehörte die Stube fast ganz uns alleine, aber wegen der frühen Dämmerung mussten wir uns doch zwischen 16:20 und 16:35 (das war die Zirben- Lärchenschnaps-Fraktion) verabschieden. Die Schlussetappe nach Puchberg war, wie das Stück vom Kaltwassersattel herunter, ein breiter Fahrweg, und beim Eintrudeln im Ort war es schon fast dunkel. Um 17:25 waren wir beim Bahnhof; rechtzeitig zur Abfahrt um 17:37. Trotz einiger, heftig aussehender, Ausrutscher waren alle heil an Körper und hoffentlich auch Geist. Und verirrt hatten wir uns auch nicht. Das lässt Schlimmes für die nächste Wanderung erwarten. Wieder Umsteigen in Wiener Neustadt und von dort im Oberstübchen eines REX bis Wien. An Meidling um 18:22.

Auch „kürzere“ Touren haben es in sich:
 
Reine Gehzeit etwa 4h 50min davon alleine 3h 10min bergauf
852m  hinauf und auch hinunter

und zwischen zwei Schnaufern kann man auch G’scheites von sich geben:
 
Öffis auf Gran Canaria   -    das  Pin Up Foto von Ofczarek in der Sonntags Ausgabe vom  Österreich   -   „ich habe nie Allergien gehabt, ich bin im Dreck aufgewachsen“    -    „Na! Die In Vitro interessiert mich weniger!“   -    „sind die österreichischen Fußballer wirklich schlecht?“    -    Michael Maertens und sein undeutliches „R“    -    „Alois schaut aus wie aus Raumschiff Enterprise und Frankie wie die Miss New Zealand    -    „da muss ich meinen Therapeuten fragen“     -    Köstritzer Schwarzbier    -   „die eingetragene Partnerschaft ist eine reine Augenauswischerei!“ „ich find’s gut!“ „mich heiratet sowieso keiner mehr!“   -    „hast du heute schon deine Medikamente genommen?“    -   „das Animationsprogramm ist heute schwach“    -   „teilen wir uns das Tiramisu?“ „wieso?  ist es das letzte?“ „nein, aber soviel“  -  „Chris Lohner ist an Bord und die Toilette auch offen“   -    „ich weiß nicht wo ich die Energie hernehme“ „sei froh, dass du welche hast!“   -   „wenn ich den Schwimmlehrer früher gesehen hätte, hätte ich mich für den Kraulkurs angemeldet“   -   usw.
 
Und laut Auskunft in der Hengsthütte gibt es auf dem Hengst keine Wege und schon gar keine Markierungen, weil keiner hinauf will. Es gibt oben keine Hütte, nix zu essen und nix zu trinken. Dieses Manko haben wir mit Hilfe von Ronny elegant ausgeglichen. Danke!
 
 


Sonntag  11. Oktober 2009

Großer Neukogel
Gutenstein - Edelstein - Kleiner Neukogel  - Großer Neukogel - Gutenstein

Sieben Stunden gehen, wie ursprünglich auf den Geißbühel geplant,  waren bei unsicherer Wetterprognose nicht zumutbar. Daher eine kleine, unschwierige Ersatzwanderung in die Gutensteiner Gegend.
 
Diese Vorschau und die späte Abfahrt  (09:16 Praterstern, bzw. 09:36 Meidling)  brachten es mit sich, dass schon ab Wien Alois, Frankie, Franz, Helmut mit Emmi und Harry, IgoJosefPeter, Rainer, Roland, Roland, Ronny, Wayne, Werner und Wolfgang frohen Mutes im Zug saßen. Roland war bereits so euphorisch, dass er auch Fremde mit Handschlag begrüßte. Und bei Ankunft in Gutenstein-Vorderbruck (466m) um 11:29 warteten Erich, Michael, Thomas, Thomas, Thomas  und Walter auf uns.
 
Eine ältere Gutensteinerin zeigte uns den Weg und  um etwa 11:35 zogen 20 Mann und 2 Hunde bergan. Der erste Teil des Edelsteinweges ging leicht ansteigend durch den Wald, wurde dann aber steiler und konnte sogar mit einer steinigen, Seil gesicherten Schikane unterhalb einer Felswand auftrumpfen. Da gab Franz W.O. und kehrte um. Die übrigen 19 stiegen vergnügt weiter und genossen nach knapp einer halben Stunde den Blick vom Edelstein (ca. 700m)  ins Gutensteiner Tal.

Was dann kam, könnte man unter Bootcamp, Orientierungslauf oder Schmuggeln abseits von begangenen Wegen einstufen. Die ganze Gegend hat nämlich nur einen markierten Weg, und das ist der von Gutenstein direkt auf den Großen Neukogel. Es gibt übrigens auch keine nicht markierten Wege und selbst auf der Wanderkarte verlaufen Punkt und Strich irgendwo im Nichts.

Also immer der Nase nach, was bei 19 Personen schon nicht einfach ist. Außerdem blies eisiger Wind. Einige spielten Scout und wagten sich vor, um zu erkunden. Jede Richtung, die wir einschlugen, war ebenso richtig wie falsch. Einmal quer über den Waldhang, dann steil hinunter, zwischendurch durch ein ausgetrocknetes, steiles Bachbett und schließlich mitten im Nirgendwo eine Forststrasse. Das war so um 12:30. Davor schrammten wir vermutlich auch am Kleinen Neukogel (866m) vorbei. Die kurze Pause war weniger Rast als Orientierungstopp. Eine Hälfte wollte hinauf Richtung Gutenstein, die andere bergab Richtung (hoffentlich) Pernitz und schließlich nahmen alle den Karrenweg bergauf, denn „da oben ist gleich der Kamm“, beziehungsweise „ach das sind bloß 200 Höhenmeter“. Das mag schon richtig gewesen sein, aber was für Höhenmeter! Denn auch dieser Weg verlor sich dann in die falsche Richtung (wir hatten ja wieder etwas Orientierung und konnten das beurteilen)  und was blieb, war ein steiler Aufstieg durch den Laubwald mit umgestürzten Bäumen als Hürden und dichtem Laub am Boden. Da konnten wir den Untergrund nicht erkennen und rutschten außerdem. Spätestens hier haben einige Franz ob seiner weisen Entscheidung beneidet. Für andere wieder war das ganze eine Riesenhetz. Doch  zwischen 15:00 (die Gämsen) und 15:30 (die Keucher) waren  tatsächlich alle am Kamm. Und womit keiner mehr gerechnet hatte: es gab eine Markierung und nach zehn Minuten  hatten wir sogar den Großen Neukogel (1053m) erklommen. Dort erwartete uns sogar ein Gipfelkreuz, was das mindeste war, das wir als Würdigung unserer Leistung erwartet hatten.

Die Rast war nur kurz, Wayne hatte in weiser Voraussicht keinen Flachmann mit, sondern nur  Manner Schnitten, also hielt uns nichts auf der windigen Höhe. Außerdem war die Aussicht wegen der Bäume gleich null. Der Abstieg war stellenweise auch steil, ABER ES WAR EIN WEG! Einige zogen eilig hinunter, denn Thomas musste um 18:15 am Westbahnhof seinen Zug nach Innsbruck erreichen und Michael hatte ihm versprochen, ihn mit dem Auto hin zu bringen. Er hat es ganz knapp geschafft. Der Rest ging es gemütlicher an, war um 17:00 beim Wasserwerk und um 17:25 beim Bahnhof. Eine Fünfergruppe entschied sich für den Zug um 17:34 und ich glaube zehn genossen die ausgezeichnete Küche des Gutensteiner Hofes. Das dauerte, denn der nächste Zug ging erst um 19:34. Dafür lernten wir dort Erwin kennen, der die zwei Sonntagstanzkurse in Gutenstein betreut und auch ein Bekannter von Roland ist, der ja gerne das Tanzbein schwingt.

Um 19:34 ist uns Gutenstein losgeworden und akustisch von Chris Lohner betreut fuhr die geschrumpfte Gruppe nach Wiener Neustadt. Dort hatten wir Glück, denn es gab einen verspäteten REX, der uns nonstop bis Wien brachte. So waren wir knapp vor 21:00 in Meidling.
 
 
Gemessen an der Ankündigung einer 4stündigen Wanderung ohne Schwierigkeiten, war es geradezu eine sportliche Höchstleistung. 
 
Reine Gehzeit:   etwas mehr als 5 Stunden 
Bergauf genau soviel wie bergab, nämlich irgendwo zwischen 820 und 900m.
Begegnet ist uns übrigens niemand. Weiter westlich ist man wanderfreudiger.
 
Schwierige Unterfangen erfordern gute Gespräche:
 
„wer 5 Minuten lacht, der hat ein Ei, wer zehne lacht, der hat zwei“ (Schlagertext)   -   wie hieße Chris Lohner, wenn sie Karel Gott geheiratet hätte  und wie  Liza Minelli als Ehefrau von Nikki Lauda   -   „wir hätten Vorher-Nachher Fotos machen sollen“   -   die Firma Novomatic und die Spielsucht, sowie die schwammige österreichische Gesetzgebung zu diesem Problem   -   Kinderpornographie und die ebenso schwammige diesbezügliche Gesetzgebung   -   der Jörg, die Bild und der Kellner   -   „der Herr Schirnhofer ist nicht mein Fall“   -   die legendäre Folge Hartlgasse 16 („ich war extra dort“) aus Kottan ermittelt   -   „ich würde links gehen“ „ich wäre eher für rechts“ „ist geradeaus nicht gescheiter?“   -   „und wie die Louise Martini, mit dem Tschik im Mund, in den 2. Stock geht, und dort kniet die Alte und schrubbt den Boden“   -   Santa Lucia mit der Maria Englstorfer  „die war so lieb“     -   Louise Martini, Bibiane Zeller, Vera Borek, Hilde Sochor und wie hieß die lange dürre mit dem bösen Gesicht? (es war die Luise Prasser)   -   „Willst du deine Stöcke nicht nehmen?“ „Nein! Die habe ich nur zum Angeben in der Straßenbahn mit.“   -   Chris Lohner sollte in die Prostatatherapie gehen, wegen der Haltewunschtaste   -  vom Leben hinter einer Supermarktkassa   -   in Frack und Smoking sieht jeder gut aus   -   usw.  Schade, dass Franz aufgeben musste, die weitere Entwicklung des Krimis bleibt daher noch im Dunkeln. Dabei hatte er dankenswerter Weise noch einen bulgarischen (oder war es ein rumänischer?) Transvestiten ins Spiel gebracht.  
 
Und vielleicht noch das Wort zum Sonntag:
Man muss nicht in der Falllinie bergauf klettern, sondern kann auch Zick-Zack gehen und kleine Serpentinen einbauen, wie das jeder Wanderweg, der halbwegs bei Sinnen ist, auch tut.
 
Rainer
 
  


Junx auf Touren – Sonntag, 4. Oktober 2009

Wandern auf dem Wachauer Höhenweg

Mit dabei: Bernhard, Christoph, Erik, Herbert, Marcel, Matthias, Thomas, Walter (?)
 
Für diese Wanderung planen wir ursprünglich folgende Route:
Dürnstein (209 m) – Stiegenweg – Ruine Dürnstein (360 m) – Fesslhütte (550 m) Starhembergwarte (564 m) – Kanzel (Vogelberg, 546 m) – Pfaffental – Dürnsteiner Waldhütten – Achleitensattel – Cholerakreuz (270 m) – Weißenkirchen (224 m)
 
Tatsächlich treten wir aber bereits kurz nach der Kanzel, einem Aussichtspunkt mit spektakulärem Panoramablick von Dürnstein nach Weißenkirchen, den Rückweg nach Dürnstein an. Und das kommt so – aber der Reihe nach:
 
Um 7:00 Uhr am Südbahnhof rätseln Herbert und ich, wie viele Kollegen wohl diesmal auftauchen würden. Normalerweise wünschen wir uns natürlich möglichst viele Mitwanderer, aber heute wären nur drei auch total okay. Die könnten wir nämlich in unserem VW Golf mitnehmen, denn die Bundesbahnen verkünden auf ihrer undurchsichtigen „Bausofa“-Website – das ist ÖBB-Chinesisch für „Baustellensonderfahrplan“ – weiterhin umständlichen Schienenersatzverkehr (SEV) in der Wachau. Ob ab Krems oder doch erst ab Dürnstein ist vorerst auch dem Schaffner nicht klar. Zwischen Dürnstein und Spitz steht der Schienenverkehr jedenfalls, seit im Sommer ein gigantischer Felssturz den Dürnsteiner Bahntunnel blockiert hat. Zum Drüberstreuen gibt’s auch noch einen nicht behobenen Sommer-Hochwasserschaden an der Tullner Bahnbrücke.
 
Wie gesagt: Mit dem Auto fahren wäre diesmal voll der Hit gewesen – aber wir sind am Südbahnhof dann doch zu sechst und nehmen daher den Zug. In Krems heißt es: „Bitte in den Bus umsteigen.“ Am Bahnhof Dürnstein stoßen Thomas und Walter (?) zu uns dazu. Zu acht geht’s weiter durch das Steiner Tor und den Stiegenweg hinauf.
 
Unser erstes Ziel ist die Ruine Dürnstein, in der der Babenberger-Herzog Leopold einst König Richard Löwenherz gefangen hielt, bis die Engländer ein gigantisches Lösegeld ablieferten. Nach heutigem Geldwert entspricht dieses 2,2 Milliarden Euro (!), erzählt die „Münze Österreich“ in ihrer Presseaussendung zur neuen Silbermünze „Richard Löwenherz in Dürnstein“. Mit dem Löwenherz-Silber ließ Leopold die Befestigung von Wien, Enns und Hainburg erneuern sowie Wiener Neustadt gründen. Um den Rest unter die Leute zu bringen, gründete er den Vorläufer der „Münze Österreich“, also eine Münzprägestätte. Die ganze Geschichte inklusive der rührenden Sänger-Blondel-Legende gibt es auf http://tinyurl.com/ybokmmc.

Bei der Ruine angekommen genießen wir erst einmal den tollen Blick nach Dürnstein und donauaufwärts nach Weißenkirchen. Dann geht es weiter, unser nächstes Ziel ist die Fesslhütte. Auf dem Weg dorthin kommt uns ein Grüppchen recht originalgetreu gekleideter „Germanen“ entgegen, die offenbar auf Werbetour für das „Freilichtmuseum Germanisches Gehöft Elsarn (im Straßertale)“ sind. Am heurigen Nationalfeiertag, 26. Oktober 2009, ab 10:00 Uhr kann man dort „Alltag bei den Germanen“ hautnah erleben, verspricht der Werbefolder, den sie uns in die Hand drücken. Weitere Infos auf www.freilichtmuseum-elsarn.at.

Leider lange vor Mittag erreichen wir die Fesslhütte – die dortige Speisekarte wäre an sich sehr vielversprechend, von Hirschragout abwärts... Nach einem Kaffee oder Softdrink im sonnigen Garten erklimmen wir die nahegelegene Starhembergwarte. Die ist zwar von 1883, schaut aber aus wie ein Pappmaschee-Requisit aus dem Wickie-Film! :-)

Ja, und von da an geht’s bergab, erstens im Wortsinn – und zweitens verlieren wir nach dem nächsten Aussichtspunkt, der ganz oben bereits erwähnten Kanzel, etwas die Orientierung, konkret die richtige Wegmarkierung. Jedenfalls sind wir allzu schnell wieder im Tal und am Ortsrand von Dürnstein. In einem zweiten Anlauf versuchen wir, doch noch den Weg nach Weißenkirchen zu finden, indem wir eine von Weinbergen gesäumte Straße hügelaufwärts wandern. Die führt uns in den Wald und dort in fast undurchdringliches Dickicht, dann aber auf den (vermeintlich) gesuchten Forstweg. Am Ende stehen wir aber doch wieder knapp oberhalb der stark befahrenen Bundesstraße.

Mittlerweile hungrig und mit dem Ziel eines g’schmackigen Wachauer Mittagessens vor Augen legen wir die letzten Kilometer nach Dürnstein auf dem Bahndamm der derzeit gesperrten ÖBB-Strecke zurück. Dort fallen wir in ein Terrassen-Gasthaus ein und bestellen Frittatensuppe, Cordon-bleus, Sturm und Co. Wenigstens auf die Dürnsteiner Gastronomie ist noch Verlass! :-)

Die Rückfahrt gestaltet sich „bausofamäßig“ langwierig: Aus den eh schon faden zwei Stunden regulärer Bahnfahrt wird eine dreieinhalbstündige Odyssee mit SEV-Bussen bzw. S-Bahn von Dürnstein nach Krems, mit 50 Minuten Eis-Essen-Aufenthalt am dortigen Bahnhofvorplatz, dann weiter über Stockerau nach Wien.
 
Etwas ausgelaugt, aber mit jeder Menge milder Herbstsonne in unseren Energiereservoirs kommen wir schließlich in Wien an. :-)
 
Bis zum nächsten Mal – cu @ Junx auf Touren!
Matthias & Herbert


Sonntag, 20. September 2009

ROSALIA
Bad Sauerbrunn – Gespitzter Riegel – Eichbüchl – Kleinwolkersdorf  - Lanzenkirchen

Ein Marketing Stratege würde klar erkennen: je später der Aufbruch, desto größer die Teilnehmerzahl. Als der Zug zu moderater Zeit um 09:30 von Meidling abfuhr, waren Alois, Alois, Erich, Erik, Filip, Florian, Frankie, Franz, Friedrich, Igo, Josef, Helmut, Helmut (mit Emmi und Harry), Markus, Milan, Peter, Rainer, Raphael, Roland (nein; nicht der Kaffeeladen, der weilte in München), Ronny, Werner und Wolfgang an Bord. Thomas wartete in Wiener Neustadt. Bei Ankunft in Bad Sauerbrunn (295 m Seehöhe) um 10:18 waren schon Günther und Leo mit Sissi, sowie Walter da. Für ihn war es ein Heimspiel, denn er wohnt in der Gegend.
 
Abmarsch um 10:20 vorbei an herumhockenden Kurgästen über den Bewegungslehrpfad zur Aussichtswarte (367 m). Wir waren in 20 Minuten oben und ein Teil stieg auch noch 28m die 133, um einen 100 Jahre alten Baumstamm gewundenen Stufen, hinauf, um sich den leider nicht vorhandenen, grandiosen Ausblick zu gönnen. Es war diesig, weshalb man die, an der Brüstung angeschriebenen, Orte, Städte, Berge und Seen nur erahnen konnte. Bad Sauerbrunn sah man sehr klar, aber das war gar nicht vermerkt. Um 10:55 wieder bis fast in den Ort hinunter und dann einen Bach entlang durch den Wald. Es war feucht und die Shirts und Hemden begannen an den Körpern zu kleben.


Den Kamm des Gespitzten Riegel (594m) erreichten wir nach nicht einmal 1 Stunde und dann ging es schon wieder bergab. Das Handicap war, dass man entweder eine Markierung oder einen Weg sah, aber selten beides. Ganz abgesehen davon, dass der Weg teilweise von Ästen und Gestrüpp verlegt war. Ein Zeichen dafür, dass Wanderer hier offensichtlich Exoten sind. Es begegnete uns auch nur ein einziger Waldläufer. Das führte auch zur ersten Verirrung, die für das Gelingen unserer Touren immer wichtig ist. Der Weg ging ohne Markierung zwischen mannshohen Goldrautenstauden weiter und hörte plötzlich auf. Ein Hauch von Dschungelkrieg. Also zurück und irgendwie querwaldein talwärts. Irgendwo begegneten wir wieder der blauen Markierung, die aber nicht überall klar sichtbar war. Und die zweite Verirrung erkannten wir erst, als wir ein Eichbüchl eintrudelten, statt in Frohsdorf. Wir hatten den Berg zu früh verlassen. Statistisch aber kein Problem, denn es war vom Krummbachstein ein Irrweg übrig.  Dort sind wir nämlich nie vom rechten Weg abgekommen.

Walter kennt sich dort aus, und ersparte es uns, auf der Strasse weiter ziehen zu müssen. Wir gingen einen Weg entlang der Leitha und landeten um 14:10 im Gasthof Art in Kleinwolkersdorf. Dort war ein langer Tisch reserviert (Peter kündigte uns telefonisch an). Es war wie eine Hochzeitstafel. Allerdings fehlten Florian, Franz, Josef, und Raphael. Keiner hatte eine Telefonnummer von einem der vier. Rainer versuchte, Walter (den Orchideenfachmann) anzurufen, hatte aber keinen Empfang. Josef hatte ihn erreicht, aber da war unser Walter ihnen schon entgegengegangen. Doch es war gut zu wissen, dass wir eine Schaltzentrale in Wien hatten. Eigentlich wollten wir diese nur nutzen, wenn unbekannte Pflanzen unseren Weg versperrt  hätten. Das war nicht der Fall, wenn man von den beiden riesigen Parasolen absieht, für die wir keine Telediagnose benötigten. Günther und Leo mit Sissi verabschiedeten sich, sie mussten zurück nach Bad Sauerbrunn, um zum Auto zu kommen. Die übrigen marschierten nach dem Essen, das mit einigen Torten abgeschlossen wurde, um etwa 15:40 zur Leitha. Wir erkundeten das Terrain oberhalb und unterhalb der Brücke, links des Flusses und rechts des Flusses, um schließlich auf einer Schotterbank zum Pritscheln zu  landen. Die meisten unterzogen sich einer Kneipp-Kur. Einige pflückten Äpfel am anderen Ufer und Emmi war überhaupt nicht zu bremsen. Sie apportierte Obst aus dem Wasser.

Die Idylle endete um 16:45 mit dem kurzen Marsch zum Bahnhof. Abfahrt um 17:15.
Einige stiegen in Wiener Neustadt in den vollen IC um. Alle anderen begnügten sich mit dem REX von Payerbach nach Bernhardsthal und waren um 18:22 in Meidling.

Für manche beginnt Sport mit dem Heimweg von der Konditorei. Andere zählen einen Spaziergang dazu und viele einen Einkaufsbummel. Widerliche Extremisten akzeptieren erst 7 Tage durch die Wüste. Wir lagen irgendwo dazwischen.
 
Reine Gehzeit ungefähr 3 Stunden und 10 Minuten
371 Meter hinauf und
362 Meter hinunter.
Bezwinger des Aussichtsturmes dürfen sich 28 m dazurechnen.
Etwas schmälernd war der Hinweis am Turm, dass man von Bad Sauerbrunn gerade 100 Meter überwunden hat, was dem Verbrauch der Kalorien eines halben Schokoriegels entspricht.
 
Nach dem Motto „gesunder Geist in gesundem Körper“  konnte natürlich auch die intellektuelle Leistung nicht überragend sein:
 
„hast du schon die Zauberflöte auf Tschechisch gehört?“ „Nein! Aber hast du schon Wagner auf Italienisch gehört?“   -    Repertoirebühnen und das italienische System   -   „wie brühst du ihn auf (Kaffee)?“    -   ein Notebook von HP um über 500.- Euro   -   Aufstieg und Fall von Wimpassing   -   belgische Schokolade   -   die verschiedenen Standorte von Waagner Biro   -      „Wie gehen wir jetzt?“ „Weiter!“    -    „und wem ist das jetzt eingefallen?“   -   Muckefuck (http://de.wikipedia.org/wiki/Ersatzkaffee)   -   „wir sollten den Anschluss nicht verlieren“ „den habe ich schon längst verloren“   -    „ich kaufe am Naschmarkt, am Brunnenmarkt und beim Hofer“   -   Franz und Rainer erarbeiteten dazwischen das Exzerpt eines  Krimis, den sie zuerst im schwulen Milieu ansiedelten, dann aber in einen ländlichen Swinger-Club transferierten, wobei der wunderschöne Kommissar eine Persönlichkeitskrise durchlebt. Mehr wollten sie nicht verraten, weil sie schon auf die Tantiemen schielen.
 
Ein lustiger Marsch bei herrlichem Wetter durch eine vermutlich nur alle 10 Jahre begangene Gegend. Abgesehen von Peters Erkundungstour.
 
 
Rainer
 


Sonntag  6. September 2009

Friedrich Haller Haus  -  Krummbachstein
Kaiserbrunn – Knofeleben – Friedrich Haller Haus – Krummbachstein – Friedrich Haller Haus – Eng – Payerbach
 
Als Erich, Igo, Milan, Peter, Rainer und Roland um 7:06 in Meidling zustiegen, residierten Alois, Frankie, Karl, RonnyWayne und Wolfgang schon im Oberstock des ersten Wagens. Kein  Erlebniszug, sondern ein stinknormaler Pendlerzug, der uns pünktlich nach Payerbach-Reichenau  brachte, wo schon Thomas und Walter warteten. Um die Busverspätung und den Preis zu reduzieren, kaufte Frankie ein Gruppenticket, doch als wir begierig auf die Abfahrt warteten, huschte rechts vom Bus ein großer, schlanker, grau melierter Mann mit Brille vorbei, tuschelte mit dem Fahrer und rannte wieder zurück. Es war Michael aus Innsbruck. Er war mit dem Auto gekommen und wechselte am Parkplatz noch schnell seine Kleidung. Der Fahrer nutzte die Zeit, um Prospekte von den Wanderbussen zu verteilen. Danke liebe Retter-Linien. Wir waren 15!
 
Abfahrt um etwa 08:50 nach Kaiserbrunn (521m), wo wir kurz Luft holten und um 09:10 loszogen. Vorbei am Wasserleitungsmuseum und am Fuße des Turmsteins Richtung  Knofeleben Graben. Irgendwann waren wir unter der Ochsenwand und dem Rübengartel. Dort begannen die Serpentinen und der eher steile und steinige Teil des Anstieges. Mehrere Seilsicherungen, die nicht unbedingt nötig, aber sehr willkommen waren. Eine Eisentreppe gab es auch. Kleine Pause um 10:40. Erstens, um die Gruppe wieder zu sammeln und zweitens um die Rucksäcke durch Verzehr von Proviant  zu erleichtern. Vereinfacht: wir hatten Hunger! Nach bescheidenen 10 Minuten weiter und um 11:25 erreichten wir das Friedrich Haller Haus auf der Knofeleben (1250m; der Name kommt vom Bärlauch).

Der Aufenthalt war nur kurz, denn die Berggierigen wollten weiter und Rainer musste ein gutes Achtel seines Radlers stehen lassen um überhaupt den Anschluss zu finden. Ganz hat er das nicht geschafft, wird die € 0,15 aber in Rechnung stellen. Milan pfiff auf den Berg und machte es sich in der Hütte gemütlich. Zum Trost ließ Rainer seinen Rucksack dort. Weiter um 11:40.

Der Plan war, über den Wassersteig und den Krummbachsattel auf den Gipfel zu gehen und den direkten Schiblsteig zurück. Der Wirt vom Haller-Haus riet uns aber, die umgekehrte Variante zu gehen, weil der Schiblsteig im Aufstieg bequemer (haha) als im Abstieg ist. Der zu Beginn gemächliche Wanderweg mutierte zu einem immer steiler werdenden Steig, der am Schluss sehr felsig war. Dafür empfing uns ein Gipfelkreuz (12:30; 1602m) mit starkem Wind und  prächtiger Aussicht: Rax, Ötscher, Gippel, Göller, Schneeberg, Dürre Wand, Hohe Wand, Wiener Becken, Leithagebirge mit dem hell leuchtenden Steinbruch, einige orteten auch den Neusiedler See, Bucklige Welt, Hochwechsel, Sonnwendstein, Hirschenkogel, Stuhleck, Pretul, Semmering, Rax und einiges mehr. Ein netter, älterer Bergwanderer (alle Bergwanderer sind nett! Es muss an der Höhe liegen.) machte ein Gruppenfoto, wie wir verzweifelt am Gipfelkreuz hingen. Auf seiner gelben Jacke prangte  „Skischule Semmering“ (glaube ich) und die Embleme aller Sponsoren, welche zwischen Wien und Mürzzuschlag aufzutreiben sind.

Abstieg um 12:55 zum Krummbachsattel, begleitet von Peters Kassandrarufen „alles, was wir hinunter gehen, müssen wir wieder hinauf!“. Und der Krummbachsattel  (1333m) war noch nicht der tiefste Punkt, denn es ging noch weiter hinunter Richtung Wassersteig (ca. 1200m). Nach Überquerung eher morastigen und sumpfigen Terrains mit brusthohen Stauden,  ging es wieder bergan. Nach jeder Kurve erwartete man, die Knofeleben zu erblicken. Nein, leider nicht! Felsige Steige, Seilsicherungen, kleine Scharten und lange Waldwege, die nicht so schienen, als würden sie uns dem Ziel auch nur geringfügig näher bringen.  Aber um 14:30 waren wir da: Hütte, Essen, Trinken,  Hallelujah! Den Aufenthalt bis 16:00 hatten wir uns ehrlich verdient und mit Kaspressknödelsuppe, Linsen, Palatschinken mit Eierschwammerln (von hier oder aus Litauen?), Salatteller mit Eierschwammerln und vor allem (immer wichtig!) üppigem Heidebeerstrudel und dgl. verkürzt. Die Sonne trocknete, zumindest teilweise, verschwitztes Outfit, so dass wir halbwegs frisch den Abstieg wagen konnten.

Zuerst durch den Promiskagraben (Promischkagraben, Promisquegraben – hat mit Hurerei nix zu tun und das Tourismusbüro in Reichenau weiß auch nicht, woher der diffuse Name kommt) zwischen Feuchter und Gahns und dann durch die Eng bis zum Mariensteig. Der Rest war ein Sommerfrischler Weg, an dessen Ende wir, knapp oberhalb vom Schneedörfel, eine kleine Rast einschalteten, um der Gruppe wieder eine dichtere Konsistenz zu geben. Wayne nutzte die Gelegenheit, um aktiv zu werden: er ließ seinen Flachmann cruisen.

Der Rest bis zum Bahnhof war dann nur mehr ein Klacks, aber doch lang genug, um den Zug um 17:24 zu versäumen, denn wir landeten erst um 17:55 am Bahnsteig. Abschied von Michael, Thomas und Walter. Dafür sahen wir einen Dampfsonderzug: Oh! Ah! Klick! Klick! Abfahrt schließlich  um 18:24 im Oberdeck und der Zug hieß Lundenburg.  Um 19:52 waren wir in Meidling, wo die lustige Gruppe zu zerfleddern begann. Der Zug fuhr bis Bernhardsthal, hoffentlich sind alle rechtzeitig abgesprungen!


Ob sportlich genug oder nicht, muss jeder für sich entscheiden.

Kaiserbrunn - Haller Haus 729  Höhenmeter Aufstieg    und ca. 2 Stunden Gehzeit
Hallerhaus- Krummbachstein 352m 50 Minuten
Krummbachstein – Haller Haus     ca. 70m 1 Stunde  25 Minuten
Haller Haus – Payerbach   1 Stunde  45 Minuten
Pausen schon abgezogen.    
     
Roland hat mehrmals zu Recht  reklamiert, auch die Abstiege zu berücksichtigen:
Krummbachstein - Wassersteig   ca. 400m  
Haller Haus –Payerbach 767m.  

Trotz all der Mühe konnten tiefsinnige Gespräche geführt werden wie etwa:  hat Lady Gaga einen Penis oder nicht?    -   „wenn du mitreden willst musst du erst die ‚Kinderwelt von A bis Z’ lesen“    -  Wandersocken von Hofer gegen Unterwäsche von Tschibo    -   Autostoppen quer durch Afrika   -   „was, dort warst du auch schon?“   -   „sind wir bald unten?“   -   „ich hasse Most“    -  „ich mag keine mittel hohen Fichtenwälder“   -   „wenn die Pilze am Naschmarkt teuer sind, gehe ich gar keine suchen“    -  „ für ein Pilzristotto für 2 Personen musst du mindestens 15dag Pilze rechnen“  -   „ich habe einmal zuviel Muskateller getrunken, seitdem kann ich ihn nicht mehr riechen!“ „verständlich!“   -     „die heile Welt hat es nie gegeben!“   -   „mit dir kann ich überhaupt nix anfangen, du warst schon überall!“   - „ist es noch weit?“   -   „das ist ein Placebo-Effekt“ „wer hat eine Gebärmutter?“   - „Wien bietet nicht viel weniger als Berlin, aber Berlin ist härter“  -   Internet Chat: „auf was stehst du?“ „auf was stehst du?“ „würde ich mit ‚ich stehe auf trockenen Martini mit Gin, eiskalt und mit 2 Oliven’ beantworten“ „geschüttelt oder gerührt?“ „der Unterschied ist mir noch nicht klar“!   -   Pommes Duchesse sind aufgespritzte Püreepatzerln,  Croquetten sind paniertes Püree (das war in Zusammenhang mit dem Prince of Wales und seiner Duchess of Cornwall)   -   Roland erläuterte sein Wanderprogramm bis 2050. Irgendwann muss ihm jemand klar machen, dass die Geriatrie noch nicht so weit ist  -    das gestörte Verhältnis einiger Steakhäuser zu Maßen und Gewichten   -   „das Jelinek hat eine Sondergenehmigung und darf mit Ofen heizen; urgemütlich“   -   portugiesische Zubereitung von Bacalhau (Stockfisch)   -   sollen wir einen Hütten-Gault-Millau herausgeben?   -   „wir sind so müde, weil wir am Berg mehr gemacht haben, als geplant war“ „Nein! Wir haben nicht mehr gemacht, es hat nur länger gedauert, als vorgesehen!“   -   und so weiter.
 
Ein anstrengender und sehr vergnüglicher Tag bei idealem Wanderwetter!
 
 
Rainer
 
 


HOCHGEBIRGSSTAUSEEN
Fusch – Gleiwitzer Hütte – Brandlscharte – Kesselfall Kaprun – Mooserboden – Kapruner Törl – Rudolfshütte – Enzingerboden
21. – 24. August 2009

 
Freitag, 21. August
 
Ob ein Zug „Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang“ oder „Kasperltheater Hintertupfing“ heißt, ist egal, wenn die Abfahrt um 6:52 von Hütteldorf ist, und man am selben Tag noch 1000m, also 1km bergauf will. Erik, Rainer und Roland waren pünktlich. Der Zug auch und außerdem  fast leer, so dass  das 6-er Abteil bis Zell am See nicht einmal verteidigt werden musste. Schon in Mariabrunn ertönte es aus dem Lautsprecher: „Guten Morgen, ich bin ihr Steward Francisco und werde ihnen, Kaffee, Tee, ……und Schnacks servieren!“ Auf den waren wir aber gespannt. Irgendwo vor Sankt Pölten riss er die Schiebetür auf. Wenn auch seine Aussprache eher Spanisch klang, war die Herkunft nicht gut einzuordnen. Tippen wir auf einen schlanken, nicht sehr großen  Lateinamerikaner  mit Drahtbrille und dem strahlendsten Gesicht, das je vor 8:00 zwischen Wien und St. Pölten zu sehen war. „Guten Morgen! Wie geht es? Alles in Ordnung? Gute Fahrt!“ Damit und mit  seinem Lachen verwöhnte er uns bis in den Pinzgau jedes Mal, wenn er vorbei kam. Klar mussten wir da spätestens bei Werfen auf fast bis in den Mund servierten Kaffee zuschlagen. Etwas gemildert wurde die gute Stimmung zwischen St. Johann und Schwarzach St. Veit, wo eine Weiche kaputt war und der Zug nach St. Johann zurückgeschoben wurde, um auf dem anderen Gleis weiter zu fahren. Diesen Streckenteil haben wir also auf der Hinfahrt schon 3 x absolviert. Aber trotz 35minütiger Verspätung gelang es uns in Zell am See, nach einem Sprint durch die Unterführung, den Bus um 12:25 nach Fusch zu erreichen. Guter Anfang!
 
Etwas verspätet, knapp nach 13:00 Ankunft in Fusch (813m), fast direkt vor dem „Römerhof“, wo wir uns mit vorzüglichem Rahmbeuschel und Radler stärkten. Um 14:00 zogen wir schließlich los. Es war heiß, die Sonne stach und der Weg wurde nach einer kurzen Eingewöhnungsphase immer steiler. Immer den Hirzbach entlang über das Feistalpl und eine Brücke über den Bach bis zur Hirzbachalm (gegen 16:45; 1715m). Da war die Sonne schon weg, es begann zu nieseln, aber man konnte unser Tagesziel, die Gleiwitzer Hütte (2174m) bereits sehen. Der restliche Anstieg (459m) zog sich in Serpentinen einen steilen Grashang hinauf, auf dessen Hälfte das Nieseln zu einem heftigen Gewitter mit Regenguss mutierte. Bei Ankunft auf der Hütte um 17:45 waren wir nass bis auf die Knochen und ein unsportliches Flachland-Handy im Eimer. Dafür kam wieder etwas Sonne hervor und wir sahen einen Regenbogen. Unser  Outfit hingen wir um den Ofen. Der war allerdings nicht geheizt und  die Sachen am Morgen kaum trockener. Duschen, nach dem Essen eine Runde „Mensch ärgere dich nicht“  und zwei Runden Schnaps (der letzte Zirben, den es noch gab). Zwei Familien und zwei Männerrunden waren noch da. Einen der 4-er Herrenrunde identifizierten Erik und Roland eindeutig als Lehrer. Am Morgen beobachtete Roland ihn beim Zusammenlegen des Schlafsackes, und meinte, es müsse mindestens ein Oberstudienrat, wenn auch pensioniert,  sein. Bettruhe 21:45. In der Nacht prasselte der Regen und aufs Klo musste man sich im Blindflug tasten, weil der Generator den Geist aufgegeben hatte.
 
Samstag 22. August
 
gab es dafür kein Wasser und wir mussten es im Eimer von der Wasserleitung im Freien holen, um zumindest die Klospülung in Gang zu bekommen. Hauptthema aller beim Frühstück war das Wetter. Es hatte 11°.  Aufbruch um 8:30. Der Regen hatte aufgehört, doch der Nebel biss sich in die Kleider und versperrte jede Sicht. Unterwegs nieselte es hin und wieder geringfügig und das hohe Gras durchnässte unsere Hosenbeine bis zu den Knien. Um 9:10 glaubten wir die Brandlscharte (2371m) erreicht zu haben. Irrtum, dort waren wir erst um 9:29. Windig, Ausblick null und fernes Kuhgeläute. Der Aufstieg war zwar steil, aber kurz. Der Abstieg dafür um so länger, weil wir ja wieder ins Tal mussten. Gegen 10:25 waren wir unter dem Rosskopf. Unterwegs unzählige Alpensalamander auf und neben dem Steig. http://de.wikipedia.org/wiki/Salamander
Bei den Gletscherbahnen Kaprun (911m; 13:05) versäumten wir den Bus um Haaresbreite. Der nächste wäre erst nach einer Stunde gewesen, also trotteten wir die 25 Minuten auf der Strasse zum Kesselfall Alpenhaus (1034m), wo man sinnigerweise ein Parkhaus über den beeindruckenden Wasserfall gebaut hatte. Hier trafen wir Danilo und Thomas, die einen Tag später mit dem Auto aus Wien anreisten. Sie saßen in jenem Bus, von dem wir nur mehr die Rücklichter sahen, und sind um 13:10 angekommen. Die Truppe war komplett.
 
Nach einer kleinen Stärkung nahmen wir kurz vor 14:00 den Shuttlebus zum Schrägaufzug. Bei der Talstation hatte es wieder zu schütten begonnen. Aber über die Plattform des Aufzuges waren Planen gespannt. Trotzdem peitschte der Wind den Regen durch. Nicht viel anders an der Bergstation, wo wir sofort in den nächsten Bus flüchteten. Es mag eher Glück gewesen sein, dass man wegen der Witterung nicht viel sehen konnte. Die Strasse erinnerte stellenweise an Berichte über abgestürzte Busse in den Anden. Und die Fahrt durch die unzähligen, teils gekrümmten  Tunnel (auch schon im Tal), machte jede Hochachtung den Fahrern gegenüber berechtigt. Um 14:45 erreichten wir die Talsperre Mooserboden (2036m). Der Regen hatte etwas nachgelassen; einladend war es nicht. Erfrischungen beim Kiosk, wo wir auch unsere Rucksäcke unterstellen durften, und um 15:15  erschien Herbert, um uns durch die Anlagen zu führen. Und er tat das mit viel  Kompetenz und auch für Laien verständlich. Beeindruckend der Marsch durch das Innere der Staumauer! Ganz abgesehen davon, dass wir dabei auch bei Schlechtwetter mehrere Klimazonen durchwanderten, aber trocken blieben. Die fast 50 Minuten waren im Nu vorbei. Die Wartezeit bis zum letzten Bus um 17:00 nutzten wir für Kaffee. Und um 17:15 stiegen wir bei der Fürthermoaralm (1805m) aus. Es hatte 9°.  Aber hier gab es einen geheizten Ofen und auch einen warmen Heizungsraum, wo wir unser nasses Zeug trocknen konnten. Und auch eine Dusche!
Dann gab es noch eine alte (nachgebaute?)  Almhütte, die als kleines Museum eingerichtet war, in dem zwei kleine gestickte Deckerln mit dem Spruch
 
„Solang ma aus da Pfanna essn,
hat uns der Herrgott nòt vagessen“
 
lagen. Nach unseren „Pfannen“ eine Partie Rommé. Da die Wettbüros nicht online waren, hier das Ergebnis:  Roland 1.Platz mit 298 Schlechtpunkten, Thomas 2. 328, Danilo 3. 446, Erik 4. 470 und Rainer 5. 596 (warum sollte er besser sein als beim Kegeln?). Die Stube war gut gefüllt. Familien, ein  junges Paar, eine Wandergruppe aus der Steiermark, die jedes Jahr eine 7tägige Etappe des Arnoweges geht, und Arbeiter vom PSW (Pumpspeicherwerk) Limberg 2. In die Heia um 21:45.
 
Sonntag 23. August
 
Das nächtliche Plätschern war kein Regen, sondern der Brunnen, denn schon in der Früh konnte man blauen Himmel sehen. Kein Regen, aber noch viel Nebel, der sowohl vom Tal hochstieg, als auch von den Gipfeln herunter zog. Nachdem die Arbeiter schon um 6:00 rumorten, kletterten wir um 7:00 aus den Schlafsäcken und waren um 7:30 beim Frühstück. Danilo und Thomas marschierten kurz nach 8:00 zurück zur Talsperre. Die anderen drei quetschten sich um 8:30 in den rammelvollen Shuttlebus und waren knapp vor ihnen um 8:45 bei der Staumauer. Es hatte 7°, aber kurz danach schon 8°. Die Aussichten auf einen Traumtag waren intakt. Nach einer Kaffeepause zogen wir um 9:45 weiter. Zwischen Mooserbodenstaumauer und Drossenstaumauer besichtigten wir noch die „Erlebniswelt Strom und Eis“  
http://www.tauerntouristik.at/de/kaprun/index.php
und nahmen um 9:45 endgültig unsere Tagesetappe in Angriff. Am Ostufer des Mooserbodenstausees wanderten wir 1 Stunde 20 Minuten eben bis zum Ende des Sees und dann bergauf. Der anfänglich steile, aber liebliche Weg wurde im oberen Drittel noch steiler und steinig. Und knapp unter dem Kapruner Törl (2639m) waren wieder große Felsbrocken zu bewältigen. Die drei Schneefelder waren harmlos. Das Törl ist eine etwas breitere Schießscharte und so wie es vom Osten bergauf geht, geht es im Westen wieder hinunter. Wir erreichten das Törl zwischen 13:10 und 13:30 je nach Alter, Gewicht, Kondition, Trittfestigkeit usw. Zu behaupten, dass einige halt gerne innehalten, um das Panorama zu genießen, wäre eine faule Ausrede. Obwohl es jede Menge Blick auf gewaltige Gletscher gab. Zwischen 14:15 und 14:40 kamen wir zur Hinteren Ochsenflecke unterhalb des Riffelkees. Erik räkelte sich schon in der Badehose am Steg über den Bach. Pralle Sonne und heiß. Die Vermutung, er hätte sich in die Fluten gewagt lag nahe. Er ist ja nicht zimperlich, aber es reichte doch nur bis zu den Fußknöcheln. Und das taten wir anderen auch. Man hielt es kaum eine Minute aus, aber erfrischend war es doch. Richtiges Kneippen halt. Dort überholte uns auch die Gruppe mit dem Oberstudienrat von der Gleiwitzer. Sie hatten im Heinrich-Schwaiger-Haus übernachtet.
 
Die Annahme, wir hätten jetzt die Talsohle erreicht, war aber so etwas von falsch. Kaum 200m weiter ging es wieder hinab und tief unten lachte uns das Tal der Eisbodenlacke hämisch entgegen. Erst nach etwa 45 Minuten waren wir am oberen Ende des Tauernmoossees, wo wir auf dem Graumöselsteg (2029m; der einzige mit zumindest einem Geländer) den Tauernmoosbach überquerten. Dann wieder bergauf, über große, glatte, nur flach aus dem Boden herausragende Felsen zwischen Latschen zur Steinernen Stiege. Rainer, Roland und Thomas entschieden sich für den um 5 Minuten längeren Umweg über den Hinteren Schafbichl. Die letzten landeten um 17:30 bei der Rudolfshütte (2315m). Da waren Danilo und Erik schon geduscht und geschniegelt, obwohl sie anfangs den falschen Weg eingeschlagen hatten, was von einer geradezu widerlichen Sportlichkeit zeigt. Trotzdem: bravo!
 
Anfangs konnte man noch genüsslich vor dem Haus in der Sonne liegen. Später wurde der Wind unangenehm und kalt. Wer wollte, konnte sich aber eine von den im Windfang aufgelegten Decken nehmen und so bis in die Nacht die laute Stille genießen. Laut, weil die Wasserfälle rund um die Uhr aufgedreht blieben.  Und der Blick auf die karstige Gletscherarena, mit dem schützenden Hotel im Rücken, war einzigartig. Um 20:00 wäre die Vorführung eines Bergsteiger-Filmes aus den 70igern gewesen. Aber es war uns weder nach Luis Trenker, noch nach finsterem Saal. Bei „Die Fischerin vom Bodensee“, „Mariandl“ oder „Försterliesl“ wäre Roland allerdings zu erweichen gewesen. So blieben uns nach dem Essen nur einige Runden UNO, das Rainer zuletzt gespielt hatte, als es vor rund 20 Jahren aufkam. Und vom Nachbartisch ertönte der entsetzte Ruf  “Was? Ihr habt einen dabei, der nicht UNO kann?“.
 
Das 14 Betten Lager teilten wir mit der 4er Gruppe mit dem Oberstudienrat und 2 Hardcore-Bergsteigern mit Helm und Pickel. Um 21:45 waren wir schon in unseren Betten. Schlafen ging nicht, weil der Rest der Mitschläfer erst später antanzte. Danilo und Thomas hatten ein Zimmer.
 
Montag 24. August
 
Um 5:45 begannen die beiden Hardcore-Kletterer zu rumoren und dann allmählich alle anderen. Um 7:30 saßen wir beim Frühstück und knapp vor 9:00 zogen Erik, Rainer und Roland talwärts. Es war sonnig und hatte bereits an die 14°. Danilo und Thomas genossen das Privileg einer Extrafahrt mit dem Sessellift über den Stierbichl  zum Medelzkopf, wo sie ihre Zehen kurz nach Osttirol reckten. Der Talweg führte entlang des Weißenbaches bis zum idyllischen Grünsee, wo auch die Mittelstation (10:40) der Seilbahn war. Da sie aber dort offensichtlich nur im Winter hält, war auch das Buffet geschlossen, aber zumindest das Häusl geöffnet. Der restliche Weg war enttäuschend, denn es war eine Schotterstrasse, auf deren steilen Stellen man leicht ins Rutschen kam und außerdem wurde an der Wassertrasse (Pumpen vom Enzingerboden) gearbeitet. Die ersten drei nahmen schließlich um 11:30 auf der schönen, mit Plane überdeckten Terrasse des Alpengasthof Enzingerboden Platz  (1479m). Es war der Tipp eines Kollegen von Erik, der seit Jahrzehnten dort manchmal urlaubt. Danke! Ein schöner Fleck mit einem Erlebnis-Kinderspielplatz. Im Gras gab es Hubschrauberkabinen, Seilbahnkabinen, Hüpfburg, Wasserpumpen zum Abschießen von bunten Scheiben, Rohre durch die man riesige Tischtennisbälle auf ein Hexenschloss ballern konnte usw.  Vor der Busabfahrt  um 14:20 besuchten Erik, Rainer und Roland noch das ÖBB-Informationscenter Enzingerboden, in dem eine kleine, aber sehr gut gemachte Ausstellung die Erzeugung des Bahnstromes  veranschaulichte. Währenddessen kämpfte Thomas mit einer Megaportion Topfenstrudel in Vanillesauce.
 
Der Postbus brachte uns über 14 enge Kehren bis Uttendorf, wo wir nach 10 Minuten um 15:00 den Anschlussbus  nach Zell am See nahmen. Danilo und Thomas stiegen in Fürth-Kaprun aus; sie hatten das Auto dort geparkt. Die halbe Stunde Wartezeit in Zell am See verbrachten die anderen drei an der Uferpromenade. Fische beobachten, Booten zusehen. Hinter uns laberte ein älterer Zeller ein Ehepaar wie eine tibetanische Gebetsmühle mit seinen Erfahrungen zum Thema Erdäpfelsalat, Fisolen und  Pfefferoni voll und vor uns im See zog eine Bisamratte das Ufer entlang. Abfahrt pünktlich um 16:10 mit dem von Chris Lohner angekündigten „IC 649 Alpenkonvention“ nach Wien. Das dürfte das Gegenstück zum Skicircus von der Hinfahrt gewesen sein, aber es gab keinen Francisco, sondern einen türkisch wirkenden und lange nicht so quietschigen Typ. Das Entledigen der Schuhe hatte zur Folge, dass die Klimaanlage den Geruch durch den ganzen Wagen transportierte und den Schaffner auf den Plan rief. Vor Werfen wieder rein in die Klötze und bis Salzburg war der Waggon dekontaminiert.
 
Und nach Salzburg kam auch gleich die Belohnung: „Guten Tag, hier spricht ihr Steward, ich bin Francisco….“. Und als er vorbei kam, gab es ein Hallo, als wären wir lang verschollene Verwandte gewesen. „Fahren sie jetzt jeden Tag?“. Viel mehr ist nicht zu berichten, denn Bahnfahrt ist Bahnfahrt und wir hatten unsere Rucksäcke so drapiert, dass kein Mensch auch nur daran dachte, die Abteiltür zu öffnen. Knapp vor 21:15 Ankunft in Hütteldorf.
Griaß eich.
 
Essen, Trinken, Schlafen
Zum Thema Trinken gibt es nichts Neues zu berichten, außer, dass es nirgends Lerchenschnaps gab. Das Essen war überall gut und die Lager waren OK.
 
Auf der Gleiwitzer nutzten Erik, Rainer und Roland die Absage von Danilo und Thomas für die 1. Etappe und übernahmen deren Zimmer. Es gab  Dusche und Warmwasser zumindest am Abend. Morgens dafür überhaupt kein Wasser und die Wirtin wirkte etwas  frustriert. Offensichtlich schupfte sie den Laden alleine mit zwei Kindern im Volksschulalter. Was auf den Tisch kam war gut und das Frühstück reichlich (mit Wurst und Käse) und die Gäste sorgten für richtige Hüttenstimmung.
 
An dieser Stelle eine generelle Bemerkung:
Frühstück Schladminger Tauern : Hohe Tauern =  0:2.
es gab zusätzlich zu Butter und  Marmelade immer Wurst, Käse und Streichwurst.
 
Die Fürthermoaralm bestach schon durch die Anlage in L-Form. Wirtschaftsräume, Duschen, Zimmer und Lager im längeren Teil, die geräumige, üppig dekorierte, aber nicht kitschige Stube im kürzeren. Wanderer mischten sich mit Arbeitern vom Stausee. Das Essen war sehr gut (Kaspressknödeksuppe, Kaiserschmarren, Bauerntoast, Almkäse) und man konnte gemütlich knotzen.
 
Die Rudolfshütte ist keine Hütte, sondern ein Hotel. Groß, mit verwirrenden Gängen, einer Kletterwand im Inneren, einem Hallenbad mit zugehörigem Chlorgeruch, Sauna, Solarium, Internet und einem Selbstbedienungsrestaurant. Daher gab es auch nur Halbpension und kein Zimmer mit Frühstück. Abendessen und Frühstück vom Buffet. Wer alpin-typisches Hüttencatering erwartete, wurde enttäuscht. Aber es war immerhin sehr gut, wenn auch nicht unbedingt den Hauben zu nahe: Maisrahmsuppe, Schweinerücken in Pfefferahmsauce, Röstiltaler, Zucchinikräuterpalatschinken in Tomatensauce, jede Menge knackiges Rohgemüse zum Zusammenstellen eines individuellen Salattellers, fades, weil englisches Gemüse (Karotten, Erbsen, Karfiol) und Apfel-Hollerröster. Der Barmann hatte den ganzen Laden zu betreuen und war etwas überfordert.
Das Frühstücksbuffet war klassisch: Kaffee, Tee, Schokolade, Cerealien, Müsli,  Joghurt, Wurst, Käse, Roastbeef mit Kren, Kräuteraufstrich, Brot, Semmeln, Butter, Marmelade und Ei. Ausgiebig!
Und das Lager war geräumig, die Liegeplätze breit, aber es gab kein Fenster, sondern nur ein Dachflächenfenster, welches in der Nacht automatisch zuging und zwei Oberlichten, hinter denen gelbes Licht von irgendeinem Gang den Raum die ganze Nacht erhellte. Außerdem war es viel zu warm. Dafür immerhin 5 Duschen gleich gegenüber.
 
Das Mittagessen im Alpengasthof Enzingerboden war ein schöner, relaxter Abschluss. Und die Heidelbeerbuttermilch lecker. Der Rest übrigens auch (Suppen, Tiroler G’röstl, Hirschbraten und was weiß ich noch alles).
 
http://www.gleiwitzerhuette.at/index.html
http://www.fuerthermoar.at/
http://www.alpinzentrum-rudolfshuette.at/
http://www.enzingerboden.at/
 
Die Heidelbeeren, Himbeeren, Erdbeeren und Brombeeren unterwegs haben noch keine Homepage.
 
Das Wetter
 
Die letzten 100 Höhenmeter vom Freitag hatten es in sich. Der Samstag war schon etwas moderater, wenn auch die beiden Wolkenbrüche beim Stausee die Stimmung nicht heben konnten. Aber da hatten wir den Bus. Der Sonntag und der Montag entschädigten uns dafür mit herrlichem Sonnenschein. Umgekehrt wäre es weniger lustig gewesen.
 
Das motivierte natürlich zu sportlicher Leistung

                    Gehzeit (Pausen abgezogen)        bergauf       bergab    
Freitag: 3 ¾ Stunden 1361 m  
Samstag: 4 Stunden 320 m 1460 m
Sonntag: 7 Stunden 889 m 610 m
Montag: 2 ¼ Stunden   836 m

Insgesamt 17 Stunden und 2570 Meter hinauf.  m =  Höhenmeter.
Die Zeiten sind für die „Schleicher“ bemessen. Grob gerechnet kann sich Erik für den Sonntag etwa 30’ abziehen. Danilo 15’ und Thomas 45’ dazurechnen; sie hatten ja noch den Aufstieg zum Stausee. Mein Rucksack hatte übrigens schlappe 9,5 kg, dabei trug er sich wie mindestens 5 kg excess-baggage.
 
 
Männerfaktor
Sollte eigentlich in Zukunft entfallen. Fesche Leute sieht man bald wo, wenn auch vielleicht nicht so konzentriert. Aber erkennt man, ob die Typen g’scheit und witzig oder zumindest heiß, oder einfach doch nur deppert sind?
 
Gatsch : Kuhfladen = 1 : 0 .
Stellenweise hatte der Morast eindeutig die Oberhand. Heuer muss irgendwas mit Österreichs Kühen los sein.
 
Es hat wieder alles gepasst, und es waren wieder die richtigen Leute beisammen. Nur Erik fiel etwas aus dem Rahmen, denn er verbrachte viel Zeit an Rezeptionen und bei Ansichtskarten. Ich habe den Verdacht, dass er unterwegs schon seine Weihnachtspost verschickte. Und Roland hat einmal mehr sein Gespür und sein Organisationstalent unter Beweis gestellt. Danke, schön war’s!
 
Rainer
 


15. - 16. August 2009

Reisalpe - Klosteralpe
St. Veit an der Gölsen - Ebenwaldhöhe - Hochstaff - Reisalpe - Klosteralpe - Wasserfallsteig - Lilienfeld

Teilnehmer: Alois, Dietmar, Frankie, Igo, Roland, Thomas, Thomas, Wolfgang

Acht mehr oder weniger ausgeschlafene Tourenmänner trafen sich zu früher Stunde im "Radexpress Donau", der ab Hütteldorf nonstop nach St. Pölten brauste. Nach zweimaligem Umsteigen erreichten wir um 10:17 St. Veit an der Gölsen. Ein freundlicher St. Veiter begleitet uns vom Bahnhof durch den Ort, am Feuerwehrfest an der Gölsen vorbei, um uns den Ausgangspunkt unserer Wanderung zu zeigen. Gerne hätte er uns bis zur Reisalpe begleitet, aber Pflichten hielten ihn ab. Weiter ging es auf einer kleinen Asphaltstraße in das Wobachtal hinein. Zum Glück fuhren hier nur selten Autos. Ein nicht genauer identifizierter Raubvogel kreiste hoch oben am Himmel über uns. Ganz stimmte die Karte mit den Wegmarkierungen nicht überein und wir machten ein paar ungeplante Umwege. Die erste größere Ratlosigkeit stellte sich ein Stück nach dem Sengenebenberg ein. Wo waren wir überhaupt und sollten wir nach rechts oder links oder doch in der Wiese am Kuhzaun entlang? Der Kuhzaun war richtig, denn kurz darauf eröffnete sich der Blick auf die Ebenwaldhöhe. Nun konnte man schon anfangen zu raten, welche der Anhöhen gegenüber das Ziel darstellte.

Dem Tipp des St. Veiters folgend, peilten wir als erste anständige Rast die Kleinzeller Hinteralm an. Am Weg dorthin teilte sich die Gruppe: Dietmar, Igo und Frankie machten sich auf unmarkierten Wegen an die Überschreitung des Hochstaff (1305m) inklusive Eintrag im Gipfelbuch und Gipfelfoto, der Rest machte einen Bogen darum herum.

Auf den Gastbänken der idyllischen Kleinzeller Hinteralm traf man sich wieder. Leider waren bis zum Eintreffen der Hochstaffler alle Mehlspeisen verputzt. Igo ergatterte noch ein kleines Reststück Mohnschnitte als Kostprobe. Andere trösteten sich mit ansehnlichen Fleischbroten. Danach ging es noch eine Dreiviertelstunde steil hinauf auf die Reisalpe (1399m). Ankunft etwa um 17 Uhr. Herrliche Rundsicht beim Gipfelkreuz. Ötscher, Schneeberg, Rax, Schneealpe, Gippel und Göller werden identifiziert, die Tiefenwirkung der Abfolge von Bergketten nach allen Seiten bewundert. Wir posierten für das Gruppenfoto, danach wurde die Hütte in Beschlag genommen. Außer uns war nur ein Pärchen da, später kam noch eine kleine Familie dazu.

Im warmen Schein der Abendsonne und bei einem angenehmen Lüfterl nahmen wir auf der Terrasse Platz. Mit dem, was es am "Essenloch" und am "Trinkenloch" zu holen gab, waren alle hoch zufrieden. Als die Sonne tiefer sank, wurde es langsam kühler und wir wechselten in die Gaststube. Von dort erlebten wir einen Sonnenuntergang mit spektakulären Farben und Lichteffekten. Nicht alle machten vom Luxus einer warmen Dusche Gebrauch, zumal der Wirt schon besorgt wegen der beschränkten Wasservorräte war. Um 21 Uhr ging der erste schlafen, die anderen spielten noch ein Würfelspiel oder diskutierten über die Spielregeln. Sechs schliefen im komfortablen Lager mit Stockbetten, zwei im Zimmer. Roland machte die Beobachtung, dass immer, wenn er aufwachte, niemand schnarchte.

Am Morgen erwartete uns ein üppig gedeckter Frühstückstisch. Der Wirt mochte auf den ersten Blick etwas brummelig wirken, aber das Wohl seiner Gäste lag ihm wirklich am Herzen. Als er dann auch noch mit einer riesigen Eierspeispfanne auftauchte, waren wir uns einig, dass das Reisalpenhaus in der Hüttenbewertung die absolute Bestnote verdiente.

Der Sonntag bot das gleiche hochsommerliche Prachtwetter wie der Samstag. Strahlender Sonnenschein am Berg, unten in den Tälern lagen kleine Nebelseen. Abmarsch um 08:15, Abstieg südlich auf Forststraßen und Wegerln, dann nordwestlich auf einem schmalen Steig durch dichten Wald. An einer Quelle machten wir kurz Rast und füllten die Wasservorräte auf. Dann ging es aufwärts zur Klosteralpe. Am Weg dorthin begegneten uns deutlich mehr Kühe als Menschen.

Die Traisnerhütte erreichen wir um 11:15, kehren aber nicht ein. Dort waren nämlich ziemlich viele Menschen, da gerade ein Berglauf stattfand und die letzten der Teilnehmer unter Applaus eingelaufen kamen. Uns applaudierte niemand und wir gingen weiter zur Lilienfelder Hütte, wobei wir unterwegs Himbeeren naschten. Dort trafen wir zufällig ein paar Bekannte, die gerade eine Light-Variante unserer Tour absolvierten. Nachdem wir einen Platz unter den heiß begehrten Sonnenschirmen ergattert hatten, ließen wir uns das Essen gut schmecken, glichen den Flüssigkeitsverlust aus und plauderten mit der gut aufgelegten Kellnerin. Nun folgte der Abstieg nach Lilienfeld. Der Wasserfallsteig war ein schöner Abschluss der Tour. Danach ging es noch ein Stück der Straße entlang, wobei es zur Zerstreuung Becken mit Jungforellen zu besichtigten gab.

Da eineinhalb Stunden Zeit bis zum nächsten Zug blieb, wurde das Stift besichtigt und die Konditorei besucht. Abfahrt um 15:53. Die Limitierungen des Gruppentickets und die Zugverbindungen sorgten für Komplikationen. Ein paar beschlossen, den schnelleren IC zu nehmen und lösten im Zug Karten, was sich später als überflüssig erwies. Denn in St. Pölten stand unerwartet ein leicht verspäteter REX am Nachbargleis. Nach überstürzter Verabschiedung von Thomas & Thomas, von denen einer nach Innsbruck musste, gelange der Rest früher als erwartet nach Wien.

Die Wanderleistung war durchaus sportlich: 5 Stunden reine Gehzeit an jedem der beiden Tage, in Summe etwa 1500 Höhenmeter Aufstieg und ebensoviel Abstieg, für den Hochstaff noch 300 extra. Abgesehen von einem Wespenstich, einer oberflächlichen Aufschürfung und einigen (angeblich glückbringenden) Fehltritten in frische Kuhfladen verlief die Tour ohne Missgeschicke.

Frankie


2. August 2009
Radtour Lobau

Um 10:25 trafen 5 Radler von der Reichsbrücke kommend auf die 3 Wartenden ebensolchen bei der Steinspornbrücke, sodass wir insges. 8 Männer waren, die sich voller Erwartungen in Richtung Lobau bewegten.
Die anfängliche Befürchtung wegen der Myriaden von Gelsen in den Feuchtgebieten (wie uns die Medien seit Wochen Glauben machten) stellte sich alsbald als völlig unbegründet heraus, was uns irgendwie immer noch ein Rätsel ist….
 
Nicht einmal bei einem kurzfristig erzwungenem Halt mitten in den Büschen – ein Pferd samt Reiterin musste den schmalen Weg passieren – kamen die Sauger auf Tuchfühlung….
Es war ziemlich heiß, aber der Fahrtwind machte es ganz angenehm. Die ursprüngliche Natur der Lobau ist schon wirklich was Besonderes…..

Nach einiger Zeit - durch eine Vielzahl von Wegerln, Abzweigungen, Schotterstrassen - lotste uns Frankie zum Uferhaus (wenngleich ohne sichtbares Ufer) wo wir uns stärkten bei zumeist Grillhenderln vom Holzkohlengrill, die wirklich vorzüglich waren und kühlen Getränken. Einer begann dann noch mit einem Eiskaffe und 5 andere konnten ebenfalls nicht widerstehen……
 
Wir saßen auf Tisch 8 – der allerdings als solcher nicht erkennbar war – wie auch alle anderen Tische Nummern hatten - die ebenfalls nicht erkennbar waren, was aber der Logistik und den Insidern keine Probleme machte.
Während wir uns die Hendln schmecken ließen, stieß noch ein Kollege zu uns, sodass wir nun gar 9 waren.

Es war eine sehr erfrischende und gemütliche Rast. Dann entschieden wir uns, doch die erweiterte Strecke zu fahren und machten noch eine große Schleife in den südlichen Bereich der Lobau. Das lohnende Erlebnis war dann eine Aussichtsplattform aus glänzendem Nirostastahl, von der es einen wirklich unglaublich schönen Blick in die unberührte Urlobau gab (siehe Bilder). Ein unten zufällig vorbeischwimmender 10 kg Riesenkarpfen zog ungläubige Blicke auf sich…..
 
In diesem Bereich waren fast keine anderen Leute unterwegs.
 
Nächstes Ziel war der Donau-Oder Kanal (Diskussionen gab es darüber, ob es jetzt „Donau“ oder „Kanal“ heißt….) wo wir uns mit großem Elan in die warmen Fluten stürzten….
Ein schönes Naturbadeerlebnis – wofür ja die Lobau steht.
 
Nach ausgiebigem Sonnenbaden brachen wir zur Rückfahrt auf und machten bei der Dechantlacke noch kurz Station, wo wir auch feststellten, dass die morgens frisch geputzen und polierten Räder ziemlichen Staub angesetzt haben.
Dann ging es Richtung Reichsbrücke zurück und wir alle haben diesen schönen Ausflug in die Lobau sehr genossen.

Josef



KLAFFERKESSEL - GIGLACHSEEN
Schladminger  Tauern      24. – 27.  Juli 2009     

 
Freitag, 24. Juli
Die Fahrt hatte eine Tücke: SCHIENENERSATZVERKEHR. Start um 6:30 von Meidling  ( Michi, Rainer und Roland) und noch früher vom  Südbahnhof (Thomas und Thomas) war ja nicht eben ein Hineinrutschen in den Tag. Bestes Beispiel Michi, der sich einfach ausstreckte, den Kopf auf Rainers Schenkel schmiss, den Italiener vom Eckplatz vertrieb, die Füße auf das Fenstertischerl knallte und vor sich hin döste.
 
Zum Italiener (irgendwo in den 20igern) vielleicht die Bemerkung, dass er sich auf den Gang verzog und dort endlos telefonierte. Erst mit dem Papa, dann mit der Mamma, dann wieder mit dem Papa, dann mit dem Onkel und ihnen etwas von „nella mia situazione“ vorjammerte und damit drohte, beim nächsten Halt eine Ambulanz zu verlangen und sich ins Spital zu legen. Wie es weiter ging, kann ich nicht berichten, denn wir stiegen in Leoben aus.
 
Ziemlich pünktlich auch der Anschluss ins Ennstal in deutschen Waggons mit ungewohnter, aber nicht unangenehmer Sitzanordnung, doch leider nur bis Selzthal. Dann Bus bis Stainach-Irding und weiter mit einem Zug, der mit etwa 20 Minuten Verspätung in Schladming ankam. Der Bus zu den Riesachfällen war beim Teufel, das hieß 2 Stunden Wartezeit, die wir in einem unnötigen Lokal verbrachten bzw. zum Auffüllen des Börsels beim Bankomaten nutzten. Abfahrt um 12:16 vom Lendplatz, hin und her durch Rohrmoos, und dann ins Untertal zum Parkplatz Riesachfälle (1079m).
 
Nach Ankunft knapp vor 13:00Uhr gleich einmal den Frust ertränken und mit Festem ersticken. Abmarsch, oder eher Aufstieg um 14:00. Der Alpinsteig  „Wilde Wasser“ durch die „Höll“ war der steilste des ganzen Tages. Treppen aus Eisen, Treppen aus Holz (über 750 Stufen!) und eine Hängebrücke (14:30 Uhr) über den oberen Teil der Riesachfälle. Um 15:00 waren wir beim dunkelgrünen Riesachsee, den wir etwa 15 Minuten entlang marschierten. Um 15:40 gönnten wir uns eine viertelstündige Rast nahe der Kerschbaumer Alm (1356m). Beim Talschluss noch ein etwas steilerer Anstieg zur Preintaler Hütte (16:30 Uhr; 1657 m). Zimmer bzw. Lager beziehen und dann auf der zum Tal weisenden Terrasse ausspannen. Ab 17:30 gab es Essen. Wir überlegten lange hin und her und was dann herauskam weiß ich nicht mehr genau. Aber an  die „Lärcherln“ und das Vergnügungsprogramm  „Mensch ärgere dich nicht“ erinnere ich mich sehr wohl. Auch an die große gemütliche Stube. Irgendwann gegen 21:45 Uhr waren wir in den Betten bzw. auf den Matratzen.
 
Samstag 25. Juli
krochen  wir schon früh aus den Schlafsäcken,  um 08:30 hatten wir gefrühstückt und machten uns auf den Weg.  Gleich hinter der Hütte bergan  über das Äußere Lämmerkar in den Klafferkessel und über die Untere Klafferscharte zu den Klafferseen (10:15). Wolken, etwas Nebel, leichter Schneeregen und unangenehmer Wind. Kein Postkartenwetter. Der Aufstieg (11:20) zum Greifenberg (2618m) und der Oberen Klafferscharte war mühsam. Wie auch an den folgenden Tagen gab es große Steine, kleine Steine, Felsen, vorne Steine, hinten Steine, links Steine, rechts Steine (ich weiß, das nennt man Geröllfelder) und Schneezungen, die man überqueren musste. Außerdem null Aussicht vom Gipfel (12:25). Mehr als 10 Minuten Rast lohnten sich nicht. Der Abstieg zum Greifenbergsattel war ebenso mühsam wie der Aufstieg („warum bin ich nicht nach Caorle gefahren?“). Dann ging es in Serpentinen steil hinunter Richtung Gollinghütte. Aufgelockert immer wieder durch willkommenen Tratsch mit entgegenkommenden Wanderern (Servas, Griaß di, Hallo usw; das ganze Programm). Nach einer  Stunde machten wir 15 Minuten Rast und um 15:30 hatten wir unser Etappenziel, die Gollinghütte (1641m), erreicht. Es war Samstag, jede Menge Tschechen oder Slowaken und eine Hardcore-Truppe (von Ende 20 bis Mitte 40), die irgendwo in Zelten übernachtete. Um 19:00 kam auch Frankie aus dem Tal angestapft und nach dem Essen war wieder unser Brettspiel fällig, während die Kleider über dem Kachelofen trockneten. Nach einigem Gejammer wegen des übervollen Schlafsaales öffnete der Wirt ein kleineres Lager, wo Michi, Rainer, Roland und 2  Männer auf etwa 14 Matratzen ruhen konnten. Frankie, Thomas und Thomas im Zimmer.
 
Sonntag 26. Juli
Auf kurz nach 7:00, Frühstück und um 8:25 bei herrlichem Sonnenschein in den Gollingwinkel und dann steil (eh klar) bergauf zur Gollingscharte (10:35, 2326m). Kein Regen, kein Schnee, kein Nebel, aber große Steine, kleine Steine, Felsen usw. Auf der Scharte einige verwaiste Rucksäcke. Die Hardcore-Truppe hatte offensichtlich mit dem Anstieg nicht genug und  musste noch weitere 536m auf den Hochgolling. Die Gollingscharte ist die Grenze zwischen Steiermark und Salzburg. Das Heimatland Mozarts und auch Michis begrüßte uns mit einem riesigen, steilen Schneefeld, welches wir nur im obersten Teil am Rande umgehen konnten. Den Großteil arbeiteten wir uns im Treppenschritt hinunter. Beschämend allerdings das Auftauchen eines Bergläufers („Duracell-Hase“), der im Jogging-Outfit den weißen Hang im Rutsch-Laufschritt in kaum 10 Minuten hinter sich brachte, während wir erst um 12:10 den Göriachwinkel (etwa 1800m) erreichten. Sonntag, herrliches Wetter und Alm-Ramba-Zamba. Alle Altersgruppen waren unterwegs und vor allem viele Jungfamilien mit ihren Kindern : „geht’s jetzt weiter, wer mit mir bei der Hütte ist, kriegt einen  Stempel, die anderen nicht“; da sind sie aber losgezogen!  Da wir keinen Stempel wollten, machten wir erst einmal 20 Minuten Pause und nahmen dann das restliche Stück bis zur Landawirseehütte (12:50, 1985m) in Angriff. Sie liegt in einem weiten Talkessel, nicht so eingezwängt wie die Preintaler- und Gollinghütte und außerdem wurden Riesenportionen serviert. Das Gröstel mussten sich Rainer und Roland teilen. 
 
Um 14:15 wieder einmal bergauf bis zur Trockenbrotscharte (14:55, 2237m). Mehr als eine kurze Rast hatte keinen Sinn, wie überall an freien Stellen, war auch hier der Wind ungemütlich. Der Abstieg über den Arnoweg zurück in die Steiermark war eher von der steilen Art und verwöhnte uns am Anfang wieder mit großen Steinen, kleinen Steinen…. In einer der vielen Kehren ein Häufchen menschlicher Ausscheidung, hübsch drapiert mit gelbem Toilettenpapier. Dafür hatte Thomas ein Netz („ein Haarnetz?“ „Nein! Empfang!“ „Aha!“) und ein Stück weiter sahen wir eine große Kröte am Wegrand. Wie schon am Vortag, gab es  einige Stellen mit Seilsicherung oder so hohen Steinstufen, dass man sich am Fels absichern musste, wobei sich Rainer eine Schürfwunde am Unterarm zuzog, welche  Michi fachmännisch mit einem 20 cm Pflaster verarztete. Am Montag wurde es noch mit dem Stempel der Ignaz Mattis Hütte veredelt.
 
Ankunft bei der Keinprechthütte (1872m)  um 17:30. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass auf einem kleinen Hügel ein Schild „A1“ angebracht ist. Da das Zimmer von Thomas & Thomas vier Betten hatte, quartierten sich auch Frankie und Rainer dort ein. Allerdings erst nachdem Magdalena (1 ½ Jahre)  eingeschlafen war. Der Vater hatte darum gebeten und er wollte sie, einmal in Morpheus Armen, ins Lager legen. Das gelang zwar dann der Mutter, aber die Kleine wachte immer wieder auf, weil holländische Gören mit Trara durch die Flure donnerten und sich nur 50cm vor dem Kind einbremsten.
 
Essen mussten wir schon um 18:00 bestellen, abgefüttert wurden wir um 19:30, hatten aber dann noch genügend Zeit für eine Runde „Mensch ärgere dich nicht“. Zu sechst gespielt hat es etwas von einem perpetuum mobile. Es hört nie auf.
 
Montag 27. Juli
mussten wir früh hoch, denn Frühstück gab es nur von 6:30 bis 7:30. Rainer hatte eine unruhige Nacht und so gegen 3 Uhr früh entschieden, den Fahrweg allein ins Tal zu gehen, um in Schladming bei Kaviar und Champagner auf die anderen zu warten. „Na, na, du gehst mit!“ und der Wirt meinte, wer den Abstieg von der Gollingscharte geschafft hat, für den ist die Rotmandlspitze ein Klacks und der junge Vater von Magdalena und den anderen 3 Orgelpfeifen erklärte, dass er den Weg am Vortag mit den Kindern gegangen wäre. Ganz leicht. Easy sozusagen. Was bleibt einem da übrig.
 
Also alle los um 7:45 über die Krukeckscharte  (9:25) auf die Rotmandlspitze (10:00, 2453m). Der Weg war wieder mit zu querenden Schneefeldern und Steinen, Steinen, Steinen gespickt. Wobei festzuhalten ist, dass wir uns nicht auf einem Bahndamm befanden, sondern mit Steinen festes Material von 5cm bis 2m Größe, das noch dazu wirr herumliegt, gemeint ist. Roland und Rainer waren darin einig, nicht ganz auf den Gipfel zu gehen. Funktionierte aber nicht, denn Michi kam zurück und berichtete, dass man, wollte man weiter, hinauf musste. Dafür trug er unsere Rucksäcke. Seinen Eltern sei Dank, dass sie ihn schon als Säugling mit der Bergwelt vertraut gemacht haben. Um 10:15 waren wir schließlich alle oben und ließen uns den Wind um die Ohren pfeifen. Die Belohnung war eine Schafherde und der imposante Rundblick.
www.wanderprofi.at/alpenyeti/touralbum2004/Rotmandlspitze/index.html
Der Abstieg war der auf Karten schwarz eingezeichnete Teil des Weitwanderweges. Warum bleibt unklar, die anderen Steige waren auch nicht leichter. Roland hatte Knieprobleme und bekam von Michi eine Bandage angelegt. Um 12:10 waren wir bei der Ignaz Mattis Hütte (1986m) über den Giglachseen. Nur etwa 1 ½  Stunden von der Ursprungalm mit großem Parkplatz entfernt, ging hier die Post ab. Kein Wunder, bei diesem Wetter. Essen, trinken und weiter um 13:30 oberhalb der Seen und durch das Rinderfeld hinunter zur Ursprungalm (14:35,  1604m). Mehr als 2 Stunden Zeit bis zum Bus. Eine Gruppe Behinderter mit ihren jungen Betreuern/innen war gerade im Aufbruch. Frankie machte nach seinem Bier eine Almrunde, Michi trocknete die Wäsche in der Sonne und der Rest ruhte einfach im Schatten neben der Häusltür. Dazwischen ging sich noch eine Art Wünschelrutengehen aus um ein Netz (Handy, nicht Haar) zu suchen.
 
Abfahrt um 16:50 statt 17:00 . Es waren 3 Busse eingesetzt und wir erwischten den ersten, waren daher mehr als rechtzeitig in Schladming. Auch die Zugabfahrt war pünktlich, aber der Schienenersatzverkehr machte einen Strich durch den Fahrplan. Unser „Jacques Lemans“ war zu spät in Leoben um die „Österreichische Computer Gesellschaft“ (die Namen ziehen mir immer wieder die Socken aus) zu erreichen, obwohl sich der Schaffner um den Anschluss bemühte. Er  bot uns aber zumindest eine Alternative an. Im Laufschritt zu Gleis 1 und weiter nach Bruck und dort hurtig zu Gleis 2, wo wir noch den „Emona“ aus Ljubljana erwischten. Michi riss eine Abteiltür auf, erklärte, dass alles voll wäre und wir jetzt hier sitzen würden, was den Slowenen etwas verblüffte. Allerdings nicht genug um seine Haxen vom Sitz zu nehmen. Egal, wir wankten ohnehin in den Speisewagen um unseren Frust mit slowenischem Bier, Wein und Cola zu ertränken. Dank des Ennstal-Schaffners waren wir nur 30 Minuten später in Wien als geplant.
Trotzdem habe ich den ÖBB gegenüber meinem Ärger in Mailform Ausdruck verliehen. Aber auch den Zugbegleiter gelobt. Wer will, dem kann ich es gerne schicken; die Antwort war ein Wischi-Waschi aus dem Reklamationslehrbuch. Hätte ich vermutlich in meiner aktiven Zeit auch nicht anders gemacht. Bin ja ehrlich.
 
Essen, Trinken, Schlafen
ja ich weiß, da fehlt noch was und dazu ganz kurz: Die Toiletten waren OK, aber halt immer nur je eine für Damen und eine für Herren. Dass es trotzdem keine überlangen Wartezeiten gab, mag damit zusammenhängen, dass man alles herausschwitzt, ehe es den Weg zur Blase findet. Das Wasser war überall eiskalt und nur in der Preintaler und der Golling konnte man gegen Bezahlung warm duschen. Die Preintalerhütte bestach mit einer großen und trotzdem urgemütlichen Stube. Da war die Keinprechthütte eher schmalbrüstig. Dafür war dort der Oberstock mit hellem, neuem Holz (renoviert 2001) ausgekleidet. Dass man durch das erste Lager gehen musste, um zu den Zimmern und dem 2.Lager zu gelangen, war weniger vorteilhaft.
 
Gar nicht verwöhnt wurden wir während der Wartezeit in Schladming. Im  „Wintergarten“ konnte man zwar Miesmuscheln haben, aber keinen Orangensaft, weil die Orangen noch nicht geliefert wurden. Dafür hatten wir eine große Heuschrecke am Tisch. An sich sehr eiweißhältig, aber es war kein Grill da.
 
Ausgezeichnet gegessen haben wir im Gasthaus Riesachfall.  Große und knackige, wenn auch etwas wässrige Salatportionen, Spätzle, gute Suppen, Suppentopf, Bandnudeln mit Pesto und weil davon die Rede ist: die Knödel (egal welche, vor allem aber Leberknödel) hatten überall die Größe von Tennisbällen. Auch in den anderen Hütten hat es  geschmeckt. In der Gollinghütte kochte ein nepalesisches Ehepaar „Momo“ (Teigtaschen mit Fleisch- oder Gemüsefüllung und scharfer Sauce). Die Haussulz in der Ignaz Mattis regte zu einer kleinen Diskussion über Gelatine, und „Rindersulz mag ich lieber“ und „zu Silvester ist der Kochtopf explodiert und die Sulz war am Plafond, dann gab es Linsensalat“ an, und am Nebentisch aß jemand Bratkartoffel dazu. Schwächlich war die Küche der Keinprechthütte. Die Steinpilzsuppe wurde als Packerlsuppe entlarvt und das Reisfleisch war eher die mit Reis eingedickte Gulaschsuppe vom Vortag. Der Schweinsbraten war laut Frankie OK. Ansonsten futterten wir uns quer durch Knödel, Suppen, Strudel, Steirerkasbrote, Gröstl etc. und einen Kaiserschmarrn für alle mit einer Gabel für jeden. Der leckere Duft zog durch die ganze Hütte.
 
Bier, Wein, Apfelsaft usw. sind nichts neues, aber die Lärchen-, Zirben- und Marillenschnäpse ergaben Spirituosenfaktor³ - Frankie blieb beim Bier. Es gab Kinder-, Jugendlichen- und Erwachsenen-Rationen. Na welche schon!  Sehr gut auch Heidelbeer- und Preiselbeersaft in der Keinprechthütte und die fruchtigen Buttermilchgetränke auf der Ursprungalm.
 
www.restaurantwintergarten.at/
www.gasthaus-riesachfall.at/
www.preintaler.at/preintaler/
www.gollinghuette.com/
www.alpenverein.at/huettenHome/DE/Home/index.php?huetteNr=0135
www.oeav.at/wien/Huetten/Ignaz_Mattis_Huette.php
www.ursprungalm.at/
 
Die für Villgraten gemachte Ankündigung „nach einem ausgiebigen Frühstück geht es…“ hatte sich Roland diesmal verkniffen. 6. Sinn? Es gab überall Kaffee, 2 Schnitten Brot und  Marmelade, aber ein großes Stück Butter und Maresi trotz Kühen vor der Tür. Einmal gönnten wir uns 1 hartes Ei. Köstlich kaltes Wasser gab es unterwegs bei den vielen, steil herunter fließenden Bächen.
 
Das Wetter
war bis auf den feuchten und windigen Samstag einfach herrlich und Sonnencreme Pflicht.
 
Für die sportliche Leistung brauchen wir uns nicht zu schämen. Rainer wollte ursprünglich gar nicht mit. Roland konnte ihn nur mit der Aussage „das schaffst du, einmal oben geht es dann relativ eben dahin“ ködern. Die Definition von „relativ eben“ steht noch aus.

                    Gehzeit (Pausen abgezogen)        bergauf       bergab    
Freitag: 2 Stunden 578 m  
Samstag: 6 Stunden 961 m 977 m
Sonntag: 6 ½ Stunden 1122 m 806 m
Montag: 5 Stunden 581 m 873 m

Insgesamt 19 ½ Stunden und 3242 Meter. Tagesdurchschnitt 4 ¾ Stunden und 810 m „auffi“. 
m =  natürlich Höhenmeter. Es war ja kein Lokalbummel!
 
www.wandern.com
 
Männerfaktor
Ja, aber hallo! Der Schaffner von Wien nach Leoben, die Schladminger, der Juniorwirt in der Preintaler und die Hardcore-Truppe. Der „Duracell-Hase“ und die vielen Jungväter. Oder vielleicht die beiden Mountainbiker auf der Ursprungalm? Allesamt knackig! Der sudernde Italiener von der Hinfahrt drückte allerdings die Statistik, obwohl er ganz hübsch war. Schlichter Knaller oder ein Coming-out-Drama? Falls ja, nehme ich alles zurück!
 
Gatsch : Kuhfladen = 1 : 0 . Sichtlich haben die Kühe an einem Workshop des Tourismusverbandes teilgenommen. Da hatten wir schon braunere Wege. Bei einigen Bächen musste morastiges Terrain gazellenartig übersprungen werden und in manchen Tälern gab es kleine Hochmoore.
 
Noch eine persönliche Anmerkung: danke, danke, danke. Dafür, dass immer jemand vor und hinter mir ging, um mich notfalls zusammen zu klauben, für das Tragen der Stöcke an haarigen Stellen, für das Nachfüllen der Wasserflasche und für den manchmal nötigen Motivationsschub. Eine schöne Bergkameradschaft. Und ein Extraschmatz an Michi für den täglichen Griff in die Dopingschatulle. Alles wird gut!
 
Roland hatte die Tour sehr sorgfältig und liebevoll geplant. Da konnte gar nichts schief gehen. Einfach Spitze! Er kriegt auch 5 Küsse! No? (mit offenem O gesprochen!)
 
Rainer
 
 


Junx auf Touren – Sonntag, 19. Juli 2009

Wandertour: Semmering – Maria Schutz – Sonnwendstein – Hirschenkogel - Semmering

Mit dabei: Gernot, Herbert, Matthias, Ronny, Werner


Am Südbahnhof sind wir um 6:40 Uhr zwar nur zu dritt am Start, um 9:30 Uhr an der Talstation der Zau[:ber:]g-Kabinenbahn in Semmering (985 m Seehöhe) aber immerhin zu fünft! Bei einigen anderen Junx ist es dem Vernehmen nach bei guten Vorsätzen und einer durchgefeierten Samstagnacht geblieben – dabei weiß doch alle Welt, dass die schlechte Luft in verrauchten Lokalen unsexy Pickel macht! :-)
 
Anyway, wir fünf schlagen also zunächst den Waldweg hinunter nach Maria Schutz (760 m) ein. Das barocke Wallfahrtskirchlein beeindruckt uns schließlich weniger als die fröhlich fetten frischen Klosterkrapfen vom Kirchenwirten! So gestärkt fällt uns der steile Zickzack-Aufstieg über den Gebirgsjäger-Gedächtnisweg zur Pollereshütte (1.481 m) nicht allzu schwer. Als Belohnung erwartet uns eine fantastische Fernsicht zum Wechsel, zur Buckligen Welt und zum Neusiedlersee! Auch das Essen auf der Hütte lässt den üblichen Knorrsuppen-Mikrowellen-Standard weit hinter sich. Ich sage nur: Käsepressknödelsuppe oder hausgemachter Apfelstrudel … :-)
 
Nach Speis und Trank sowie angemessen ausführlicher Beobachtung und Besprechung interessanter (schwuler) Jungs an Nachbartischen steigen wir zum Bergkircherl auf dem Gipfel des Sonnwendsteins (1.523 m) auf. Auch hier gibt’s wieder ein beeindruckendes Panorama mit Rax, Schneeberg, Ghega-Semmeringbahn & Co. Weiter geht’s dann über den Kammweg (Hochalmweg) über den Erzkogel und den Dürriegel bis zum Hirschenkogel mit dem Liechtensteinhaus (1.340 m).
 
Die letzte große Attraktion dieser Tour sind die mit extrem dicken Reifen und potenten Scheibenbremsen ausgestatteten „Monsterroller“. Jeder von uns fünf wird sich an der Hirschenkogel-Bergstation – ähnlich todesmutig wie die zahllosen Mountainbiker auf der parallel verlaufenden Downhill-Strecke – mit einem Schutzhelm auf dem Kopf talwärts stürzen. Unsere Erwartung, eine halbwegs humane, brav geschotterte Piste vorzufinden, stellt sich schon bald als ziemlich naiv heraus: Die Strecke sieht dem ausgetrockneten Bett eines gerade urlaubenden reißenden Wildbachs zum Verwechseln ähnlich! Dennoch erreichen vier von uns fünf bestens gelaunt UND unversehrt die Talstation. Nur Herbert erwischt es in einer rutschigen Kurve im untersten Drittel der Piste: Der Monsterroller, die Sau, wirft ihn ab – Herbert kommt mit diversen Schrammen davon!
 
An Bord von Werners gemütlichem Kombi fahren wir schließlich gemeinsam nach Wien zurück – ein weiterer toller Wanderausflug geht zu Ende. Wir freuen uns schon auf den nächsten!
 
CU @ JUNX AUF TOUREN!
Matthias & Herbert



Samstag 11. – Sonntag 12. Juli 2009

SCHNEEALPE
Altenberg  a. d. Rax  - Lohmgraben - Lurgbauer Hütte - Schneealpen Haus - Windberg - Lurgbauer Hütte - Karlalm - Hinternaßwald

Samstag 11. Juli
 
Zweitageswanderungen erfreuen sich meist nicht des gleichen Zuspruchs wie die Sonntagstouren, doch  10 Mann und zwei Hunde waren eine ansehnliche Gruppe.
Vielleicht auch deshalb, weil die Abfahrt um 09:23 vom Südbahnhof als sehr moderat eingestuft werden konnte. Das war zwar nicht Absicht, aber durch den Fahrplan erzwungen. Also konnten Frankie, Helmut mit Emmi und Harry, Igo, Josef, Rainer, Roland, Thomas, Thomas, Thomas und Walter sich unterwegs nicht über Erschöpfung infolge zu wenig Schlafes beschweren.
 
Zwei Mal umsteigen (Wr. Neustadt,  wo Thomas aus Bad Vöslau zu uns stieß und Payerbach-Reichenau)  war zwar etwas umständlich, wenn auch immer vom selben Bahnsteig. In der Schnellbahngarnitur ab Payerbach mit versperrter Toilette begann das kollektive Eincremen, um die Zeit bis zur Ankunft in Mürzzuschlag um 11:24 tot zu schlagen. Da bis zur Busabfahrt um 12:15 noch fast eine Stunde Zeit war, verzogen wir uns gleich in den Schanigarten der Bäckerei Köck am Hammerpark. Kaffee und üppig aussehende Schaumkuchen, an deren Früchte ich mich nicht mehr erinnern kann. Wohl aber daran, dass die Tische allesamt nicht abgeräumt waren, was Igo zu einer Protestaktion veranlasste. Er stapelte alles auf einem Ecktisch auf und zerschepperte dabei ein Glas.
 
Abfahrt um 12:15 durch das obere Mürztal über Kapellen Richtung Altenberg (782m). Walter verteilte selbst gefladerte Marillen und zwei Frauen in der Sitzreihe vor uns erkundigten sich nach unserem Ziel, gaben Tipps, sagten wo wir aussteigen mussten und zeigten uns auch noch den richtigen Weg. Und so stampften wir um 12:30 los. Erst gemütlich den Lohmbach entlang bis zum Lurgbauer und dann, schon steiler, in den Lohmgraben. Der schotterige Weg wurde zusehends steiler und war schließlich nur mehr ein Steig, der sich in kleinen Serpentinen den Berg hoch mühte. Wir auch! Dann verlief er seitlich ober dem Bach und war gesäumt von Gras und einer Vielzahl von Blumen. Das lud zwei Mal zu kurzer Rast ein. Aussicht genießen und Pflanzen betrachten; beides Ausreden! Nach Überqueren des Baches ging es noch über Schneefelder durch den Almgraben bis zur Wiese der Ameisbühelalm mit der Lurgbauer Hütte (1764m). Hier war es sehr windig und die restlichen Hüllen wurden angelegt. Um 15:30 waren wir oben, saßen an einem Tisch und konnten  bestellen. Was will man mehr. Für Mittagessen war es zwar zu spät und für das Abendessen etwas zu früh, aber es wurde trotzdem zugelangt.
 
Eine Stunde später nahmen wir den restlichen Weg über die Hochfläche zum Schneealpenhaus (1782m laut Plan; 1788 m laut Tafel) in Angriff. Almwiesen, jede Menge Kühe und dürre Latschen, die wie gebleichte Gebeine in Wild West Filmen aussahen. Wie uns der Wirt später erklärte, war das die Folge eines 20 Minuten dauernden Hagels, der den Pflanzen die Rinden abschlug, und sie so jeder Regenerationsmöglichkeit  beraubte. Selbst wer nur oberflächlich schaute, konnte eine Vielfalt an Blumen und seltenen Orchideen ganz beiläufig am Wegrand stehen sehen. Überall wo der Wind freie Bahn hatte, und das war sehr häufig, war es eher frostig, obwohl es immer wieder Sonne am etwas durchsetzten Himmel gab.
 
Unser Tagesziel erreichten wir um 17:20. Walter später, weil er seinem Drang nach gründlicher Erforschung der Flora freie Bahn ließ. Durst stillen und Lager bzw. Zimmer (Emmi und Harry durften nicht in die Lager) beziehen. Dank und Ehre gebührt den Errichtern, Erhaltern und Betreibern der Berghütten, aber wie man auf  5 schmalen und einer etwas breiteren Matratze 7 Leute unterbringen will, ohne dass sie irgendwann nächtens zum Taschenmesser greifen, muss mir erst jemand „vorliegen“. Die Diskussion „Fenster auf oder zu“ wurde von den Gegebenheiten entschieden, denn beim Öffnen riss es Igo fast den  Flügel aus der Hand.
 
 Josef verabschiedete sich hier, weil er noch nach Wien wollte. Er zog durch den Blarergraben und dann über den ersten Teil unseres Aufstiegs nach Altenberg. Sein Bus ging um 20:59 und der Anschlusszug um 21:32, aber er wollte in Altenberg liebe, nette Mürztaler bitten,  ihn mitzunehmen. Seine Erfahrungen:
 
Ich bin nach 1 ½ Stunden unten gewesen und habe bis Mürzzuschlag gestoppt. Alle Steirer  haben es  ignoriert, aber  ein vollbesetztes Auto mit jungen „Jugobuam“  hat mich  dann mitgenommen. Allerdings ging es im  Höllentempo weiter und ich habe meist die Augen zu gehabt. Dennoch:  Brav.  So habe ich den Zug 1 Stunde  früher noch erwischt.
 
Hinter der Hütte betrachteten wir, wie Windbrecher aufgestellt, den Sonnenuntergang. Die großartig erörterten Gesellschaftsspiele gingen irgendwie in der allgemeinen Müdigkeit unter. Auch die, für eine Berghütte eher unübliche, Sauna reizte uns nicht. Nach Fleischstrudel- und Kaspressknödelsuppe, Eierschwammerlsauce mit Knödel, Steirischer Eierspeis mit Salat, Schweinsbraten mit Knödel, Nussstrudel und Pfirsich-Joghurt Schnitte spendierte der Wirt (im Winter ist er in Australien) eine Runde selbst gemachten Latschenschnapses. Zwei handvoll (er hatte große Hände) Latschentriebe mit einigen Zapfen für den Geschmack reichen für 50 Liter. Wovon hat er nicht gesagt, gehen wir einmal von Weingeist aus. Und da muss man noch kräftig zuckern, weil er sonst nicht zu saufen ist. Sie haben die Mischung aber  sehr gut im Griff!
 
Die Nachtruhe kann ich zeitlich nicht mehr einordnen, aber wir haben nicht über die Stränge geschlagen.
 
Sonntag, 12.Juli
 
Thomas zog schon um 05:30 in die Gaststube um zu lesen. Der Rest schälte sich irgendwann ab 06:00 aus den Schlafsäcken, um mit müden Augen, nach einer windigen Nacht, die Waschräume anzusteuern. Im Tal war noch Nebel und im 1. Stock hatte nächtens ein weibliches Wesen von der Hüttenmannschaft lautstark seinem Frust Ausdruck verliehen. Was wie das Wehren gegen eine Vergewaltigung schien, war offensichtlich „nur“ Auflehnen gegen eine persönliche Situation, denn sie dürfte allein im Zimmer gewesen sein.
 
Es gab nur EISKALTES WASSER, was den hygienischen Aufwand etwas reduzierte. Außentemperatur 6° C. Und dazu vielleicht die beiden erbaulichen Sprüche auf den Toiletten:
 
„ziehen deine Würste Streifen,
(dann) musst du zur Bürste greifen“
(das war beim Eingang)
und
 „wer Ehrlichkeit liebt und Sauberkeit dazu,
der macht aus Dankbarkeit für die Benützung
jedes Mal den Deckel zu“

(und das war auf allen Häuseln; für Männer zumindest)
 
Einige machten noch einen kleinen Rundgang zu Kapelle. So erbaut, konnten wir das Frühstück von 07:30 bis 08:30 beruhigt genießen. Ein kleines Buffet auf einem kleinen Tisch, aber alles da: Sehr guter Kaffee, Teewasser und Teebeutel, Milch,  Maresi, Wurst, Käse, Brot, Cerealien, Aufstriche, Butter, Honig, Marmelade und Haselnusscreme die auch bei uns einen Abnehmer fand. Ich muss das erwähnen, weil er schon am Vorabend von Nutella träumte. Thomas vermisste die Einlage seines rechten Schuhs, war aber dann nicht sicher, ob er sie überhaupt mit hatte.
 
Zum Schneealpenhaus vielleicht noch die Bemerkung, dass außen eine Tafel mit dem Hinweis:
 
Eierschwammerl-
schau ned so genau
sauce mit Knödel

 
stand. Das winzig geschriebene „schau ned so genau“ war einmal ein Gag, allerdings mit wasserfester Farbe und daher nicht mehr wegzukriegen. Der Effekt:  man schaut genau! Und in der Stube waren zwei Speisen japanisch angeschrieben. Hier hatte sich ein Gast verewigt. Erwähnenswert  vielleicht auch die Tatsache, dass man in Österreich an keiner Holztüre mehr vorbei kommt, hinter der nicht Murmeltiersalbe angeboten wird.
 
Abmarsch um 08:30 bei herrlichem Wetter zum Windberg. Natürlich nicht die 40 Minuten direkt, sondern auf großem Umweg Richtung Hinteralm mit Ankunft am Gipfel (1903m) um 10:15. Windig, aber sonnig. Am Weg sahen wir Gämsen majestätisch auf einem Felsen und dahinter den blauen Himmel. Wie Indianer vor dem Angriff (zumindest in Filmen). Dann stürzten sie sich in der Falllinie bergab. Uns blieb der Mund offen und Thomas meinte „für die ist das so, wie wenn wir vom Sofa steigen“. Und der laute Pfiff eines Murmeltiers führte dazu, dass auch Emmi an die Leine musste. Der Windberg bot einen herrlichen Blick auf das Hochplateau der Schneealpe und nicht nur die nahe Bergwelt. Schneeberg, Rax, Stuhleck, Fischbacher Alpen, Schöckl, Veitsch, Hochschwab, Gesäuse, Gemeindealpe, Ötscher, Göller, Gippel und einige uns nicht ganz klare Gipfel, weil der Betrachtungswinkel für uns ungewohnt war.
 
Nach einer Viertelstunde lösten wir uns vom Gipfelkreuz und steuerten mehr oder weniger direkt die Lurgbauerhütte an, die wir aus verschiedensten Gründen (Kondition, Tratschen, Flora) zwischen 11:45 und 12:00 erreichten und nach ausgiebigem Mittagessen erst kurz nach 13:00 wieder verließen. Wie das Schneealpenhaus, war auch diese Hütte sehr gut besucht.
 
Nach einer Viertelstunde machten wir 20 Minuten Halt am Ochsenboden und wanderten über die Karl Alm und den Gamskogel talwärts Richtung Hinternasswald. Was auf der Karte luftig und leicht wirkte, war in Wirklichkeit ein schmaler Steig, der zwar durch herrliche Vegetation führte, aber ob der vielen Steine und des feuchten Bodens, seine Tücken hatte.
 
Trotzdem waren wir gut 15 Minuten vor Busabfahrt (16:30) in Hinternaßwald. Die Rückfahrt verlief programmgemäß, abgesehen davon, dass wir auf das Umsteigen in Wiener Neustadt verzichteten und erst um 18:52 (statt 18:28) in Meidling waren. Zur Busfahrt sei vielleicht der Felseinschnitt zwischen Naßwald und Hinternaßwald erwähnt.. Der Bus zwängte sich mit einem Seitenabstand von etwa je 15-20 cm durch. Kompliment an den Fahrer und danke für die Gruppenermäßigung. 

Es waren zwei  Tage auf einem nur Eingeweihten bekannten Bergmassiv bei herrlichem Wanderwetter. Keine Zahnradbahn, keine Seilbahn, keine Mautstrasse. Das hält viele fern, zieht aber, wie wir sehen konnten, viele andere an. Die Alpenpflanzenvielfalt würde  man so nahe der pannonischen Tiefebene nicht erwarten. Sie begeisterte nicht nur Roland und Walter.

Die Schilderung mag einen unsportlichen Eindruck vermitteln. Oh nein!
Am Samstag sind wir in 3 ½ Stunden immerhin  1000 m hoch gestiegen. Und am Sonntag waren es unter Berücksichtigung der vielen Ab- und Wiederaufstiege auch locker 200 m bergan. Und da waren wir auch mehr als 5 Stunden unterwegs. (Pausen jeweils abgezogen!)

Fazit: zwei schöne Tage, zwei  überforderte Knie, zwei  lädierte Füße, ein Hund, der die letzte Etappe wie eine Fuchsstola um die Schultern von Helmut und Thomas drapiert werden musste, und eine verlorene Kamera. Da mag es nur ein schwacher Trost sein, dass ich mein Handy mit dem Rucksack wegräumte und ½ Tag danach suchen musste.
 
 
Und übrigens: „ich hätte nicht erwartet, dass Heesters Michael Jackson überlebt“    -   „wenn Schöpsen niesen, gibt’s schönes Wetter, wer 3 x niest ist doof“   -   ist eine Federboa unanständig?   -   am Berg geht man immer hinauf   -   Handyanbieter und der beschissene Empfang in Österreichs Tälern   -   „Frankie hat mich geschubst, schreib das in deinen Bericht“   -   UAJ (unser aller Jörg), Claudia, Gedeon und Stefan   -   in Graz sind die Museen am Montag geschlossen   -    Outing im ländlichen Umfeld ist meist nicht von Vorteil    -    die heurige Gelsenplage, und sind Gelsenstecker die richtige Lösung?   -  „na servas! Da soll ich schlafen?   -   „hab ich euch schon von meinem Sonnenbrand in Florida erzählt?“  (nur kurz: einmal verbrannt und zum Duschen nicht mehr fähig, wohl aber zum Auftragen lindernder Essenzen, die eine gewaltige Schweiß-Chemie-Duftwolke provozieren, muss man das Hotel durch den  Hintereingang  betreten, was das einzige Zimmermädchen im Flur in die Flucht schlägt. Es muss sehr schlimm gewesen sein!)     -   „Das ist eine ganz seltene Orchidee, die habe ich noch nie gesehen!“  (Walters Wissen um die Pflanzenwelt  ist umwerfend).
 
Mein bescheidener Beitrag:
http://www.heimische-orchideen.at/
 
Rainer
 


OSTTIROL  26.- 30. Juni 2009
oder „Roland was ist das?“ „Josef kennst du die?“; Frühlingsküchenschellen, Zirben, Enzian, Zwergseifenkraut, Türkenbund, Germer, Kohlröschen, Silberdisteln, Knabenkraut (Favorit von Roland), Bergzwergraps (Verbalhybridkreation von Walter),  Kuhfladen und 12 Männer in
INNERVILLGRATEN
 
 
Die Anreise
konnte verschiedener nicht sein, wobei ein Ranking, wer die einfachste und wer die umständlichste Variante gewählt hatte,  unmöglich scheint.
Relativ moderat waren Fritz, Josef und Wolfgang unterwegs, sie fuhren mit dem Auto und nutzten die Gelegenheit, während einer Pause zünftige Lederne zu erstehen. Thomas und Thomas bestiegen in Innsbruck ihren Twingo, räusperten sich zwei Mal und waren da.  Oliver kam mit Bahn und Bus am Freitag und Erik ging es eher „sommerfrischlerisch“ an: Donnerstag gemütlich Wien - Lienz, übernachten und am nächsten Tag mit einem Teil der Gruppe weiter. Für Walter war es schon umständlicher; St. Gallen – Bregenz – Wörgl - Kitzbühel, dann Bus nach Lienz und Rest wie viele andere auch. Geri wurde ein Opfer von Bahnumleitungen und fuhr irgendwie Graz – Schwarzach St. Veit .und wartete dort auf Alois, Rainer und Roland, die eine, gelinde gesagt, haarige Fahrt gewählt hatten. Aber das war der Internet-Vorschlag der ÖBB: Wien – Salzburg am Donnerstag Abend, stundenlanges Verschieben der Waggons in Salzburg  und weiter nach Schwarzach. Gewürzt wurde die Reise durch die Anwesenheit von Anna, einer jungen Ungarin, die nur Italienisch als Fremdsprache konnte und Phil, einem 25 jährigen Amerikaner aus Chicago auf Europareise. Er konnte nur Englisch, war aber des Biertrinkens mächtig. Nach Verbrauch des mitgebrachten Vorrates verschwand er alle 20 Minuten im Schlafwagen, um Nachschub zu holen.
Er verwöhnte  die Mitreisenden mit Dauervorträgen über  Instrumente, die er beherrschte, das amerikanische Rechtssystem („sie haben alle Dollar-Scheine in den Augen), Obama, seine Pläne fürs Leben  und einem Schockzustand, als eine junge Spanierin bei der Tür erschien, um uns über das Ableben von Michael Jackson zu informieren.
 
In Schwarzach St. Veit wartete Geri und alle vier hingen 2 Stunden (Geri schon länger) bis zur Weiterfahrt  im Kassenraum herum. Auch hier war für Unterhaltung gesorgt: ein bereits illuminierter Pongauer berichtete von seiner eben erfolgten Ernennung zum Oberstabswachtmeister (da gibt es den Spruch: „der muss ein Hirn haben wie ein Stabswachtmeister“) und der fast gleichzeitig erfolgten Heirat mit der Frau am Handyfoto. Er war auch bereit die Polizei in St. Johann anzurufen, damit diese käme und seine Aussagen bestätigte. Dazwischen immer „darf ich dich was fragen? Bist du mir eh nicht böse?“. Nein, war keiner, nur müde, was dazu führte, dass das Grüppchen  im Anschlusszug fast Spittal am Millstättersee verschlafen hätte. Roland hatte nämlich die Ankunft (05:44) mit der Abfahrt (06:26) verwechselt. Das plötzliche Auftauchen vieler nicht angebrachter Gleise riss alle hoch und sie stürzten panikartig aus dem Zug um erst einmal beim Bahnhofsbuffet Kaffee, Kuchen und Pizzastangerl zu verdrücken. Sehr zur Freude der  feschen, gut aussehenden Pendler, welche noch schnell ihr Bahnfrühstück kaufen wollten. Aber sie wurden vor gelassen.
 
Lienz durfte das Kleeblatt  um 07:24 begrüßen. Koffer in die Schließfächer, Frühstück mit Kaffee und Weckerln (Alois etwas kompletter) in der Bäckerei Joast, Erik treffen und ab zur „Galitzenklamm“. Hin links der Drau und zurück rechts. Trotz Müdigkeit  hat sich der 2 ½ stündige Abstecher gelohnt.
www.freizeit-tirol.at/freizeit_details/Wasserschaupfad%20Galitzenklamm.html?id=51
 
Zurück in Lienz noch ein kleiner Rundgang,  Frittattensuppen und Kartoffel-Lauch-Suppen (ausgezeichnet) im Gösser Bräu im Alten Rathaus. Erik erstand noch schnell neue Wanderschuhe.
 
Abfahrt mit der Bahn um 14:06 nach Sillian und weiter mit dem Bus nach Innervillgraten (15:01). Trotz umständlicher Fahrt waren sie die ersten. Früh genug zum Shoppen im Spar-Markt Lanser.
 
Die Unterbringung
war ähnlich unterschiedlich wie die Anreise. Fritz und Wolfgang waren ja mit dem Auto da und wurden fast ans Talende verfrachtet (Gehzeit ca. 25-30 Minuten). Alois, Josef, Erik und Walter hatten einen Weg von ca. 10 Minuten; Oliver, Rainer, Thomas und Thomas etwas weniger. Nur Geri und Roland schliefen fast hinter dem Altar. Wenn ich es richtig mitgekriegt habe, waren alle in  Ferienzimmern in oder bei Bauernhöfen einquartiert und fühlten sich wohl. Über das Frühstück hat sich auch niemand beklagt.
www.gutwenger.at/07/alm/index.htm      (dann rechts „Ortsplan“ klicken).
Allerdings gab es zumindest in einem Zimmer eine Fliegenklatsche, was keiner weiteren Erklärung bedarf.
 
Innervillgraten
liegt auf 1402m und hat keinen Durchzugsverkehr, weil man nirgends hinkommt. Trotzdem wurde fleißig dahin geglüht. Die Gemeinde selbst streckt sich etwa über eine Länge von 3km, wenn man Kalkstein und die Almen nicht mitrechnet. In der Nacht war es finster,  ruhig und kühl. Es wurde prinzipiell nicht gehupt. Selbst wenn wir breit gefächert die Strasse blockierten, warteten die Autofahrer, bis irgendeiner von uns merkte, dass jemand vorfahren wollte. Der Ort ist tief katholisch und ab 05:30 läuteten die Glocken halbstündlich bis nach sieben. „Beim Lanser oder Schett oder Schmidhofer oder Maxer oder Fürhapter“ usw. ist keine Orientierungshilfe, denn es heißen alle so.
 
Das Catering
war ausgezeichnet. Einmal war zwar das Gröstl da besser und dort weniger gut, dafür war die Blutwurst wieder dort besser als da. Mit wenigen Ausnahmen wurden lokale Speisen bestellt: Tirolerknödel mit Suppe und/oder Salat,  Kasspatzln, Schlipfkrapfen,
www.lebensmittel-osttirol.at/rezepte/osttiroler-schlipfkrapfen.html
Kasboller (Käsebällchen), Spinatknödel, Spinatspätzle, Kaspressknödel, Graukas, Blutwurst und Leberwurst  in verschiedenen Zubereitungsarten usw. „Floating salad“ nach Wiener Art ist uns kaum untergekommen.
 
Am ersten Abend versammelten wir uns um einen großen Tisch im Gasthof Bachmann.
Die hatten an der Theke statt Chips und Erdnüssen eine Schüssel mit kleinen Brotwürfeln und einen Kellner, dessen Bedächtigkeit  und unterkühlter britischer Charme unerreichbar schien. Und er zeichnete sich auch dadurch aus, dass er nie ein „Gröstel“ servierte, sondern standhaft nur „Geröstel“. Dort lernten wir auch den „Bauernpregler“
www.traditionelle-lebensmittel.at/article/articleview/71109/1/26097/
kennen und schätzen. Außerdem peppten Fritz und Wolfgang den Laden in ihren neu erstandenen Lederhosen auf.
 
Die Badl-Alm (Samstagmittag) in Kalkstein war in jeder Beziehung ein Fall für sich. In einem Lokal, das irgendwo zwischen gläserner Kirche und moderner Palmenhauskonstruktion angesiedelt war, haben wir in der Natur und doch nicht im Freien köstlich gegessen. Der Architekt hat sich viel gedacht und der Wirt Mut bewiesen; Hut ab!
www.badl-alm.at
 
Samstagabend  fielen wir im Raiffeisen Gasthof ein. Dort war das Service weniger spritzig, das Essen aber gut und
 
am Sonntagabend  gaben wir dem Alfons-Stüberl die Ehre. Laut unserer Zimmerwirtin „aigentlich meeehr fia die jiiingaren Laait“. Wir hatten aber keinerlei Grund zur Beschwerde; es hat einfach gepasst.
 
Montagmittag wurden auf der Unterstalleralm laut Rechnung  4 Krügel, 3 Seidel, 4 große Radler, 1 Erdbeerpago g’spritzt,  3 Achtel rot,  2 Hefeweizen,  10 Zirbenschnaps  (danke Alois!), 3 Kaffee, 2 Blätterteig-Topfen-Marillen-Strudel (Süßes muss immer dabei sein!), 2 Gerstlsuppen, 1 Tirolerknödelsuppe, 2 Graukas sauer mit Zwiebel, 1 Kirchtagsbrettl, 1 Bauernwurst und auch noch 1 Hauswurst um insgesamt  € 143,30 verputzt.
 
Den letzten Abend verbrachten wir wieder beim Bachmann.
 
Als Wiener nicht sehr verwöhnt, genossen wir überall die freundliche und sympathische  Bedienung. Egal ob beim Brotstand am Spittaler Bahnhof, in Lienz oder in Innervillgraten.
 
Das Wetter
hätte nicht besser sein können. Einige Tropfen am Samstag. Sonst  war es zwar bewölkt, was aber beim Wandern kein Nachteil ist. Den Regenfällen im übrigen Österreich sind wir gewitzt ausgewichen.
 
Die Ausflüge und Wanderungen
 
Samstag  knapp vor 09:00 zu Fuß auf der Strasse bis zum Maxer und dann den Schmugglersteig
www.innervillgraten.at/gemeinde/daten/schmuggeln.html
bis Kalkstein (1699m). Die Bezeichnung kommt von einem Hof namens „Chalstain“ und hat vermutlich nichts mit Kalk zu tun. Am Friedhof  von „Maria Schnee“  Pflichtbesuch beim Grab des Pius Walder, der als Wilderer schließlich eindeutig außerhalb der Gesellschaft stand. Übrigens schweigt das Internet zu diesem Thema ebenso wie die Innervillgrater  ( oder Innervillgratener?) Bevölkerung. Dafür bieten einige Grabsteine den zarten Hauch unrühmlicher Zeiten der 1. Republik.
 
Für die angegebenen 20 Minuten bis zur Alfenalm (1700m) benötigten wir nur deren 10 und nach  dem Mittagessen in der Badl-Alm zogen wir auf dem Peststeig über Eggeberg ins Arntal bis zum Sinkersee.
www.innervillgraten.at/kultur/infos/naturdenkmal_sinkersee.html
Wir hatten es schon etwas eilig, weil wir um 15:00 zur Besichtigung der Wegelate-Säge angemeldet waren.
www.innervillgraten.at/kultur/infos/wegelate_saege.html
Herr Gietl führte uns zuerst durch die „trockene“ Säge, ließ dann das Wasser ein und schnitt einen Stamm einmal der Länge nach in Latten und quer in Scheiben. Da waren wir alle schwer beeindruckt.
Knapp 50 m weiter unten zeigte uns noch das Ehepaar Fürhapter die Funktion des „Lodenstampf“. 
www.50plus.at/tirol/lodenst.htm
Zurück über die Strasse nach Innervillgraten
 
Sonntag war Hungertag , weil es unterwegs keinerlei Einkehrmöglichkeit gab. Abmarsch um 08:30 vom Gemeindeamt, wo die Innervillgrater in Tracht und mit Musikinstrumenten den Bus zu irgendeinem Auftritt bestiegen (Wolfgang hat sich kundig gemacht: es könnte ein Musikfest in St. Jakob im Defereggen gewesen sein). Über die Taletalm zur Schmidhofalm (1909m) wo Walter umkehrte, weil er dem Wetter nicht traute. Kurz danach um etwa 09:30 westwärts steil bergan. Josef musste ebenfalls aufgeben, er litt unter Schmerzen im Bein.
Um 10:30 eine  20minütige Rast irgendwo am Hang und um 11:45 waren wir bei den Remasseen (2534m) hoch über der Baumgrenze. Nach kurzer Beratung stiegen  Alois, Fritz, Oliver und Wolfgang um 12:10 auf das Rote Ginggele oder Kinkele ( 2763m, man liest beide Schreibarten). Sie brauchten nicht einmal eine Stunde. Der Rest zog um 12:20, nachdem Roland sein gerissenes Schuhband neu geknotet hatte, direkt (haha) Richtung Karmelisenalm. Der Abstieg vom Sattel war ein großes Stück nur steinig und später dafür morastig. Um 13:00 verließen die Extremsportler den Gipfel und um 14:00 waren wir wieder glücklich vereint und erreichten um 14:15 die Karmelisenalm (1973m; Kamillenteealm: Copyright Fritz). Eine unbewirtschaftete Ferienalm für Selbstversorger. Wir nährten uns von Mitgebrachtem und einem kurzen Besuch in der kleinen Holzkapelle mit Schindeln. Nach ½ Stunde den falschen Weg in den Ort gewählt. Anstatt irgendwo im Wald, wanderten wir irgendwo über der Baumgrenze. Auf  der  Bundeskarte war nur ein Weg über die Bretlegalm eingezeichnet. Dieser führte uns zwar auch nachhause jedoch auf ungeahnten Höhenwegen mit herrlichem Blick ins Tal.
 
Des Bären wurden wir nicht ansichtig und  irgendwann hatte es Rainer satt über steinige, kuhbefladete Steige zu stolpern und verzog sich auf die Forststrasse. Geri, Roland und die beiden Thomas erbarmten sich und begleiteten ihn. Da der Rest sich verfranst hatte, erreichte die Straßenfraktion den Ort sogar als erste. Die Trachtengruppe war auch schon da!
 
Montag sollte laut Programm eine gemütliche Wanderung zur Oberstalleralm werden. Stand nicht genau so da, war aber so gedacht. Fritz erbot sich, uns im Pendelverkehr bis zur Unterstalleralm zu fahren und um 09:20 waren wir alle dort versammelt und stiegen in Änderung der Agenda den Riepenkammerweg Richtung Schwarzsee hoch. Steil, aber grün. Um 10:45 waren wir bei einer Wegkreuzung („Restlangarten“ ca. 2200m). Nach  kurzer Beratungs- und Jausenpause wurde der Schwarzsee als Ziel verworfen. Der „höchste Bergsee Österreichs“ (da müssen die Remassseen als Teiche gezählt werden, denn die sind höher!) musste ohne uns auskommen. Stattdessen  querten wir den Klapfbach  und wanderten auf dem Lehrpfad „über die Jöcher“ zur Oberstalleralm. Die Blumenvielfalt erforderte eine gewaltige Anzahl von Fotostopps. Die Vegetationszeit ist in dieser Höhe kürzer, die Menge gleichzeitig blühender Blumen daher umso beeindruckender. Um 12:45 waren wir bei der Oberstalleralm (1864m), einer Ansammlung von Häusern, die vermietet werden. Gewissermaßen ein Selbstversorgerdorf ohne Warmwasser und Strom, aber dafür mit kalter Freiluftdusche und Feuerstellen in den Häusern, wie ein Ehepaar aus Biedermannsdorf erklärte. Um 13:20 begannen wir mit dem Abstieg zur Unterstalleralm (1673m) und pflanzten uns nach ½ Stunde in den Gastgarten.
 
Am Nebentisch wurde gekreischt und die Damen (alle über die 50) gaben Einblick in ihre Vergangenheit. Einige Flocken: „des hamma alles scho hinter uns“ „ja, am Hochstand“ „und im Auto, wo die Haxn aussehängan“  „Quietsch!“  „und in die Latschn“  „do hob i mein Trochtnjanka verlorn“ „des woa da Preis für die schöne Stunde“. Noch ein Quietscher und dann kam die Knöpferlharmonika und ein undefinierbares Rhythmusinstrument (Strohfidel? holzernes Glachter?) und Tanz und Gesang. Nachdem vorher über die Wiener gelästert wurde, war uns jede Beteiligung verwehrt, weil sich keiner als Hauptstädter outen wollte. Um 15:55 trennten wir uns von der Lustbarkeit.
 
In Hochberg landeten nur noch Alois, Geri, Roland und Erik, die dann die richtige Abzweigung  zum Kirchensteig nach Innervillgraten  nahmen. Rainer zog zickig und stur von Hochberg die Straße einfach hinunter. Gegen 18:00 waren alle dort wo sie hingehörten.
 
Vor der Abreise am Dienstag gaben sich einige noch einem Mini-Kaufrausch im Villgratener Naturladen hin. Dass der Zug in Lienz die 3 Minuten auf den verspäteten Bus des Schienenersatzverkehrs nicht abwartete und der Waggon ab Villach wie ein Brutkasten war, wird die schönen Erinnerungen auch nicht trüben.
 
 
Fitnessfaktor
Beachtlich.

  • Samstag  ca. 5 Stunden 20 Minuten reine Gehzeit; 350 m Höhendifferenz
  • Sonntag   ca. 7 Stunden 50 Minuten reine Gehzeit; 1130m Höhe plus weitere 229m für die Bezwinger des Ginggele/Kinkele.
  • Montag ca. 5 ½  Stunden reine Gehzeit (sorry Fritz, für dich 2 Stunden weniger) und immerhin auch an die 530 Höhenmeter.

 
Funfaktor
Innervillgraten schmückt sich auch mit dem Slogan „wir haben nichts“ (davon aber viel). Keine Sauna, keine Bar, kein Kino, kein Bad, kein Ringelspiel, keinen dark-room, kein Sex-shop, keine Gogo Tänzer und schon gar keine Stripper. Und wer seinen Körper gegen wessen Leib rieb kann ich auch nicht berichten; geht ja  -leider- niemand etwas an.  Wir flüchteten uns zu einem Würfelspiel namens „Schwindelmax“. Da nur der jeweilige Spieler die Würfel sehen durfte, musste erst ein Joghurtbecher her. Das Spiel schult Misstrauen und Spontanmathematik gleichermaßen, gibt zu herrlichen Kleinstreitereien Anlass und hebt somit die Stimmung. Und zur Not hatte Erik noch ein Men’s Health im Kleinformat dabei.
 
Männerfaktor
Auch nicht schlecht. Gleich einmal der große Schlanke und der kleinere zerlegte Pendler in Spittal. Oder das Defilee rescher Osttiroler aller Altersklassen in Lienz. Vielleicht die Kajak-Typen an der Drau? Wer auf Rossschweif unter Glatze steht, kann auch mit dem Busfahrer nach Innervillgraten was anfangen. Dafür, dass er die Bahnfahrer in Sillian wieder zum Marktplatz brachte, damit sie den Schienenersatzbus erreichen, hat er ein kleines Brustwarzenzwirberl frei. Der Muskel bepackte Gast im Schankraum des Gasthaus Raiffeisen etwa? Der Wirt von der Badl-Alm wirkte so schrecklich gesund und welcher Vulkan im Geröstel-Kellner vom Bachmann ruhte, kann nur erahnt werden. Die großen Trachtenhüte lenken sehr vom Rest ab, daher keine Wertung für die Musiktruppe. Und außerdem: warum in die Ferne schweifen? So ein unappetitlicher Haufen waren wir ja auch nicht. Oder? Also Faktor 100.
 
Kuhfladenfaktor
hatten wir schon beachtlicher, aber dafür, dass eine Riesenflade genau in der Mitte vor der Panoramakarte in Kalkstein platziert war und dem ganzen ob der Symmetrie etwas altarhaftes gab, muss auch dieser statistische Wert eingeflochten werden. Wäre 80 OK?
 
Wieder was gelernt:
mit dem Hochwasser 1965 zog der Wohlstand ein, weil es soviel Förderung gab;  das Schwarz auf den Holzhäusern ist kein Anstrich, sondern kommt von selbst; Lärchen werden nicht für den Hausbau verwendet, weil es nicht genug gibt; die Täfelung innen ist meist aus Zirbe und wenn man beim Wandern in eine Fliegenglocke gehüllt ist, dann nicht deswegen, weil die Insekten den nahen Tod riechen und schon die Servietten um haben, sondern weil die Funktionswäsche den Schweiß nach außen leitet und die Viecher das mögen. Danke Wolfgang!
Für Fritz und Wolfgang noch ein Link zur Anpassung ihrer Sprache an das zünftige Outfit:
http://www.mundart-osttirol.net/
 
Dazu, dass die beiden Altvillgraterinnen uns beim Abschied am letzten Abend noch „kommen sie gut zu ihren Frauen“ nachriefen, kann ich nur sagen „wie gut, dass es den Pregler gibt!“
 

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Sonntag 14. Juni 2009

Nationalpark Thayatal
Hardegg – Umlaufberg – Ruine Kaja – Hofern – Retz

Am Vatertag rollten Alois, Eric, Frankie, Georg, Helmut mit Emmi und Harry, Igo, Josip, Karl, Michael, Peter, Rainer, Roland, Ronny, Thomas, Thomas, Thomas, Tobias, Wayne, Werner, Werner und Wolfgang  gut gekühlt im Oberstock eines Wiesel-Zuges nach Retz. Bei Ankunft um 9:12 warteten noch Michael und Norbert aus Innsbruck.

23 Mann und zwei Hunde hatten eine Stunde bis zur Abfahrt des Busses tot zu schlagen. Der pfiffige Fahrplan trieb uns zum Hauptplatz, wo wir uns gleich einmal  in der Konditorei Elmer fallen ließen. Kaffee, Erfrischungsgetränke und für einige sogar ein spätes Frühstück. Andere machten einen kleinen Stadtrundgang. Es ging hoch her in der Weinstadt. Der „2. Retzer Weinberglauf“ war angesagt und es gab mehrere Leistungsgruppen, darunter auch eine „10km Veltliner-Staffel“, aus der übrigens bei den Männern die Truppe der Retzer Feuerwehr siegreich war. Wir konnten uns der Dramatik kaum entziehen, denn der Platzsprecher war bis aufs Klo zu hören.

Da uns nicht klar war, ob die Bushaltestellen in der Stadt vielleicht wegen Umleitungen ausfielen, gingen wir zur Sicherheit wieder zum Bahnhof zurück. Abfahrt um 10:16 und Frankie löste ein Gruppenticket für alle, denn bei Einzelbezahlung hätten wir den Fahrplan empfindlich gestört. Das hatten wir ja schon einmal in Hütteldorf.

Die gut 20minütige Fahrt ging erst zwischen Weinbergen und Feldern durch Hofern, Niederfladnitz und Merkersdorf,  bevor die Straße in den Wald führte und der Bus sich schließlich eine steile Serpentine mit einzigartigem Blick auf die Burg Hardegg  hinab  schraubte. Hier waren wir schon im Waldviertel.

Nach einem kurzen Aufstieg zur Burg (Privatbesitz) zogen wir gegen 10:45 zur Thaya hinunter. Auf einen Bummel durch die kleinste Stadt Österreichs (1500 Einwohner; 309m) verzichteten wir. Einige gönnten sich dafür einen kurzen Auslandsaufenthalt mit dem Überschreiten der Brücke nach Tschechien. „Vorsicht! Flussmitte ist die Staatsgrenze“. Das hatte früher einen viel dramatischeren Klang. Andere gingen nur aufs Klo und viele taten beides.

Und dann ging es los. Abgesehen vom nicht geplanten Abstecher zum Einsiedlerfels und der großen Schotterbank, führte unser Weg  fast immer knapp über dem Pegel die Thaya entlang. Einmal stieg ein Schwarzstorch hoch und wenn der Steig einige Male bergauf ging, bot sich immer ein beeindruckender Blick auf den Fluss und seine Mäander. Hin und wieder kamen steile Umwege, die bei Hochwasser zu begehen sind, uns aber nicht interessierten. Die Thaya war zahm, das Wetter angenehm und ideal zum Wandern. Trockenrasen, Wald mit Türkenbund, Heide, dann wieder üppige Wiesen, hüfthohe Brennnesseln, keine Gelsen, aber einige wenige Bremsen von der Größe kleiner Modellflugzeuge. Gegenüber auf tschechischer Seite meist felsiger Steilabfall. Zwei tote Mäuse am Weg, eine Schlange und hin und wieder Pfützen mit quatschig aufgeweichtem Boden rundherum. Die einzige Herausforderung. Abgesehen davon, dass wir nie wussten, ob schon jemand vorausgegangen war oder noch fehlte, und die Beschilderung teilweise auf Themenwege beschränkt war, aber fast nie angab, wie man wohin kommt. Aber verirrt haben wir uns diesmal so gut wie nicht, wenn man den Abstecher zum Einsiedlerfels als Überraschungseinlage sieht. Das ging sich gar nicht aus, denn wir wurden immer wieder von Peters Kampfruf „Kinder wir haben noch nicht einmal 10% hinter uns!“ angetrieben.

Die meisten Wanderer, denen wir begegneten, waren aus Tschechien. Verständlich, denn die nächste größere Stadt ist Znaim.

Nach Umrundung des Umlaufberges, knapp nach 13:15 die erste richtige Rast unter einer gewaltigen Eiche mit katholischen Devotionalien. Da fühlten wir uns sofort wohl. Und auf der großen Wiese waren Schafe; abgezäunt und daher nicht lästig. Da bis in die „Zivilisation“ mit keinerlei kulinarischen Angeboten zu rechnen war, machten wir unsere verdiente Mittagspause. Michael aus Tirol hatte nichts mit und vergnügte sich als einziger im Wasser. Seine Versuche andere zu animieren, schlugen fehl. Nach gut einer halben Stunde machten wir uns wieder auf die Beine.

Noch kurz die Thaya entlang (271m) und dann durch den Graben des Kajabaches bergauf zur Ruine Kaja (ca. 380m). Es war 14:45. Man erreichte die Burgruine  über zwei Brücken und konnte sie auch gegen Entgelt  besichtigen. Doch soweit wären wir gar nicht gekommen, denn im Torbogen schwirrte ein unüberhörbarer Wespenschwarm.

Hier verließen wir den Nationalpark und je mehr wir uns vom Fluss entfernten, desto wärmer wurde es, und auf den Forststraßen außerhalb des Waldes war es bereits heiß. Es begann der mühsamere Teil der Wanderung. Aber um 16:45 landeten wir doch in Hofern bei der Bushaltestelle. Da in gut zehn Minuten der letzte Bus nach Retz ging,  nutzten Erik, zwei Thomas, Tobias und einer der beiden Werner nach längerer Erörterung das Angebot. Sie fuhren gleich nach Retz und weiter bis Wien.

Die achtzehn anderen schlossen sich Peters Vorschlag an und fielen in den Gastgarten der Familie Schauaus ein. Nach dem Busproblem einige Sitzprobleme: Tische umstellen oder nicht? Nein! Nicht umgestellt. Frankie und Peter saßen am „Katzentisch“, durften dafür aber wohlwollend ihre Schützlinge beobachten. Trotz letztem Öffnungstag war noch fast alles da. Riesige Brote, Surbraten, Brettljause, Wurst, Blunzn und Presskopf , letztere drei auch sauer u.s.w. Apfelstrudel und dicker Kirsch-Streusel-Kuchen. Die Dreiermischung (je 1 Teil Wein, Mineralwasser und Traubensaft) schmeckte luftig und war heftig. Wir saßen hinterm Haus mit Blick auf ein Rapsfeld.

Um 18:15 Aufbruch zur letzten Etappe nach Retz. Nach der gemütlichen Pause nicht ganz einfach, aber wir waren schnell genug, um knappe 10 Minuten vor Abfahrt des vorletzten Zuges (19:18) nach Wien am Bahnhof einzutrudeln. Rettungswagen vor dem Bahnhof, Bahre auf dem Bahnsteig; jemand hatte das Angebot des vorher angekommenen „Reblaus-Express“ zu ungebremst in Anspruch genommen. Und Helmut, Thomas und die beiden Hunde fehlten auch. Mitten während der Schnell-Diskussion, welche drei Wanderer auf sie bis zum nächsten Zug warten sollten, bogen sie rechtzeitig um die Ecke. Trotz des schon sehr geschafften Harry! Verabschieden von Michael und Thomas, die noch mit dem Auto nach Innsbruck fuhren, hinauf in den 1. Stock und ab nach Wien (an Landstrasse um ca. 20:30).

Keineswegs hochalpin war die Tour mit fast 5 ½ Stunden reiner Gehzeit, doch eine sportliche Leistung, und mehr als 5 Stunden Rucksack schleppen brachte uns dem Waschbrettbauch wieder einiges näher. Schon bei der Ruine Kaja stand auf einem Wegweiser: Retz 12 km. Die von Frankie geschätzten 20 km haben wir sicher auch überschritten. Emmi und Harry waren ebenfalls nicht müßig: sie hatten jede Menge Zecken gesammelt.

Viele haben eine für sie neue Landschaft kennen gelernt und alle von der Themenvielfalt profitiert:

Mit der Niederösterreich Card kann man so oft man will den Reblaus-Express benützen       -   Sockenmuster an den Beinen und die Funktion der Venenklappen    -    die Wittelsbacher   -    Güssing auf dem Weg zur Metropole?   -    wer Palmen mag, sollte nach Tunesien    -    Österreich und die Verleihung seiner Ehrungen    -    die Anwesen der Schönborns    -    die Bauern sperren ihre Seegrundstücke, weil sie anderes zu tun haben, als den Mist einzusammeln    -    die verschiedenen Linien der Khevenhüller und ihre Besitzungen    -    der Buffetwagen im Reblaus-Express spielt alle Stücke    -     die Vorteile eines iPod, wenn die Kapazität der Kamera nicht reicht und wenn einem die Stöpsel nicht im Ohr halten, muss man sich eben einen Ghettoblaster zulegen    -    „da steigt schon wieder eine chinesische Gruppe ein!“ (??? es war eine 5köpfige Familie)    -    „das Streichen der  Golden Gate muss arg sein“ „ja, vor allem immer in derselben Farbe“    -    Essigknödel (saure Wurst ohne Wurst aber mit Knödel)    -    Rubbellose und ihr Wert als private Pensionsvorsorge    -    die Zivilluftfahrt, die Billigflieger und die Networkcarrier    -    wie mühsam es ist, eine Hütte zu bewirtschaften    -    „…und komisch, der hat fast nie Besuch. Naja hab’ ich eigentlich auch nicht!“ „na da habt ihr ja schon was gemeinsam“    -    „hat jemand Nähzeug dabei? Meine Hose ist gerissen!“   -    „Hallo! Grüß Gott! und  Dobrý den!“


Vielleicht sei noch kurz ergänzt, dass Igo, Michi, Rainer, Roland und Ronny den Tag im „Schik“ ausklingen ließen und sich aus unerfindlichen Gründen 45 Minuten lang kaputt gelacht haben. Der Grund war nicht zu eruieren. Die Kurzdiskussion „ihr wart aber noch nie da“ „doch! Ich schon“ kann es nicht gewesen sein. Auch nicht die drei Wodka, auf welche die 3 Väter in der Runde eingeladen wurden,  und auch die erfreuliche Tatsache, dass Michi sein Shirt bis 20cm über den Nabel lüftete, hatte nichts Lächerliches an sich.
 
Somit ein Klassiker der Art:
 
Sie lachten sich blöd und krumm
und wissen bis heute nicht warum!
 
R.


31. Mai – 1. Juni 2009, Pfingsten

Zwei  „alteste Freundinnen“ am Muckenkogel und fesche Männer am Berg
Rainer und Roland auf Ersatztour



Frankie hatte sich erlaubt, wegen unsicherer Wetterprognosen die Reisalpen-Wanderung abzusagen. Für mich ein klarer Hinweis, dass zu Pfingsten keinerlei Kondition von mir verlangt würde. Bis Roland mich am Samstag anSMSte um mich zu informieren, dass  er ausgehen würde und ob ich auch käme. 20:00 im Rifugio. Klar! Sonntag ausschlafen! Um genau 20:05 erklärte er mir bei meinem bereits 2. Spritzer, dass ich am Sonntag um 8:30 am Westbahnhof zu sein hätte, um mit ihm eine „ganz leichte, gemütliche“ Tour zu machen. Er hatte schon reserviert. Es wäre  nötig gewesen, denn laut Wirt wurde auf der Traisenhütte eine „Pilgergruppe“ erwartet. 
 
Also frühzeitig den netten Abend beendet und ab zum Rucksack packen.
 
Pfingstsonntag  31.Mai
 
Abfahrt knapp vor neun nach Sankt Pölten und weiter mit einem Bummel-Triebwagen nach Lilienfeld (383m). Einziger Höhepunkt war ein dunkler Typ mit leicht brutalen Gesichtszügen, aber laut Roland zu behaart, er müsste sich schon die Brusthaare trimmen. Wir waren aber ohnehin nicht Teil seiner Zielgruppe.
 
Die Frage an die Fahrdienstleiterin, wo es lang ginge, hätten wir uns sparen können. Sie war nicht „von da“. Eisenbahner sind nie „von da“! Aber sie wusste zumindest den Weg zum Bankomat.
Und um 10:40 stapften wir mit schweren Schuhen und ebenso schweren Rucksäcken los. Kurz bergauf und über den Exingerweg parallel zur Traisen Richtung „Stilles Tal“. Ein eher unhandlicher Weg, der über eine Schlägerung führte und immer wieder kleine Tücken hatte, dafür aber jene Blumenvielfalt aufwies, wie man sie sonst nur an selten gemähten Bahndämmen findet. Dann das Bächlein entlang hinauf zum Glatzwiesensattel. Von dort über den eher steileren Jägersteig, mit zum Teil herrlicher Fernsicht, bis zur Lilienfelder Hütte (956m).Um ¼ 2 Ankunft und gleich einmal Radler, Leberknödelsuppe und Linsen mit Knödel bestellt. Nette dralle junge Wirtin, mit feschem jungen Wirten.
 
Nachdem ich mich den ganzen Aufstieg mit der Frage gequält hatte, ob die Pilgergruppe entweder in der Gaststube der Traisenhütte oder im dortigen Bettenlager mit Abendgebet und klerikalen Gesängen den geglückten Aufstieg zelebrieren würde, war ich etwas sensibel und plötzliches Glockengeläute warf mich fast um. Roland meinte es käme vom Stift, aber da hätte dieses in der Küche sein müssen. Ich dachte an eine Bergkapelle hinterm Wald oder zumindest eine dramatisch-rustikale Unwetterwarnung. Es war das Handy vom Nachbartisch. Und er erklärte dem Anrufer, dass er sein Foto in der Presse gesehen hätte und „wenn ich schwul wäre, würde ich mich glatt in dich verknallen“. Wir blätterten sofort in der einzigen uns zugänglichen Postille, nämlich der Kronen-Zeitung, aber da fanden wir nur den Schönborn, der zwar zu den Klingeltönen gepasst hätte, nicht aber zu obiger Bemerkung. Wieder was versäumt.
 
Frustriert von unbefriedigter Neugierde, machten wir uns knapp vor 2h auf den Weiterweg, vorbei an der Bergrettungshütte über eine schöne Almwiese (Lilienfelder Gschwendt) mit vom Wind bizarr zerzausten Bäumen Richtung Muckenkogel. Im Westen herrliches Bergpanorama mit verschneiten Gipfeln. Eine junge Wanderin erklärte uns einige und zog forschen Schrittes weiter. Wir trotteten etwas mühseliger hinterher, erklommen aber dafür den Muckenkogel (1248m). Was von der Ferne aussah wie eine überdrüber Aussichtswarte mit Panoramarestaurant, entpuppte sich als schlichte Richtfunkstation der Post „Betreten verboten“. War auch außer uns kein Schwein  da. Allerdings ist dort auch der Klösterpunkt, von dem aus man bei klarer Sicht Melk, Göttweig, und Herzogenburg sehen kann. Lilienfeld ist vom Berg verdeckt und dass man den Stephansdom sieht, kann ich nicht glauben. Aber wir orteten Melk, und St. Pölten. Göttweig konnten wir nur erahnen.
 
Danach ein Stück bergab und schließlich über den Gratweg  zur Traisnerhütte (1313m). Mittlerweile 8° und 80% Luftfeuchtigkeit, einige Tropfen auf den letzten Metern, aber trotzdem tolle Fernsicht vom Schneeberg über die Veitsch bis zum Ötscher. Schon um ¼ 4h lautes Johlen und Quietschen aus der Stube. Vermutlich die Pilgergruppe. Nein doch nicht! Es waren 2 Geburtstagsfeiern. Peter der Wirt meinte „huckts eich wo zuwe und gebts a Ruah“, notierte unsere Ankunft und nahm unsere Bestellung für 2 Häferlkaffee (sehr gut) entgegen. Ein Mann  hatte seinen dingsundvierzigsten am Vortag, aber Hildegard genau am Pfingstsonntag ihren dingsundfünfzigsten und war daher laut Hüttenwirt ein „punktgenaues Mädel“. Mädchenhaft war sie nicht mehr, aber schon etwas rotwangig wie alle anderen auch und voll in Fahrt. Auch wie die anderen. Dazu gab es Akkordeonmusik ergänzt durch eine Teufelsgeige (Tamburin und Kuhglocke auf einem Stock) und den lauten Gesang der Gäste. Raucher müssten in den Vorraum und konnten sich dafür dort unterhalten, weil es leiser war. Die Wanderin, welche uns am Weg das Panorama erklärte hieß Karin, war einige Zeit Air-Hostess bei Lauda, hat Sport und Mathematik studiert und ist jetzt glücklich (sagte sie) in Lilienfeld als Lehrerin gelandet.
 
Wir machten noch einen fast einstündigen biologischen Erkundungsgang über Hinteralm und Steinleiten Richtung Reisalpe, während noch Läufer und knackige Mountain-Biker in farbenfrohen engen Dressen, alle dem Alkohol nicht abgeneigt, die Hütte weiter füllten. Der Großteil war aus Lilienfeld, einige aus Kilb, Mank und Melk und eine kam aus Kautzen im Waldviertel. „Kautzen? Wo ist das?“ „ganz obn“ „bei Gmünd?“ „Na! Ganz obn“ „Wo ist obn?“ „Na an da Grenz“ „Gmünd is a an da Grenz“……….
 
Peter lud uns auf ein Schnapserl ein und Roland revanchierte sich mit „Zapferln“ (Zirbenschnaps im Portionsfläschchen) und so gegen ½ 7 begannen die ersten mit dem Aufbruch. Die Radler etwas später, denn „in 10 Minuten samma untn!“. Hildegard wollte unbedingt meine Wanderstöcke, weil sie ihre nicht fand. Ich wäre mit dem Tausch vermutlich gar nicht so schlecht gefahren. Ein junger weiblicher Gast gab sich auf der Terrasse einem Frischluftschock mit Relingkotzen hin und ließ sich dann im Auto talwärts fahren.
 
Über die Nacht blieben nur ein Ehepaar und wir. Von der Pilgergruppe war weit und breit nichts zu sehen. Vermutlich ein Wunschdenken von Peter. Vielleicht hätte er gerne hin und wieder (aber nicht zu oft)  klerikales Ambiente, wo er doch während des Abends einmal meinte: „der, der über euch wohnt, wird euch beschützen“. 
 
Nach Kaspreßknödel-Suppe und Wurstknödel verzogen wir uns in unser 5-Betten-Gemach.
 
Pfingstmontag  1. Juni
 
In der Nacht gab es starken Regen, der Morgen war mit 5° etwas frisch und der Nebel nahm jede Sicht. Frühstück (wieder der gute Kaffee mit Brot, Wurst, Käse, Margarine und Marmelade) gemeinsam mit dem Ehepaar, das über die Reisalpe nach Lilienfeld gehen wollte. Er hatte am Vorabend eine Jacke vermisst. Der Wirt von der Lilienfelder Hütte kam mit einem zerschundenen und verdreckten Radler im Schlepptau und brachte das fehlende Stück und den noch immer etwas schrägen Biker danach nach Lilienfeld zu dessen Bruder, der ihn, wie wir später erfuhren, gleich ins Krankenhaus weiterfuhr. Die zehnminütige Talfahrt dauerte für einige doch etwas länger! Vermutlich haben nicht alle einen „der über ihnen wohnt“.
 
Abmarsch um 9 ‚Uhr. Eigentlich wollten wir über die Wiese gehen, doch Peter meinte wir wären dann nach 5 Minuten nass bis zu den Knien und der Gratweg wäre besser. Gerade den hatten wir am Vortag als ungeeignet für den Abstieg betrachtet, wollten uns aber keine Blöße geben. Doch war er halb so schlimm, als wir befürchtet hatten. Unterwegs graziles Tänzeln zwischen Kuhfladen und schließlich mitten in der Wiese das Fahrrad des gestürzten Radfahrers, der sich in der Nacht zur Lilienfelder Hütte geschleppt und die Wirtsleute aus dem Schlaf gerissen hatte. Roland erbarmte sich und schob das kampferprobte Gerät über die Alm zur Hütte.
 
Unterhalb der Lilienfelder Hütte ging es wieder über Wiesen mit dem aussagekräftigen Namen „Suttn“, denn  ehe wir  in den Waldsteig zum Großen (oder „Lindenbrunner“) Wasserfall einbogen, mussten wir eine riesige aufgeweichte und Kuhfladen getränkte Senke durchqueren. Schmatz! Der Wasserfall hat sich trotzdem gelohnt. Zwar kein Vergleich zu Krimml, aber die umher liegenden Baumstämme zeugten von der Kraft, die der kleine Bach entwickeln kann. Und der steile Serpentinenweg war hervorragend gesichert.
 
Durch den Fallgraben schließlich auf die Straße, wo ein entgegenkommendes Auto kurz hielt. Es waren zwei Gäste vom Vorabend. Nach kurzem Schwatz weiter an den Forellenteichen, von denen ein Schwarzstorch hochstieg, vorbei nach Lilienfeld, wo wir um ¼ 12 landeten.
 
Die von Roland ersehnte Kulturglasur in Form einer Stiftsführung war erst um 14:00, also ab in den „Gasthof zum Schützen“ gleich neben dem Bahnhof. Von aussen eher nichts sagend, erwies sich der Laden als beliebtes Restaurant, mit netter Bedienung und ausgezeichnetem Essen. Radler, Frittattensuppe, Leberknödelsuppe (eh klar!) Jägergulasch und Surschnitzel. Das Lokal ist eine Einkehr wert.
 
Dann zurück zum Stift. Die schweren Rucksäcke durften wir bei der Kassa lassen und konnten somit all unsere Energien in die Erweiterung unseres Wissens investieren. Etwa die Unterschiede zwischen Benediktinern, Zisterziensern und Trappisten, oder dass Josef II. fast alles was mehr als ein Kruzifix hatte schließen ließ und so weiter.
 
Vor Abfahrt ging sich noch ein Bummel durch den Ort und eine Eis beim „Felbermayr“ aus. Irgendwas chices mit Baiser für Roland und drei schlichte, bunte Kugeln für mich.
Abfahrt knapp vor 16:00 nach Sankt Pölten, wo gleich gegenüber ein verspäteter Zug abfahrtbereit war. Allerdings randvoll. Da wir noch Upgrade-Gutscheine der ÖBB hatten, quetschten wir uns vom letzten zum ersten Wagon durch die Menge und genossen etwa ab Böheimkirchen breite Ledersitze und große Beinfreiheit. Danke liebe Bahn!
 
Knapp nach ¼ 6 waren wir etwas müde in Hütteldorf. Rund 5 ½ Stunden in zwei Tagen ist nicht unbedingt Extremsport. Aber 930m Höhendifferenz sind auch kein Einkaufsbummel.
 
 
Rainer
 


Junx auf Touren – Sonntag, 17. Mai 2009

Wandertour: Wiener-Becken-Rand-Route
von Pfaffstätten nach Mödling

Mit dabei: Erik, Herbert, Josip, Matthias und Thomas

7:45 Uhr am Südbahnhof: Am Start sind wir zu viert - ein paar Leute mehr haben wir uns zwar schon erwartet, vor allem an einem sonnigen Sonntag wie diesem. In Pfaffstätten, knapp 40 S-Bahn-Minuten außerhalb von Wien, stößt schließich noch Thomas zu uns dazu. Vom Bahnhof Pfaffstätten aus wandern wir durch die Weingärten zum Waldrand. Durch den dank des Regens der vergangenen Tage angenehm kühlen Wald erreichen wir ohne große Anstrengung den Pfaffstättner Kogel mit der Rudolf-Proksch-Hütte. Von der direkt daneben liegenden Klesheimwarte aus genießen wir einen tollen ersten Rundblick. Nach einer Erfrischung in der Proksch-Hütte (Tipp: hier nur ja keinen Kaffee bestellen!) geht's weiter zum höchsten Punkt des Anninger mit der Wilhelmswarte. Sie sieht ein bisschen aus wie ein vergessener steinerner Piraten-Ausguck im grünen Blättermeer. Im leichten Bergab erreichen wir dann das modern hergerichtete Anninger-Haus mit nettem Garten. Dort lassen wir uns zu einem - für eine Wanderhütte - recht feinen Mittagessen nieder. Auf dem weiteren Weg kommen wir dann noch am Gasthaus Krauste Linde vorbei, das derzeit aber "wegen Neuübernahme geschlossen" ist. Da wir am frühen Nachmittag noch nicht nach Mödling absteigen wollen, peilen wir zum Abschluss noch den Husarentempel an. Am Wegrand machen wir unverhofft Bekanntschaft mit einem originellen Waldschratt (s. Foto) - der bleibt allerdings auch auf mehrfaches Nachfragen hin stumm. Der Husarentempel liegt auf einer Kuppe im Wald oberhalb von Mödling. Dieses eindrucksvolle Bauwerk sieht man bereits von der Südbahn aus, kann es aus der Ferne aber nicht richtig einordnen. Eine Tafel informiert uns, dass dieses allererste österreichische Kriegerdenkmal 1813 von einem Fürsten Liechtenstein in Auftrag gegeben wurde. Es soll an die Schlacht von Aspern gegen Napoleon 1809 erinnern, bei der österreichische Koalitionstruppen dem Franzosenkaiser die "erste Niederlage auf dem Schlachtfeld" zufügten. Vom Husarentempel aus genießen wir die tolle Aussicht auf Stadt bzw. Burg Mödling und Richtung Wien, etwa auf die Hochhaus-Anlage in Alt-Erlaa. Um die frühsommerliche Wanderung jahreszeitgemäß abzuschließen, kehren wir fünf Junx in Mödling noch in der bummvollen Eisdiele Peter ein.

Bis zum nächsten Mal bei den JUNX AUF TOUREN - da wollen wir dann wieder höher hinaus, sowohl, was die Höhenmeter als auch die Teilnehmerzahl angeht! :-)

Matthias & Herbert



Sonntag  10. Mai 2009

Leiser Berge
Buschberg – Au – Oberleiser Berg - Ernstbrunn

„Erlebniszüge“ hatten wir schon genug, also musste diesmal ein „Nostalgiezug“ her. Während sich so gegen 8 Uhr die Truppe in der Kassenhalle des Südbahnhofs  sammelte, waren die Eisenbahnfreunde schon am Bahnsteig um die Traktion zu  begutachten, was in etwa „Zug schauen“ heißt. Außer einem grünen, zweiachsigen  Waggon mit offener Plattform, wie sie nach dem Krieg Österreichs Schienen belebten, war aber noch nichts da. Der Dieseltriebwagen VT 5145.11 kam erst später dazu und  gegen ¼ 9 Uhr quetschten sich Christian, Erich, Frankie, Gernot, Harald, Harald,  Helmut mit Emmi und Harry, Herbert, Igo, Josef, Josef, Karl, Klaus, Markus, Nikolaus, Peter, Rainer, Roland, Thomas, Thomas, Werner und Wolfgang auf die Plastikpolsterung. Noch ein Thomas stieg in Korneuburg zu. Thomas aus Bad Vöslau hatte leider großes Pech. Sein Zug nach Wien hatte wegen eines Unfalls Aufenthalt auf der Strecke und es gab keine Variante, mit der er unseren Triebwagen noch hätte erreichen können.
 
Der VT 5145 war in den 50er und 60er Jahren unter dem Künstlernamen „Blauer Blitz“ bekannt. In meiner Erinnerung arbeitete er sich im gehobenen Lauftempo den Semmering hinauf, war aber unter anderem als „Venezia“ täglich in die Lagunenstadt unterwegs. Mehr dazu:   www.club-blauer-blitz.com
 
Die Fahrt ging über die Ostbahn, Simmering, Stadlau, vorbei am Rinter-Zelt  nach Leopoldau und weiter nach Korneuburg. Dabei wurde auch die, vor etwa 10 Jahren wieder aktivierte, Hochbahn („Italienerbrücke“) über die Brünner Strasse befahren. Ob unsere Bahnfreaks das geschnallt haben, weiß ich nicht.
http://de.wikipedia.org/wiki/Floridsdorfer_Hochbahn
 
Ging es vom Süd(Ost)bahnhof  bis Korneuburg noch flugs dahin, war die Fahrt von Korneuburg nach Ernstbrunn ein gutes Beispiel dafür, wie man Nebenbahnen gezielt meuchelt. Ein Stünderl  für etwas mehr als 30km ist lieblich, wenn man Zeit hat. Dafür sahen wir Fasane, Rebhühner, Hasen, jede Menge Rapsfelder und beim einzigen Schranken auf der ganzen Strecke musste der Zug halten. Der Schaffner stieg aus, ließ den Schranken herunter, der Zug fuhr ein paar Meter vor, der Schaffner kurbelte wieder hoch, stieg ein und weiter ging’s. Bei vorheriger Anmeldung darf das auch ein Fahrgast machen, wie uns einer der beiden jungen Begleiter von den NÖ-Landesbahnen erklärte. Allerdings fährt der Zug nicht zehn Mal hin und her, sollten sich einmal 10 Interessierte melden. Markus holte während der Fahrt alle Essenswünsche ein, um so mittags die Zeit für Bestellungen zu kürzen.
 
Ankunft um 10:08 in Ernstbrunn , wo nicht nur der Naturparkbus auf uns wartete, sondern auch Joachim sowie Bernhard und Harald mit Lisa. Wir waren 26 plus 3 Hündchen. Der Busfahrer war in gedämpftem Harley-Outfit und versuchte die Fahrt so kurzweilig und informativ wie möglich zu gestalten, was ihm auch ganz gut und mit einigen Schmähs gelang. Vor allem die Höhenangabe des Buschberges mit 561m war kühn, denn laut Plan sind es nur 491m, aber vermutlich hat er die Kugel der Austrocontrol einfach mitgerechnet.
 
Nach Ankunft am Buschbergparkplatz (10:43) nahm uns Markus unter seine Fittiche. Er ist Natur- und Landschaftsführer  und hatte sich bereit erklärt, uns die Pflanzenwelt der Leiser Berge näher zu bringen. Und zwar egal ob giftig oder ungiftig, sich selbst ernährend oder Schmarotzer und zart duftend oder nach Fischmehl mit Vanille riechend.
 
Über den Zahlberg zu einer Kuppe mit steppenartiger Bewachsung, schöner Aussicht  und einigen Skulpturen hinunter nach Au (12:15) in den Gasthof Riepl zum Mittagessen. Dank Vorbestellung waren alle knapp vor 14:00 abgefüttert. Und zwar inklusive einiger Kaffees und Nachspeisen.
 
Wieder ein Stück zurück und über die Römerweg-Brücke auf den Oberleiser Berg mit seinem Aussichtsturm und Resten der ersten Besiedlung vor mehr als 6000 Jahren. Schade, dass es so dunstig war, denn bei klarem Wetter muss der Ausblick gewaltig sein, auch wenn die Leiser Berge alles nur kein Hochgebirge sind.
www.oberleiserberg.at/
www.oberleis.at/
Der  Weiterweg nach Ernstbrunn führte uns durch Oberleis mit der Wallfahrtskirche „Maria Oberleis“, über die Steinbacher Heide und durch den Wald entlang des Wildparks zu einer Kastanienallee mit Blick auf das Schloss Ernstbrunn. Ausser einigen sensibel renovierten, alten Weinviertler Häusern (und ebenso vielen krampfmodernisierten), hat uns Ernstbrunn nicht wirklich von den Socken gehauen, abgesehen von sehr schönen Bauerngärten. Und es zog sich gewaltig bis zum „Bahnhof“, den wir um ¼ 5 erreichten. Der Zug war schon wieder zurück. Das Lokal gegenüber hatte, wie immer wenn wir wo warten, geschlossen und es gab nur Wasser vom Brunnen am Bahnhof. Jemand erklärte, dass nach dem Winter schon genügend Wasser durchgeflossen wäre und man es ruhig trinken könne, das von der Toilette  aber besser wäre. Danke, zu spät!
 
Bernhard, Harald und Joachim verabschiedeten sich. Für uns war Abfahrt um 16:50. Die Eisenbahnfreunde verzogen sich in den alten grünen Waggon, der Rest wieder in den „Blauen Blitz“, wo man dafür die Segnungen des Buffet-Abteils genießen konnte: Mineralwasser, Cola, Bier, Orangensaft und Filterkaffee.
 
Thomas stieg in Korneuburg aus, die meisten anderen um 18:10 in Leopoldau und einige fuhren bis Südbahnhof (18:37).
 
Der Fitnesswert der Veranstaltung war nicht umwerfend, aber bei einer reinen Gehzeit von knapp 3 ½ Stunden und rund 13km, fallen Schnitzel, Schweinsbraten und Knödel kaum ins Gewicht. Die Höhendifferenz lassen wir lieber beiseite, denn den Großteil übernahm  der Bus für uns.
 
Einige Gesprächfetzen schwirrten auch durch die heiße Luft:
 
„ich habe einmal in einem Supermarkt gearbeitet, was sich hinter der Theke mit Wurstwaren abspielt, wollt ihr gar nicht wissen“   -   „sind ein kaputter und ein funktionierender FI-Schalter besser als nur ein kaputter? Schließlich hat man früher ganz ohne FI überlebt!“ „nicht wenn es bereits in der Wand rauscht und zischt“  -   was ist eigentlich ein Fetisch?   -   „selbst wenn die Donau die Grenze war, sind die Römer auch nördlich von ihr unterwegs gewesen, um Feinde in Schach zu halten“   -   „ich sage euch nicht was ich wähle, es könnte gegen mich verwendet werden“   -   der Handtuchhalter in Form eines riesigen schwarzen Penis auf der Damentoilette des „Troadkastl“ zu Aich im Ennstal   -   soll man alte Freunde einer jungen Liebe opfern?   -   die Bienenpopulation hatte wegen des verspäteten Frühlingsbeginnes eine längere Durststrecke   -   „ wie lade ich Fotos auf meinen PC ohne alle sechshundert zu übertragen“ „das Problem hatte ich  auch, hab sie alle gelöscht“   -   Für und Wider einer offenen Beziehung und was man darunter überhaupt versteht   -  „ich habe von Wolfgang Schüssel geträumt, er war Arzt und hat mich in einer Art ,Erlebnis-Ordination’ (Sprech- und Wartezimmer in einem) untersucht“, „ich bin ihm unlängst am Schmerling-Platz begegnet, habe ihn aber doch nicht gegrüßt“  „und ich habe am Mittwoch den KHG am Kohlmarkt gesehen, ihn aber gar nicht grüßen wollen, wahrscheinlich deshalb mein Schüssel Traum“   -   Pfingstrosenblütenmatch Volksgarten : Ernstbrunn = 1:0    -   „es gibt Leberknödelsuppe Wiener Schnitzel, Schweinsbraten, Kotelett und Putenschnitzel“ „gibt’s geröstete Knödel auch?“    -  und so weiter.
 
Von den Meteorologen angekündigtes, nachmittägliches Ungemach blieb aus, das Wetter passte und wir haben außerdem noch einiges dazugelernt:
 
Die früher legendären Buschberg-Rennen fanden nördlich von Ernstbrunn statt und tun es im privaten Kreis noch immer, um die Unfallstatistik zu heben; es reicht ein wenig wahlloses Grasen um sich einen kleinen, feinen Bulimie-Anfall zu gönnen;  die Schlösser sind nicht frei zugänglich, es sei denn man heiratet dort oder besucht ein Konzert; die trübe Lacke ist nicht dreckig, sondern sandig, war  einmal der Löschteich und ist voller Fische; Robinien sind keine Akazien und nicht heimisch, sondern von Amerika importiert, fühlen sich hier aber wohl. Schließlich noch das Aha-Erlebnis, dass die eher unspektakulären Angebote der Region schöne Erlebnisse bieten und alles klappt, weil alle Beteiligten einander  abstimmen, wie das der Wiener Magistrat in 100 Jahren nicht schaffen wird..
 
Danke Frankie und Markus für Idee und Durchführung.
R.
 


Sonntag, 5.April 2009

Leopoldsberg & Kahlenberg auf unmarkierten Wegen

Der Name Kahlenberg soll keltischen Ursprungs sein und mit Glatzköpfen überhaupt nichts zu tun haben. Kal oder Cal war eine Bezeichnung für Rind oder Kuh und steigerte sich in der Bedeutung bis zur Muttergöttin, nach dem die Hirschkuh als solche  ausgedient hatte.  http://www.diekelten.at/kahlenberg-name.htm
Wikipedia ist damit überhaupt nicht einverstanden und interpretiert die Chalen als kahle Abhänge des Leopoldsberges zur Donau, oder als seine, aus Verteidigungsgründen, kahl gehaltene Kuppe. Ich wiederum glaube einmal gehört zu haben, dass mit den Kalen Jungschweine gemeint waren, was mir eher einleuchtet. Schließlich hieß der Leopoldsberg früher Kahlenberg und tauschte mit diesem 1693 den Namen, als die von den Türken zerstörte Kapelle wieder errichtet wurde. Und der jetzige Kahlenberg hieß schlicht Sauberg oder Schweinsberg, was auf die vielen Wildschweine hinwies.
 
Wildschweine waren keine unterwegs, dafür aber Alexander, Alois, Andreas mit Shiba, Christian, Emil, Frankie, Gernot, Hans, Helmut mit Emmi und Harry, Igo, Josef, Michael, Peter, Peter, Rainer, Roland, Thomas, Thomas, Thomas, Thomas, Walter, Werner, Wolfgang und Wolfgang.
 
Alle 24 setzten sich 10 Minuten nach 10 Uhr bei herrlichem Sonnenschein vom Kahlenbergerdorf (ca. 170m)  in Bewegung und begannen sich kurz darauf bereits in zwei Gruppen aufzuteilen. Die Pflasterhirschen, welche den asphaltierten Nasenweg berauf stiegen und die Bergziegen, die die unmarkierten Pfade vorzogen. Wobei die Frage offen blieb, ob das als „unmarkierter Weg“ durchgeht, oder einfach nur ein Abschneider war, wie es ihn ja weltweit bei nahezu allen Serpentinen gibt.
 
Um 10:40 waren alle wieder auf der Aussichtsterrasse am Leopoldsberg (zwar 425m, aber alles geschlossen!) vereint, genossen den trüben Floridsdorf-Wien-Blick und positionierten sich für das Gruppenfoto. Außer Christian, der war so früh oben, dass er ein Stück eines anderen  Weges wieder zurückging um den Rest zu suchen. Und natürlich Wolfgang, denn der hat das Foto gemacht.
 
Gegen 11:00 teilten wir uns wieder in Pflasterhirschen und Bergziegen. Wobei dieser „unmarkierte Weg“ kein Abschneider war, denn um auf ihn zu gelangen, mussten wir sogar das Geländer übersteigen! Es ging steil hinunter (heißer Südhang; eh klar) bis zum Waldlgraben, vorbei an einer nachgebauten keltischen Steinschnecke. Oder war es nur ein Pfadfinderlager? Dazwischen ein wenig wilden Kerbel schnuppern und  Leberblümchen fotografieren. Endlich unten ging es auf der anderen Seite des Grabens wieder über den Kahlenberg-Grat hinauf. Ein 3-4 Meter breiter felsiger Hang. Man hätte auch seitlich vorbei können, doch wenn M.a.T. schon die einzigen großen Steine zwischen Hütteldorf und der Kuchelau sehen, müssen sie die 20 Meter (Höhe, nicht Länge) natürlich „klettern“. Außerdem konnte man sich gut daran festhalten, denn der Hang hatte 50°.  Peters Wunsch, ihn mit 70° zu dokumentieren, konnte ich doch nicht nachgeben. https://www.wien.gv.at/umweltschutz/pool/pdf/geotop.pdf
 
Oben am Weg schlief jemand auf einer Bank. Wir sahen von lebensrettenden Aktionen ab, denn er/sie hatte noch rote Wangen. Um 11:00 waren beide Gruppen wieder beisammen und zogen gemeinsam die 10 Minuten bis zum Kahlenberg-Parkplatz (ca. 470m) weiter und auf der Südseite gleich (wieder übers Geländer) hinunter zum kleinen  Friedhof  (12:00 Uhr). Prälat Ungar (Caritas) wurde hier bestattet. Ob der bis 1783 auf dem Kahlenberg ansässige Kamaldulenserorden seine Mitbrüder dort begrub, ist unklar, wohl aber die Resurrektionisten, welche heute die Kirche St. Josef betreuen.
 
Um 12:10 trennten wir uns wieder. Ein Teil marschierte direkt zum Heurigen „Hirt“ und der Rest zog wieder hoch und nahm knapp unterhalb des Parkplatzes noch einen „unmarkierten Weg“. Wobei „Weg“ nicht ganz hinkommt. Es ging einfach durch den Wald und bescherte uns wenigstens die traditionelle Verirrung. Aber „einfach hinunter“ war als Orientierung ausreichend und knapp vor 13:00 Uhr saßen wir alle glücklich vereint auf Heurigenbänken in der Sonne. Herrlicher Blick über das Kahlenbergerdorf und die Donau ins Marchfeld. Dazu G’spritzte, Traubensaft, Wein, Mineral, Aufstriche, Fleischlaberln, Gemüsestrudel, Grammmelknödel, Salate u.s.w. Dankenswerter Weise auch Topfen- und Apfelschnitten, aber keinen Kaffee. Leider war es noch immer dunstig. Doch auch vom Pissoir hatte man einen schönen Ausblick und gleich neben dem Fenster stand ein Flascherl  „Toilettenduftöl Blumenfrisch“. Was will man mehr!
 
Allgemeiner Aufbruch um 14:10 und endgültige Spaltung der Truppe. Christian, Peter, Rainer,  Roland und Wolfgang gingen ein Stück zurück und dann auf dem Weisleitenweg und durch die Eichelhofstraße über den Nussberg nach Nussdorf (15:15). Auf halbem Weg kam Frankie mit dem Fahrrad entgegen und die Tour wurde im Cafe am Nussdorfer Platzl würdig beendet. Um 15:55 war Schluss.
Alle anderen steuerten direkt das Kahlenbergerdorf an.
 
 
Die Gehzeiten waren ungefähr:
 
Für die Querwaldein-Fraktion 2 Stunden bis zum Heurigen und für den Rest etwa 1 ¾ Stunden. Rest ins Kahlenbergerdorf etwa 15-20 min und nach Nussdorf  eine schwache Stunde. Die rund 330 m (Wiederaufstieg von der Josefinenhütte eingerechnet!) hinauf wollen wir nicht an die große Glocke hängen und für die Kahlenberg-Grat-Bezwinger hau ich noch schmissig 30-40 m drauf.
 

Und überaus wichtig erschien uns
 
Das rechte Wahlverhalten der Zuwanderer   -   „warum versandet der Donau- Oder-Kanal nicht?“   -    „ist das dort drüben der Marchfeldkanal und warum ist der da so breit?“   -   die schleppende Restitution in Tschechien   -   Ausgrenzung innerhalb der Schwulen   -   die Sozialdemokratie kann an ihre früheren Leistungen nicht mehr anschließen    -   hat Zilk wirklich die Stadt vom engen, kleinbürgerlichen Mief befreit, oder war eh alles leiwand?   -    wer, was, wann und mit wem auf welcher Tour   -   der Auftritt mit dem Schaffner: „ja das war im Kamptal“ „Nein! Das war auf der Mariazellerbahn!“  „War ich da überhaupt mit?“   -   die unruhige Nacht 23.- 24.Juni anno 2001 (Lunzer See Tour, ich hab’s euch doch gesagt, obwohl ich nicht dabei war)   -   der überfallsartige Besuch bei der Oma von Fritz; „eine ganz reizende Dame“   „das war in Loosdorf“, „nein! War es nicht“ „aber irgendwo bei Melk“  (Loosdorf stimmt und es war auch die Lunzer Tour; vgl. Berichte 1999-2002)   -   „Nein! Die Spionin war die Dagmar Koller; der Zilk war nur das Bond-Girl!“    -   die jungen Schwulen fühlen sich den älteren aus der Kampfgeneration nicht zu Dank verpflichtet (sollten sie? Wäre eine Diskussion wert)    -    „mit der Nussdorfer Schleuse regulieren sie den Wasserstand im Donaukanal“ „Jetzt ist aber trotzdem mehr Wasser als sonst!“   -   „aus irgendwelchen Gründen mag ich den Rasmussen auch nicht!“   -   selbst wenn man Elfriede Ott nicht mag, muss man vor ihrer Energie den Hut ziehen   -   „Sooo schlimm war’s in der DDR auch wieder nicht!“   -   der Einfluss der Übersetzter auf die Literatur am Beispiel altpersischer Erzählungen und Friedrich Torberg    -   „google deinen Namen und du wirst dich wundern!“ (hab’s gemacht, hat mich aber nicht umgehauen)   -   etc. etc.   -    wie immer halt.
 
Sonnig und heiß und vor allem lustig. Auch wie immer halt!
 
R.
 


Sonntag 1. März 2009

Flatzer Wand
Ternitz - Döppling  - Flatz  - Flatzer Wand Riessteig  - Neunkirchner Haus  -  Döppling - Ternitz

Auch diesmal haben bei nebeligtrübem Wetter mehr mitgemacht, als erwartet:
 
Alois, Dieter, Emil,  Erich, Erik, Frankie, Helmut, Helmut mit Emmi und Harry, Igo, Josef,  Josef,  Rainer, Roland, Thomas, Thomas, Walter, Werner und Wolfgang. Im Neunkirchner Haus kam noch Gery aus Sieding dazu. Er hatte Uran mitgebracht; einen riesigen  ungestümen, verspielten und verschmusten schwarzen Französischen Schäfer, der vor Begeisterung die Tische verschob.
 
Die 18 wurde vielleicht auch deswegen erreicht, weil wir uns erst um 09:10 trafen und daher Ausreden weniger gut angekommen wären. Am 22. Februar war das Motto leider „Frankie allein im Schnee“.
 
Abfahrt um 09:23 nach Wiener Neustadt. Ab Meidling ohne Halt.  Da kam ja fast  ein kleines Geschwindigkeitsräuscherl auf. Umsteigen in Wr. Neustadt und gleich vom Gleis gegenüber weiter. Ankunft in Ternitz ziemlich pünktlich um 10:20.
 
Gegenüber des Bahnhofes zwei Tafeln. Roland vertiefte sich gleich in die linke, welche die geöffneten Mostheurigen zeigte. Die Tafel rechts daneben mit dem Stadtplan interessierte ihn weniger. Wir marschierten um 10:24 ab und auf der eher belanglosen „Straße des 12. Februar“  an Kirche und Stadthalle vorbei zum Friedhof und dann kurz bergauf in den Föhrenwald Richtung Döppling (ca. 400m). Weiter auf einem Feldweg und wieder durch den Wald bis Flatz (461m). Von da an wurde es schon etwas steiler und nach einem kurzen Waldstück waren wir direkt am Einstieg zum Riessteig, einem angeblich leichten Felsensteig. Nicht alle ließen sich von dieser Verniedlichung täuschen und gingen unter der Wand Richtung Süden, um einen bequemeren Anstieg zu suchen.
 
Der Rest machte sich an den  Aufstieg und der ließ sich eher gemütlich an. Steil zwar und hin und wieder ein paar größere Felsstücke, aber keine große Herausforderung. Die stellte sich erst nach und nach ein, als wir dann plötzlich auf allen Vieren hochkletterten und uns an glitschigen Felszacken festhielten. So dramatisch war es nicht, denn es war nie ausgesetzt und nach jedem Kletterstück konnte man sogar im Stehen verschnaufen. Allerdings haben einige ob der Anstrengung den „Jausenstein“ gar nicht wahrgenommen.
Und wahrscheinlich auch nicht die einzigen Schneerosen, die wir an diesem Tag sahen. Auch mit Höhenangst war es zu schaffen. Die Witterung machte den Weg nicht nur beschwerlicher, sondern beraubte uns auch der ansonsten sicher gewaltigen Aussicht. Hatten wir in Ternitz noch Hochnebel, so waren wir in der Wand mitten drin. Aber so etwa 10 Bäume weiter bzw. zurück konnte man sehen. Und als die ersten sich zu fragen begannen, wieso sie nicht auch unten entlang gegangen waren, hatten wir schon das obere Ende des Steiges erreicht. Hier teilte sich die Gruppe wieder. Etwa die Hälfte marschierte gleich ab, der Rest gönnte sich eine kurze Regenerationspause.
 
Laut einem der spärlichen Schilder waren es 30 Minuten bis zum Neunkirchner Naturfreundehaus. „Das schaffen wir in 20!“ Irrtum. All der Schnee, den wir beim Hochklettern zum Glück nicht hatten, war am Plateau noch da. Und zwar knöcheltief. Unsere Vorhut hatte einen Umweg gemacht, wie wir an einer Weggabelung an den Spuren bemerkten. Sie hatten wieder nicht auf die Markierung geachtet. Sportlich-pfiffig nahmen wir natürlich den vorgesehenen Pfad, der eigentlich gar nicht existierte, weil er seit dem letzten Schneefall nicht begangen wurde. Sicher mühsamer als die Variante die Walter & Co. gingen, aber viel, viel uriger und auch viel, viel sportlicher und überhaupt.
 
Doch knapp nach 13:00 waren alle bei der Hütte (758m). Die hatten mit 10 Personen gerechnet und nicht mit 18 bzw. 19 mit  Gery.  Das Extrazimmer reichte knapp  und der Wirt bat die 2 Frauen, die schon da waren, im Schankraum Platz zu nehmen, aber sie waren ohnehin schon im Gehen. Ob gerne ist nicht klar, sie hatten schon begonnen sich mit einigen von uns zu unterhalten. Am Berg quatscht man halt. So ist das eben.
 
Es gab Suppentopf, Nudelsuppe, Fritattensuppe, Linsen, Schweinsbraten mit Salat und Knödel und „nur mehr 3 Schweinsbraten mit Kraut und Knödel“ , Gulyasch  (neudeutsch: Gulasch), Apfelschnitte, Apfelkuchen, Schokotorte und Punschtorte. Von den Hauptspeisen landeten alle bei uns, von den Suppen war, glaube ich, keine Nudelsuppe dabei und bei den Süßspeisen ist es ohnehin sinnlos, auch nur ein kleines Maß an Kontrolle zu versuchen. Der Koch kam auch noch fragen, ob die Hunde Speckschwartel fressen dürften, was von deren verantwortungsvollen Besitzern strikt verneint wurde. Wir hungrigen Männer wurden nicht gefragt!
 
Kurz nach ½ 3 wieder hinaus in die feuchtgraue Nebelbrühe und weiter zum Gösing. Und da war sie auch gleich, die Verirrung, ohne die eine M.a.T.-Tour nicht das Wahre ist. Irgendwo gab es weder Pfeil, noch Markierung und wir wählten die bequeme breite und nicht so zugeschneite Forststraße, die aber irgendwann mit einem großen Wendeplatz endete. Wir nahmen  auch noch mutig einen noch schwach erkennbaren Weg in Angriff, mussten aber doch nach etwa 10 Minuten aufgeben. Die Unsicherheit, ob er uns auch wirklich auf den Gösing führen würde, war uns doch zu groß. Also wieder zurück zur großen Wegkreuzung „Kranzstetten“ (720m) und auf möglichst direktem Weg nach Ternitz. Nachdem der Gösing uns verschmähte, verschmähten wir die „Fleischesser-föhre“. Ein Baum mit einer für eine Schwarzföhre abnormen Größe und einem Wirrwarr an dicken Ästen.
 
Den Umweg hätten wir uns allerdings doch leisten sollen, denn kurz danach nahmen Emmi und Harry eine spannende Witterung auf und zogen ab. Emmi kam relativ bald zurück, allerdings hatte sie keinen Harry im Schlepptau. Und da half alles Brüllen nicht. Er war und blieb verschwunden. Schließlich entschied sich Helmut, zur Hütte zurückzugehen, weil er annahm, dass dies auch Harry tun würde. Die weitere Entwicklung blieb ungewiss, bis wir von  Döppling beim Neunkirchnerhaus anriefen (Helmuts Handy hatte keinen Saft mehr)  und erfuhren, dass der verschreckte Hund draußen vor der Tür gewartet hätte. Er beginnt zwar schon taub zu werden, aber dumm ist er offensichtlich nicht. War Beethoven ja auch nicht.
 
Um 16:55 trudelten wir schließlich am Bahnhof Ternitz ein. ¼ Stunde nach Abfahrt des Zuges. Das hieß bis 17:40 warten. Ein Teil verzupfte sich ins Cafe Mirco um dort den Inländeranteil von 0 auf 50% zu heben, der Rest blieb im Warteraum. Josef und Roland schoben ein kleines Power-Napping ein, wobei es nur der tierische Instinkt war, der Roland daran hinderte, von der Bank zu kippen. Das Klo war versperrt: von 20-5 Uhr geschlossen, dass es am Wochenende gar nicht aufgesperrt wurde, war nicht angeschrieben. Pinkeln kann man dort erst wenn der Rail-Jet in Ternitz Halt macht.
 
Um 17:40 waren alle da und auch Helmut hatte uns mit Emmi und Harry eingeholt. Er ist jetzt etwas zerknirscht und bittet alle um Entschuldigung. Es war ihm eine Lehre. In Zukunft will er für „Diana und Nimrod“  Leinenzwang auf Touren einführen. Hände zum Leine halten hätten wir ja genug.
 
Josef scharte im Zug noch 4 Männer um sich, die ab Wiener Neustadt mit einem REX non Stopp nach Wien glühten und sich 20 Minuten ersparten. Der Rest tratschte sich bis knapp vor sieben im Oberstock weg.
 

Trotz trüben Wetters kamen wir bei reiner Gehzeit von ca. 4 ¼ Stunden leicht ins Schwitzen. Und wenn man die kleinen Ab- und wieder Aufstiege dazurechnet, sind wir mindestens 400m hinauf gestiegen.
 
 

Und das hat uns auch bewegt:
 
Wohnung renovieren und gleichzeitig drinnen hausen müssen   -   geräucherte Schweinsohren   -   ästhetische P+R Anlagen in Deutschland in Form eines Ozeandampfers   -   Schweinsfilet mit Pflaumen   -   in Deutschland kennt man keine Fritattensuppe   -    es macht keinen Unterschied, ob man ein Kleinkind oder einen Greis reanimiert   -   macht ein GPS beim Wandern Sinn?   -    Verschrottungsprämie für Fahrräder; für und wider  -   die Vakuumklos der modernen Züge kann man auch während eines Stationshaltes benutzen   -   „Jöh Ternitz; da möchte ich gerne Urlaub machen!“ „???“   -   bei den Wendezügen kann die Lok auch hinten sein, der Lokführer ist  aber trotzdem vorne   -   Königsberger Klopse mit viel Kapern;  „Ja! Bitte gib noch mehr Kapern hinein!“   -   „Was?“ (erster Kommentar zu den Ergebnissen der Landtagswahlen )  -   Grütze, rote Grütze und Kirschgrütze   -   für Föhrenwälder typische Pilze und ihre Verwendung in der Küche   -   „No“ (mit offenem O) aus  Schlesien und/oder Oberlausitz  oder sonst wo bedeutet dasselbe wie „Netta“  im westlichen Österreich; nämlich soviel wie ja oder nein oder alles oder einfach gar nichts. Und dazu vielleicht aus gegebenem Anlass das auch im Schwarzatal gebräuchliche „Eppa“  mit ähnlich vielschichtiger Aussagekraft und gerne verwendet als „bist eppa deppat?“.
 
Die Frage „was macht man eigentlich mit dem Föhrenharz, Seife nicht, dazu nimmt man Knochen“ wurde mittlerweile von Wolfgang beantwortet:
Aus dem gewonnenen Harz wird in Neunkirchen die bewährte Ehrenhöfer-Salbe hergestellt. Ein altes Hausmittel gegen Verspannungen und Muskelschmerzen. Wie heißt es doch? „Der Chemiker im Heim erspart das Googlen!“
 
Alles in allem: feucht und grau aber ungemein lehrreich!
 
 
R
 
 


Junx auf Touren – Samstag, 14. Februar 2009
Rodeltour am Zauberberg/Semmering

Die Großbaustelle des Bahnhofs Meidling ist nicht gerade das, was man sich unter einem gemütlichen Treffpunkt vorstellt: Es ist kalt, zugig und laut... Immerhin hat der „Ströck“ hier am Samstag bereits vor 8:00 Uhr offen, während am Westbahnhof noch alles dicht ist. Herbert und ich sind um 7:40 Uhr da und holen uns erst einmal ein Frühstück. Um 8:00 Uhr warten wir schließlich zu viert auf den Zug zum Semmering. Der ist recht gut besetzt, unter anderem mit zum Teil verhaltensauffälligen, alkoholisierten Snowboardern, die aufs Stuhleck wollen. Wir quetschen uns zu viert in ein bereits mit drei Leuten besetztes Sechserabteil – so kommt man sich gleich näher.

Am Semmering angekommen freuen wir uns über den – entgegen den pessimistischen Wetteraussichten – aufgelockerten Himmel und den frischen Pulverschnee. Beim Rodelverleih stoßen noch zwei weitere Kollegen dazu, die mit dem Auto angereist sind und ihre eigene Rodel bzw. Bob mitbringen. Wir vier übrigen hören um 10:15 Uhr von den eher mäßig motivierten, auffällig relaxten Rodelverleih-Burschen, dass sie heute gar keine Rodeln verleihen können. Der Grund: Die Zauberberg-Kabinenbahn steht wegen des starken Windes aus Sicherheitsgründen und kann vermutlich den ganzen Tag über nicht in Betrieb gehen.

Zunächst sind wir ganz baff und ziehen unverrichteter Dinge ab, beinahe wollen wir wandern statt rodeln gehen. Dann raffen wir uns doch auf und schicken Hannes und Herbert nochmal als Unterhändler zurück in den Rodelverleih. Erst als wir auch das OK vom Seilbahn-Schalter haben, dass wir die Rodelbahn zu Fuß hinaufmarschieren dürfen, kriegen wir endlich unsere vier Leihrodeln.

Nach einer guten Stunde Aufstieg sind wir schließlich beim Liechtenstein-Haus und stürzen uns mit lautem Gejohle die Piste bergab. Mittlerweile ist die Kabinenbahn doch in Betrieb, wenn auch windbedingt immer wieder mit kurzen Unterbrechungen. Die Rodelpiste ist sehr gut präpariert und ziemlich schnell, aber zum Glück viel weniger eisig als vergangenes Jahr. Bei den zahlreichen Buckeln und Kurven muss man ganz schön aufpassen, wenn man ohne ungeplante Zwischenstopps ins Tal kommen will. Wirklich arg und der einzige Minuspunkt ist der eisige Wind, der einem die Tränen in die Augen treibt und im einen oder anderen Bärtchen Eiszapfen wachsen lässt.

Auch heuer kehren wir wieder in die gut geführte und trotz relativ schwach frequentierter Rodel- bzw. Skipisten bummvolle Enzianhütte ein. Dort füllen wir unsere leeren Mägen mit Schweinsbraten, Fleischknödeln mit Kraut oder gebackenem Emmentaler. Am Nachmittag sinkt die gefühlte Temperatur weiter, daher haben wir nach drei, manche von uns sogar schon nach zwei Rodelfahrten genug. Nach einer erneuten Aufwärmpause in der Hütte machen Herbert und ich uns gegen 15:30 Uhr auf den Weg zum Bahnhof, während die vier übrigen Kollegen mit dem Auto nach Wien zurückfahren. Eine Rodeltour mit anfänglichen Hindernissen, für die es sich jedenfalls voll gelohnt hat, so früh aus den Federn zu kriechen! :-)


Sonntag 1. Februar 2009

GUGLZIPF
Hirtenberg – Jauling – Aichkreuz – Guglzipf - Berndorf

Diese Truppe ist unberechenbar:
Krebsten im Jänner bei Traumwetter gerade sieben Maxerln hinterm Panhans herum, waren diesmal um 8:10 am Südbahnhof schon  Alex x 2, Alois, Axel, Erich, Erik, Frankie, Helmut, Igo, Joe, Peter, Rainer, Reinhard, René, Roland (frisch vom Regenbogenball, aber bereits abgeschminkt), Walter, Werner und Wolfgang da. Thomas stieg in Leobersdorf zu. Dieter und Kaj warteten in Hirtenberg mit Lea auf uns. Wir waren 21 Männer und eine noch nicht ganz fertige Dame. Am Berg sogar 22 und 3 weitere Hunde, weil wir noch Zuwachs aus dem Triestingtal bekamen.

Abfahrt um 8:26 im Doppelstockwagen, wie immer oben, bis Leobersdorf und dann drei Stationen im Triebwagen bis Hirtenberg (285m). Die Züge hatten diesmal keine Künstlernamen. An um 9:18, die ausflippende Lea beruhigt und um 9:21 los. Über den Parkplatz (mit einer dicken Eisplatte unter dem Schnee)  zum Bahnübergang und gleich in den tief verschneiten Wald. Der Wind war durch die Bäume gemildert, der Schneefall erträglich. Auf dem schmalen Waldweg mussten wir im Gänsemarsch gehen, wie Knappen auf dem Weg ins Bergwerk.

Wir wären nicht wir, hätten wir uns nicht zumindest einmal verirrt. Anstatt die, auf dem ersten Teil eher spärliche, Markierung zu beachten, folgten wir nahe dem Pfarrkogel einfach einer Fußspur und landeten dann auf einer mit Gestrüpp bewachsenen Waldlichtung. Zurück zum richtigen Weg wollte die Truppenspitze nicht; also mutig voran durch die ohnehin teilweise zugeschneiten Stauden in einen Graben und auf einem anderen Weg weiter bergauf. Die Frage, ob der nicht vorgesehene Abstieg vom Golfplatz des „Golf Club Enzesfeld“  (http://www.gcenzesfeld.at/index.php)  beim Großen  Jauling in einen Graben (Einödgraben?) auch ein Irrtum war, blieb ungeklärt. Es war halt eine andere Variante, die dafür an großen Felsbrocken mit bizarrer Baumbewachsung vorbei führte. Beim Aichkreuz (386m) waren wir wieder auf der richtigen Höhe. Während einer der Beratungs- und Pinkelpausen bemächtige sich Lea eines von Peters Handschuhen um ihn als Beute zu verschleppen. Schadenfreudiges Gelächter! Da mussten gleich ein paar Fotos von der Mannschaft geschossen werden.

Nach etwas mehr als 2 nicht allzu anstrengenden Stunden erreichten wir um 11:36 den Guglzipf  (472m) und steuerten gleich die „Waldhütte Guglzipf“ an. Ich glaube, Dieter hatte telefonisch von unterwegs reserviert. Wir waren im großen Extrazimmer mit Blick auf Berndorf, das im Laufe unserer Rast immer besser sichtbar wurde. Die Sonne kam heraus. Langweilige Erörterungen über Essen und Trinken erspare ich mir, aber die offensichtlich hausgemachten Cremeschnitten waren gewaltige Kaliber, wenn sie auch optisch nicht  dem Konditor-Standard entsprachen. Selbst gemacht  halt und sehr gut.
Den Aussichtsturm haben wir nicht bestiegen. Der Blick aus der Gaststube war prächtig genug  und vermutlich war der Turm gar nicht offen.

Wer noch mehr wissen will:
 
http://de.wikipedia.org/wiki/Guglzipf
http://www.berndorf-stadt.at/
http://derstandard.at/?url=/?id=2646320

Da Suppen, Hauptspeisen, Süßes und Kaffee konsumiert wurden, genossen wir länger als 2 Stunden das angenehme Lokal und rissen uns um 13:55 endlich los. Nach Angabe des Wirts sollte der Abstieg nach Berndorf (312m) 20 Minuten dauern und genau so war es auch. Trotz Schnee. Der Weg führte über den Mühlsteig  in Serpentinen einen steilen Waldhang hinab und endete knapp unter dem Herrmann Krupp Tempel (so was hat noch nicht einmal der Jörg), nicht weit vom Bahnhof. Um ¼ 3 waren wir da, um 14:28 ging unser Zug.

Dieter und Kaj fuhren bis Hirtenberg mit, wo sie ihr Auto geparkt hatten. Lea nutzte die 9 Minuten, welche der Zug für die drei Haltestellen benötigte, um einige Gesichter abzuschlecken und den Griff eines Wanderstockes als Knochen zu missbrauchen. Sie war offensichtlich high. Wir Menschen waren nur müde und einige mussten in Leobersdorf zum Umsteigen geweckt werden.

Alois war dafür hellwach. Er hatte leider am Guglzipf seinen Rucksack zurückgelassen. Für mich das erste Pech während all der Touren, die ich mitgegangen bin. Abgesehen von der verlorenen Markierung am Gippel, aber das war eher Gruppenkarma. Dafür hatte er am darauf folgenden  Samstag Gelegenheit, beim Abholen nochmals die herrlichen Specklinsen mit dem Megaknödel zu verputzen.

Kurze Wartezeit bis zum Anschlusszug (14:52). Thomas stieg früher  aus und der Rest döste im Oberstock Richtung Wien. An Meidling  um 15:22.

Die sportliche Leistung

war eher bescheiden. Reine Gehzeit etwa 2 Stunden und 20 Minuten (Pausen schon abgezogen). Wenn im Standard eine Höhendifferenz von 350 m angegeben wird, dann ist die Redaktion wohl der Sprache mächtig, nicht aber des Spieles mit den Zahlen. Ich kam auf  bescheidene  220m. Da habe ich aber auch die Höhe des Bahndammes in Hirtenberg mitgerechnet und den Weg vom Graben wieder hinauf zum Aichkreuz.  Die Cremeschnitten müssen wohl noch separat abgearbeitet werden.

Auch damit werden wir die Welt nicht verändern:

„bei Peek & Cloppenburg gibt es 50er Hosen in 25er Länge, man muss deswegen nicht nach Portugal fahren“   -   „was der Phettberg lebt noch?“ „Ja! Aber der war sicher noch nicht mit, oder?“   -   inkludiert die hohe Mietgebühr für Rodeln am Zauberberg auch Vollkasko?    -    Krakau ist schöner als Warschau   -   Münzen ruinieren die Hosentaschen   -   „Also ich schaue ja sehr auf mich!“   -   in der Römertherme in Baden schwefelt es nicht    -   ist die Stenzel Uschi huschi, oder ein Segen für die Innenstadt?   -    „Der Tod in Venedig“ geschrieben, als Film, am Theater, getanzt, als Oper und das Hotel des Bains   -   auch wenn man traditionelle Thai Massage gelernt hat, kann man sie nicht als solche anbieten, weil alle glauben, es ist ein Bordell   -    Vor- und Nachteile, wenn man Palatschinken unfertig auf den Tisch stellt und sich jeder seine selbst bestreicht und einrollt    -   Wildhase in Rotwein   -   die Gay-Skiwoche und die Ausgelassenheit der lokalen Heteros   -     Briefe an Claudia Schmied    -   Unternehmertum früher, heute und die Familie Krupp  -   „wenn du René mit Accent , ich weiß jetzt nicht wie man den nennt, heißt, dann musst du auch Französisch lernen“  u.s.w.  Es ist übrigens der „accent aigu“, sprich: ÄGÜÜ.

Trotz der eher niedrigen Temperaturen, denn mehr als höchsten 2° C hatten wir kaum, hat alles gepasst.

R.
 


Sonntag 11.Jänner 2009

Semmering: Liechteinsteinloipe und Pinkenkogel

Neigungsgruppe Langlauf:             Frankie und Ronny
Neigungsgruppe Schneestapfen:    Franz,  Joachim, Peter, Rainer und Wolfgang

Alle anderen hatten uns im Stich gelassen, wobei wir nicht sicher waren, ob nicht zumindest zwei Gewohnheitstiere am Südbahnhof statt in Meidling (Abfahrt 8:12) warteten. Der Erlebniszug „Wiener Alpen“ hatte nämlich eine Besonderheit: er kam aus Bratislava-Petrzalka und fuhr daher den Südbahnhof gar nicht an. Abgesehen von einem grünen Erlebniszugwaggon hinter der Lok, waren es allesamt moderne und vor allem gut geheizte slowakische Wagen, die ebenso gut mit Skifahrern aus der Slowakei ausgelastet waren. Erst im letzten Waggon fanden wir zwei leere Abteile und das auch nur, weil einige Zusteiger die slowakischen Reservierungspickerln nicht entziffern konnten. Wir auch nicht, aber die Wahrscheinlichkeit, dass jemand ab Baden oder Wiener Neustadt reserviert hätte, schien uns gering. Die Euphorie darüber wurde knapp vor Liesing etwas gebremst, denn es gab einen viertelstündigen Halt, dessen Ursache uns verborgen blieb.
 
Statt um 9:48 kamen wir daher erst um 10:00 am Semmering an und machten uns nach einer kurzen Beratung auf den Weg. Erst einmal bergauf bis zum Südbahnhotel und dann zur Liechtensteinstrasse, auf der irgendwo die Loipe begann. Zwei Frauen kamen schon mit geschulterten Skiern zurück. Die Loipe sei schlecht, viele Steine und sie hätten daher aufgegeben.
Wo wir schon einmal da waren, machte es wenig Sinn über Alternativen nachzudenken, noch dazu, wo ja auch der Golfplatz sicher geschlossen war, und nach knapp 500 m hinter dem normalen Loipeneinstieg schnallten Frankie und Ronny die Skier an. Die Schneestapfer begleiteten sie etwa 1 km und überließen sie dann ihrem Schicksal auf der vielfach durch Ästchen und Steine mühsamen Langlaufspur.
 
Während sie westwärts Richtung Talhof zogen, stapften die anderen fünf bergan auf den Pinkenkogel. Auf dieser Seite war nur Schatten und stellenweise kalter Wind. Mit den Goldgräbergeschichten von Jack London konnten wir nicht mithalten, aber gemütlich war es auch nicht. Der Anstieg war großteils auf einer Forststrasse, deren hässlicher Anblick aber durch den Schnee gemildert wurde. Gegen ¾ 12 waren wir auf dem Pinkenkogel in der prallen Sonne. Blick bis zur Veitsch und ins Mürztal. Das Wiener Becken verschwand in einer grauen Nebelbrühe. Um diese Zeit hatten wir noch Glück und fanden Platz. Die Hütte war eher von kleiner Statur und 15 Minuten später hätten wir wohl auf den Bänken vor dem Haus Platz nehmen müssen. Da wären die Suppen (Kraftsuppe, Gulaschsuppe und Kaspressknödelsuppe – allesamt nicht gerade überwürzt)  am Löffel erstarrt und Peters Gemüsestrudel („Fülle OK, aber ich mag Strudel an sich nicht“) zu einem Klumpen gefroren. Ganz abgesehen davon, dass er seinen Kräutertee hätte lutschen müssen.

Die wohlige Wärme in der Stube trieb uns nicht hinaus, weshalb wir eine Stunde ausharrten und uns dann für den Abstieg Richtung Panhans entschieden, weil er mehr in der Sonne lag als der Aufstieg. Das ging auch um einiges flotter, wenn uns auch der teilweise glatte Silberer-Weg  zu vorsichtigem Ausschreiten veranlasste. Nur Joachim war etwas schneller, weil er seine durch das kürzlich erlernte Snow-boarden gewonnene Reaktionssicherheit und Körperbeherrschung testen (bzw. uns vorführen) wollte. Trotzdem waren wir in knapp 45 Minuten wieder unten.

Wir schlugen die Zeit bis zum Zusammentreffen mit der Langlaufgruppe mit  Herumstehen auf dem sonnigen Anfängerhang tot. Frankie und Ronny kamen gegen ½ 3 zurück. Die Annahme, sie hätten die Strecke 2 x gemacht,  war falsch. Die Bedingungen waren zu schlecht.
Im Pseudo-Jugendstil-Café des Panhans gönnten wir uns Kaffee, Schokolade, Kartoffelsuppe, Schokocremetorte, Panhanstorte (1x mit Schlag) und Himbeer-Topfen-Torte. Aufbruch kurz nach 3 Uhr und über den Waldweg zum Bahnhof. An einigen Stellen hatte man den Schnee von der Strasse einfach in den Wald gekippt, wo dann große Brocken den Weg versperrten. Wir waren rechtzeitig genug unten um noch einem Neo-EU-Bürger zu erklären, dass dies der Bahnhof und nicht der Alpenhof war.
 
Abfahrt um 15:52 mit einer S-Bahn Garnitur nach Payerbach. Ronny stillte seinen Hunger mit Schoko-Leibniz, was eine kurze Diskussion mit dem Schaffner zur Folge hatte: „Sad’s es vom Heim?“   „?????“,  „Na  geht’s jetzt ned ins Heim?“ „Nein, noch nicht!“ „Ned ins Diätheim?“  „Nein!“. Weiter hinten im Wagon hörten wir ihn dann brüllen: „Do san jo meine Heimkinder! Woats wieder in der Konditorei?“.
 
Von Payerbach ging es direkt nach Wien. Der Zug hatte den klingenden Namen „Oskar Sima“. Kennt den noch jemand? Ich kann mich nur an eine Szene erinnern in der er „Sie Trottel!“ sagte, was ich als Kind ungemein witzig fand. Knapp vor 18:00 waren wir in Meidling.
 
Die Wandermathematik ist einfach:
 
Mehr als 4 Stunden für die Langläufer, sofern sie uns nicht eine größere Pause verheimlicht haben. Dafür nur geringe Höhenunterschiede.
 
Fast 3 Stunden für die Schneestapfer, die aber immerhin 396 m berauf stiegen.
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Die Themen und wichtigen Aussagen werden die Welt nicht verändern:
 
„Spanisch ist eine elegante Sprache“ „Was ist an once, doce, trece schön? Mir gefällt Italienisch besser.“   -    Südtirol hat die höchste Lebensqualität Italiens    -    Myrrhe ist ein Baumharz und Myrte ein Strauch (Dank an Joachims Handy)   -   sagt man Bratislaver oder Bratislavaer Schloss?   -    „ich esse heute Lauchrisotto, wenn du es siehst, wirst du es nicht mögen“ „Risotto sieht an sich nie appetitlich aus“ „da kennst du meines nicht, aber ich werde schamlos Rotwein dazu trinken“   -   „Wien hat im Vergleich zu gleich großen Städten ein gewaltiges Kulturangebot“ „ja, selbst die Scala hat drei Tage die Woche zu“ „nein, sie hat nur drei Tage offen“   -   „wie oft müssen wir umsteigen?“   -   „man pinkelt nicht auf den Weg, du machst das in deinem Stiegenhaus ja auch nicht.“   -   „in meinem Haus prozessiert jeder gegen jeden“   -   Wanderungen auf den Kanaren   -   Metro hat keine laktosefreie  Haltbar-Milch   -   das krampfhafte Aufmotzen der Wiener Märkte   -   Ferngläser, youtube, xtube und das Studentenheim gegenüber   -   der Fahrdienstleiter steht da wie ein   Modellbahnmännchen von Faller   -   es heißt Pinkenkogel nicht Pinkelkogel   -    Abends Rückenschwimmen unter einem Glasdach  hat den Vorteil, dass man sich sieht und merkt ob man mit jemandem kollidiert oder an den Beckenrand donnert.    -    „ich hätte doch ÖVP wählen sollen; mir tat der Molterer so leid“   -   die Anzahl der Zähne bei Leibniz Keksen und wie man sie zählt   -   die Vorschläge zur Bewältigung der Energiekrise fanden keinen Konsens.
 
R.
 
 


ältere Berichte

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